Hymne auf die Badewanne – Der einzige schöne Ort in der Pandemie

10.01.2022 14:30:00

Ein Loblied auf die Badewanne.

Ein Loblied auf die Badewanne.

Sie ist nicht nur der billigste Kurort der Welt, sondern auch gut gegen die Nebenwirkungen der Pandemie. Ein Loblied auf die Badewanne.

Beide Lager müssen sich allerdings der gleichen Herausforderung stellen: der Suche nach der perfekten Wassertemperatur. Mit dem Prädikat «angenehm» hat sich schliesslich schon mancher siedend heiss vertan. Zu warm, zu kalt – es bleibt ein ewiger Tauschhandel, zumindest bis man ein Thermometer benützt. Ist die Temperatur endlich perfekt, darf man gewiss sein, dass das Spiel zehn Minuten später von vorne beginnt. Zum Trost: Gut möglich, dass schon die Römer über die Temperatur gemotzt haben in ihren Thermen, und der Bader im späten Mittelalter zum Brunnen eilen musste, um einen Eimer mit kühlem Wasser zu holen, um die erhitzten Gemüter im Zuber wieder zu beruhigen. Aber wer badet, braucht eben ein bisschen Geduld. Und das ist gut, denn eben weil ein bisschen Aufwand und Hin und Her dabei ist, lässt sich das Baden so herrlich zelebrieren, jede Woche wieder.

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Im Zeitalter des globalen Fussabdrucks das Baden in der Badewanne zu bewerben, grenzt an Perversion. Was hat dieses Lifestyle-Geschwätz noch mit einer professionellen Kulturberichterstattung zu tun? Jeder Franken Subvention an den Tamedia-Konzern ist deshalb einer zu viel.

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Hier kommt das neue Yoga Beide Lager müssen sich allerdings der gleichen Herausforderung stellen: der Suche nach der perfekten Wassertemperatur.Publiziert heute um 05:33 Uhr 0 Kommentare Männer suchten während der Pandemie öfter als in der Zeit zuvor auch professionelle Hilfe, wenn sie von ihren Partnerinnen geschlagen wurden.23 Kommentare 23 Männer suchten während der Pandemie öfter als in der Zeit zuvor auch professionelle Hilfe, wenn sie von ihren Partnerinnen geschlagen wurden.Stunde der Wintervögel » von Birdlife Luzern mit.

Mit dem Prädikat «angenehm» hat sich schliesslich schon mancher siedend heiss vertan. Zu warm, zu kalt – es bleibt ein ewiger Tauschhandel, zumindest bis man ein Thermometer benützt. Als die Menschen im März 2020 in den ersten Lo c kdown geschickt wurden, waren die Befürchtungen gross, dass es zu einem starken Anstieg von Gewaltausbrüchen in Paarbeziehungen komme n. Ist die Temperatur endlich perfekt, darf man gewiss sein, dass das Spiel zehn Minuten später von vorne beginnt. Zum Trost: Gut möglich, dass schon die Römer über die Temperatur gemotzt haben in ihren Thermen, und der Bader im späten Mittelalter zum Brunnen eilen musste, um einen Eimer mit kühlem Wasser zu holen, um die erhitzten Gemüter im Zuber wieder zu beruhigen. Aber wer badet, braucht eben ein bisschen Geduld. Durchschnittlich seien 40 Vögel pro Garten gesehen worden.

Und das ist gut, denn eben weil ein bisschen Aufwand und Hin und Her dabei ist, lässt sich das Baden so herrlich zelebrieren, jede Woche wieder. Dass man sich heute in eine Wanne aus porenfreiem Sanitäracryl setzt, die genauso nüchtern aussieht wie es klingt, hätte zu Zeiten der italienischen Renaissance wohl so manchen amüsiert. Herrschaften wie Papst Clemens VII. oder Kardinal Bernardo Dovizi di Bibbiena liessen sich ihre umfangreichen Wellnessbereiche von den angesagtesten Künstlern ausmalen, mit nackten Jünglingen, Seeungeheuern und Zentauren, und luden reichlich Gäste ein. Platz war ja genug. Bitte logge dich ein oder registriere dich jetzt und profitiere von den Vorteilen für z+ Community Mitglieder.

