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«Jugendliche wurden mit Kopfschüssen getötet»

«Jugendliche wurden mit Kopfschüssen getötet»: 20-Minuten-Reporterin muss vor Unruhen im Irak fliehen.

09.10.2019 08:09:00

«Jugendliche wurden mit Kopfschüssen getötet»: 20-Minuten-Reporterin muss vor Unruhen im Irak fliehen.

Heftige Proteste gegen die Regierung fordern im Irak 150 Tote. Unsere Redaktorin Ann Guenter ist mitten in die Ausschreitungen geraten.

Ann, warum bist du in den Irak gereist?Ich bin letzte Woche f�r eine Gerichtsreportage nach Bagdad geflogen. Am Tag meiner Ankunft brachen die ersten Unruhen aus, die angespannte Stimmung war selbst vom Taxi aus sp�rbar. Meine geplante Recherche musste ich vorerst auf Eis legen.

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Was hast du von den Unruhen mitbekommen?Es herrscht Ausgangssperre: Die Quartiere wurden von Sicherheitskr�ften abgeriegelt, und ich konnte das Viertel Karada, in dem mein Hotel lag, nicht verlassen. Ein beengendes Gef�hl! Nachdem die Regierung den Versammlungsort der Demonstranten, den Tahrir-Platz, gesperrt hatte, eskalierte die Situation an verschiedenen Orten der Stadt. Meldungen �ber die ersten Toten gingen ein. Die Bilder der verletzten Jugendlichen, aber auch deren grosse Wut in den Nachrichten zu sehen, war angsteinfl�ssend.

Wie war die Stimmung?Die Regierung blockierte das Internet, die �mter wurden geschlossen. Die Ger�chtek�che brodelte: Niemand wusste, wer wirklich hinter diesen Protesten stand, ob die Jugendlichen vielleicht politisch instrumentalisiert wurden. Meine lokalen Kontaktpersonen rieten mir dringend dazu, das Hotel zu verlassen und mich in das stark gesicherte Gel�nde der franz�sischen Botschaft zu begeben. Ich folgte ihrem Rat.

Du bist eine hellh�utige, blonde Frau, Journalistin noch dazu. Hattest du Angst?Ganz ehrlich: Im Hotel war ich die einzige westliche Frau. Die dicken Mauern, der Stacheldraht, die Stahlt�ren und die von Soldaten gesicherten Checkpoints auf dem Botschaftsgel�nde gaben mir ein Gef�hl der Sicherheit. Auf dem Gel�nde liegt auch das B�ro der franz�sischen Nachrichtenagentur AFP, dort kam ich unter.

Es sind vor allem Jugendliche, die gegen die Regierung auf die Strasse gehen. Was sind ihre Forderungen?Der Irak ist durch seine Erd�lvorkommen eigentlich reich, doch der Reichtum erreicht wegen der massiven Korruption die Bev�lkerung nicht. Die Jugendlichen haben genug von der Korruption, der Armut und der Perspektivlosigkeit im Land: Die �ffentliche Infrastruktur ist am Boden, die Jugendarbeitslosigkeit enorm hoch. Die Entlassung eines in der Bev�lkerung sehr popul�ren Generals brachte das Fass zum �berlaufen. Die Jugendlichen organisieren die Proteste �ber die sozialen Medien. Mit der Blockierung des Internets m�chte die Regierung die Demonstrationen eind�mmen. Das gelang offensichtlich nicht.

Die Proteste sollen anfangs friedlich gewesen sein.Ja. Doch dann begann die Regierung, mit ungezielter Gewalt gegen die Demonstranten vorzugehen, Scharfsch�tzen wurden eingesetzt, von denen niemand weiss, unter wessen Befehl sie stehen. Die AFP-Journalisten erz�hlten, wie unmittelbar neben ihnen Demonstranten in den Kopf geschossen worden sei. Sie zeigten mir die Gasmasken und schusssicheren Westen, die sie zur Berichterstattung �ber die Proteste tragen.

Gasmaske, Helm, schusssichere Weste: Die Arbeitsausr�stung der Journalisten w�hrend der Proteste.Gegen Abend str�mten die Jugendlichen zu den Protesten. Gemeinsam mit einem lokalen Journalisten schloss ich mich ihnen an: Hunderte junge M�nner, viel Frustration, Wut und Testosteron, die Stimmung war sehr aufgeheizt. Dutzende Ambulanzen und Sanit�ter mit Bahren standen bereit. Es war klar, dass mit Verletzten und Toten gerechnet wurde.

