Ist der Anti-Zürich-Reflex verschwunden?

Selbst die Verantwortlichen bei der Stadt sind überrascht, wie positiv Zürich gemäss einer neuen Studie wahrgenommen wird.

18.02.2020 22:20:00

Liebe Schweiz, stimmt das? Die übrige Schweiz habe ihren Anti-Zürich-Reflex ablegen können, sagt eine Studie, die die Stadt selber in Auftrag gegeben hat. (Abo+)

Selbst die Verantwortlichen bei der Stadt sind überrascht, wie positiv Zürich gemäss einer neuen Studie wahrgenommen wird.

gültige E-Mail-Adresse fehltDas trifft den Zürcher in seinem Innersten: Der Rest der Schweiz hat nichts mehr gegen ihn. Er soll nicht mehr arrogant sein. Nicht mehr laut. Nicht mehr hektisch. Nicht mehr selbstherrlich. Nicht mehr egozentrisch. Der Anti-Zürich-Reflex, der den Zürcher über Jahrzehnte begleitet hat und auf den er, auch wenn er das nicht offen zugeben würde, immer ein wenig stolz war – er soll verschwunden sein.

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Das jedenfalls sagt eine neueStudiezum Image der Stadt Zürich, die sie am Montag veröffentlicht hat. Selbst bei der Stadt ist man von der neuerdings positiven Wahrnehmung von Zürich überrascht. «Ich habe fest mit dem Anti-Zürich-Reflex gerechnet», sagte Anna Schindler, die oberste Stadtentwicklerin, zur «Neuen Zürcher Zeitung».

Die qualitative Studie erstellt hat das Zürcher Unternehmen KEK-CDC Consultants – im Auftrag der Stadtentwicklung. Diese Abteilung der Stadt beschäftigt sich unter anderem auch mit der Aussenwahrnehmung von Zürich. Zum Beispiel im Projekt «Zürich – Einblicke von aussen», zu dem die Studie verfasst wurde.

«Ich habe fest mit dem Anti-Zürich-Reflex gerechnet.»Anna Schindler, Direktorin der Stadtentwicklung ZürichWelches Bild also zeichnet diese Studie von Zürich? Bei Befragungen hätten die Interviewten spontan die hohe Lebensqualität, das vielfältige Kulturangebot und die Lage am See erwähnt, schreiben die Verfasser in ihrer Zusammenfassung. Häufig hätten die Befragten auch die Grösse und die Bedeutung von Zürich als Wirtschaftsstandort thematisiert. Die Stadt gelte zudem als professionelle und engagierte Akteurin, mit der die Zusammenarbeit gut funktioniere. «Insgesamt geben die Verwaltung der Stadt Zürich und die Art und Weise, wie sich die Stadt Zürich in den unterschiedlichen Bereichen einbringt, wenig Anlass zur Kritik.»

Ein hochspezialisierter SupertankerDie einzig grössere Kritik, zu der sich die Verfasser veranlasst sehen, verdichten sie zu folgendem Bild: «Die Stadt Zürich bahnt sich als hochspezialisierter Supertanker einen Weg, ohne nach links und rechts und teilweise auch ohne weit nach vorne zu schauen.»

Möglicherweise hatCorine Mauch(SP) also in ihrer knapp elfjährigen Zeit als Stadtpräsidentin tatsächlich das Ziel erreicht, das sie bei Amtsantritt vorgegeben hatte. Sie wolle dem Anti-Zürich-Reflex entgegenwirken, sagte sie damals der «SonntagsZeitung». Dieser sei unter ihrem Vorgänger, «dem selbstbewussten, forschen Stadtpräsidenten Elmar Ledergerber», nicht kleiner geworden. Sie wolle vermehrt betonen, dass Zürich nur Teil eines Gesamtgefüges sei.

Doch möglicherweise liegt der Grund für die positive Aussenwahrnehmung der Stadt bei der Studie selber. Beziehungsweise bei den Zielen und Fragestellungen und der Methode, die die Verantwortlichen definiert hatten. Sie wollten herausfinden, ob die Stadt eine «konstruktive Zusammenarbeitspartnerin» sei. Deshalb fokussierten sich die Verfasser auf «relevante Zusammenarbeitspartner(innen)» der Stadt. Befragt wurden 20 staatliche und nicht staatliche Akteure auf kommunaler, kantonaler, regionaler und nationaler Ebene. Interviewt haben sie zudem insgesamt 6 Journalistinnen und Journalisten. Ausgewertet haben sie auch Rankings, Analysen und Umfragen.

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Das VerantwortungspanoramaDer Fokus der Studie liegt also klar bei der Stadt Zürich als staatlicher Organisation – und somit bei der Regierung und ihrer Verwaltung. Blättert man durch das 48-seitige Werk und liest die Zwischentitel und gross hervorgehobenen Zitate, verdichtet sich dieser Eindruck. «Wahrnehmung der städtischen Verwaltung» oder «Positionierung der Stadt Zürich regional, kantonal, national» lauten zwei solcher verräterischer Zwischentitel. In einem Zitat heisst es in poetischem Beamtendeutsch: «Das Verantwortungspanorama der Stadt ist nach innen gerichtet.»

Vom hochspezialisierten Supertanker bis hin zum Verantwortungspanorama – die Studie entwirft neue Bilder und Ausdrücke für die Stadt Zürich. Was sie mit diesen bezweckt, wird man sich wohl nicht nur in der Stadt selber fragen.Nun folgt der zweite Schritt im Projekt – und da wird sich zeigen, ob die Studie hält, was sie verspricht. Die Stadtentwicklung sucht dabei den Dialog und geht an die Öffentlichkeit. Am kommenden Dienstag wird Anna Schindler in Aarau mit Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker (FDP), der Aarauer Kulturchefin Melanie Morgenegg, dem Buchser Einwohnerrat Reto Fischer (parteilos) und dem Publikum über die Stadt Zürich diskutieren.

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Kommt wohl darauf an, wen man fragt ... :) Wohl kaum ... aber was solls?

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