So berichtet 1536 Johann Fichard, ein führender Jurist des 16. Jahrhunderts aus Frankfurt, nach seinem Gastbad in Rom: «Dort sitzt der Heilige Vater in einer ovalen Wanne und wäscht sich mit warmem Wasser, das aus einem nackten Fräulein aus Bronze fliesst.» Apropos Papst: Das bischöfliche Skandalwannenmodell «Tebartz van Elst» für gut 4100 Franken (inklusive Montage) liegt bei den Designerwannen durchaus noch im gemässigten Bereich. Bei Boffi kostet das frei stehende Modell schon mal das Doppelte oder Dreifache, der Zweisitzer von Antonio Lupi in Smaragdgrün oder die Wanne von Devon & Devon mit einem Sockel aus Calacatta-Gold-Marmor sind ebenfalls deutlich abgehobener. Aber auch Bescheidenheit gehört zum kleinen Badeglück.

Die Schaufenster der Luxus-Sanitäreinrichter mit elfenbeinweissen Schalen und elegant geschwungenen Wannen sind ein immer gleich weit entfernter Traum. Macht aber nichts, denn die baden auch nur mit heissem Wasser. Becken des Begehrens: Kevin Spacey und Mena Suvari in «American Beauty». Foto: imago images/Mary Evans Die Realität in den durchschnittlich 9,1 Quadratmeter grossen Badezimmern Deutschlands sieht eben anders aus als in Limburg oder Rom: ein karg eingerichteter Raum, gekachelt wie eine Metzgerei, oft ohne Fenster, dafür schaltet sich beim Betreten des Raums automatisch der nervös surrende Ventilator ein, in seinem tapferen Bemühen, gegen drohenden Schimmel anzukämpfen. Eine gute Nachricht immerhin, wie die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) im Jahr 2017 ermittelt hat: 76 Prozent aller Deutschen steht eine Badewanne in ihrer Wohnung zur Verfügung.

Wer keine hat, wird nicht müde zu betonen, dass er das Getüm so gar nicht vermisst. Für die Ferien wird dann aber doch gern ein Zimmer inklusive freistehendem Zuber mit Blick auf das Karwendelgebirge gebucht. «Dass zum Zwecke Wasser fliesse und mit reichem, vollem Schwalle zu dem Bade sich ergiesse»: Wer gerne untertaucht, findet sich sogar in Goethes «Zauberlehrling» wieder. Die Wanne ist aus der Geschichte einfach nicht wegzudenken, dazu haben auch viele plakative Filmszenen beigetragen. In Polanskis «Tanz der Vampire» etwa saugt Graf von Krolock der rotgelockten Sharon Tate im Wasser das Leben aus dem Leib, in «American Beauty» schwimmen Rosenblätter im Becken des Begehrens, und in «The Big Lebowski» ist der Badezusatz ein Frettchen.

Und unvergessen, weil tief verankert im Kapitel Badewanne des deutschen Unterbewusstseins: «Herren im Bad» von Loriot. Die Dusche hingegen kann nur «Psycho». Die Badewanne ist der perfekte Rückzugsort. Es rümpft niemand die Nase, wenn es in diesem Intimbereich mal länger dauert – anders als auf der Toilette. In Pandemiezeiten ist das Baden sogar wieder gesellschaftsfähiger geworden.

So hat zum Beispiel die britische Schauspielerin Hellen Mirren im Juni 2021 von ihrem «Lieblingsort» aus, der Badewanne, dem US-Talkshowmaster Jimmy Fallon ein Interview gegeben, mit viel Schaum vorm Bauch. Hier sei sie am liebsten, erzählte sie, während sie mit ihrem Mann plaudere (wie oft sie dabei die Ohren unter Wasser hat, verriet sie allerdings nicht). Fallons Kollege Steven Colbert hingegen hat gleich eine ganze Sendung aus der Wanne moderiert und dabei, wie man es von ihm gewohnt ist, brav einen gut sitzenden Anzug getragen. Jammerschade nur, dass es keine Schaukelbadewannen mehr gibt. In den multifunktionalen Blechwannen, die 1900 auf den Markt kamen, konnte man sich wunderbar beim Baden ins Nickerchen schaukeln und von der See träumen, auch wenn Joachim Ringelnatz einst ätzte: «Die Badewanne prahlte sehr.

Sie hielt sich für das Mittelmeer.» Einer der wenigen guten, weil machbaren Vorsätze für das neue Jahr darf also lauten: Alle mal ausziehen und ins Wasser steigen. Ein bisschen aufweichen in harten Zeiten, das kann aussen wie innen schliesslich nicht schaden. Publiziert: 09.01.

2022, 18:00 .