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Ein junger Iraker mit einem Rucksack sprach mich an. Er war sehr freundlich und meinte, ich solle in seiner N�he bleiben, er habe eine Erste-Hilfe-Ausr�stung dabei und w�rde mir helfen, falls ich verletzt w�rde. Das ber�hrte mich, gleichzeitig verst�rkte sich mein mulmiges Gef�hl.

Dir ist aber nichts passiert?Immer mehr M�nner sprachen mich an, wollten wissen, ob ich Amerikanerin sei. Als ich zu filmen begann, kamen immer mehr Jugendliche zu mir und zeigten mir auf ihren Handys die Aufnahmen, die sie am Vortag gemacht hatten. Darauf sah ich Demonstranten, die von Kugeln getroffen in sich zusammensackten. Junge M�nner, die von Milit�rfahrzeugen �berfahren wurden, auf ihren zerquetschten Oberk�rpern die Abdr�cke von Reifenprofilen. Viele Demonstranten zeigten mit Fotos von Leichen mit Kopfsch�ssen. Je l�nger ich filmte, umso mehr M�nner dr�ngten sich um mich herum. Einige begannen, mich zu betatschen. Mein Begleiter meinte, er k�nne mich nicht mehr sch�tzen. Er hatte Angst, dass ich zusammengeschlagen und vergewaltigt werden k�nnte. Mit einem Tuktuk fuhren wir davon.

Zur�ck in das sichere Botschaftsgel�nde?Ja. Von dort h�rten wir wie schon an den Tagen zuvor Maschinengewehrsalven und sahen Blitze von Explosionen am Horizont. Ich f�hlte mich zwar sicher, ganz ruhig war ich aber nicht. Draussen herrschte fast schon Krieg. Die Opferzahl stieg genauso wie die Wut der Jugendlichen.

Vergangenes Wochenende wurden verschiedenen Redaktionen im Irak bedroht, auch die AFP erhielt Drohungen. Die Journalisten der AFP wurden darauf in die franz�sische Botschaft evakuiert, ich blieb alleine zur�ck. Ich stellte mir vor, wie ich mich hinter dem Schrank versteckte, falls meine Wohnung gest�rmt wurde.

Die Regierung in Bagdad hat das Internet ausgeschaltet. Bestimmt haben sich zu Hause alle Sorgen um dich gemacht.Fr�hmorgens gab es jeweils ein kurzes Zeitfenster, in dem die Regierung das Internet einschaltete, um ihre eigenen Mitteilungen zu verschicken. So konnte ich meiner besorgten Familie und den Kollegen auf der Redaktion mitteilen, dass es mir gut geht.

Wo bist du im Moment?Am Sonntag entschlossen sich die Journalisten der AFP, in die Kurdenhauptstadt Erbil im Norden des Irak zu fliehen. Weil es rund um die Proteste zu gef�hrlich war und ich meine urspr�nglich geplante Reportage ohnehin nicht umsetzen konnte, schloss ich mich ihnen an.

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Unterdessen hat die irakische Regierung die Forderungen der Jugendlichen als berechtigt bezeichnet und will Massnahmen in die Wege leiten. Was denkst du, wie geht es im Irak nun weiter?Dieses Wochenende steht ein wichtiges schiitisches Fest an. Beobachter gehen davon aus, dass es w�hrenddessen ruhiger sein wird, die Konflikte danach aber wieder aufflammen k�nnten. Die Jugendlichen schenken den Zugest�ndnissen der Regierung keinen Glauben. Die Gewalt der Sicherheitskr�fte, die gem�ss lokalen Quellen mehr als 150 jugendliche Todesopfer und �ber 6000 Verletzte gefordert hat, scheint die Wut nur weiter zu entfachen. Den Mut der Jugendlichen, gegen die f�r sie unertr�glichen Zust�nde auf die Strasse zu gehen und daf�r grosse Risiken in Kauf zu nehmen, finde ich enorm beeindruckend.

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Was soll das Muss. Wenn Sie nicht hinfliegen will... Krass was die Jugendlich selber filmet. Krankes Land.

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