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Grösster Staudamm Afrikas: Washington Glättet Die Wogen, International

Grösster Staudamm Afrikas: Konflikt um Nilwasser steht vor Lösung

Das Riesenprojekt droht die Wassermenge im Nilbecken zu verringern. Ein langer Streit zwischen den Anrainerstaaten könnte nun mit einem Kompromiss enden. @NZZAusland

17.1.2020

Das Riesenprojekt droht die Wassermenge im Nilbecken zu verringern. Ein langer Streit zwischen den Anrainerstaaten könnte nun mit einem Kompromiss enden. NZZAusland

Das Riesenprojekt im äthiopischen Hochland droht die Wassermenge im Nilbecken zu verringern. Die betroffenen Anrainerstaaten lagen sich deshalb lange in den Haaren. Nun steuern sie auf einen Kompromiss zu.

Anmelden Grösster Staudamm Afrikas: Washington glättet die Wogen Das Riesenprojekt im äthiopischen Hochland droht die Wassermenge im Nilbecken zu verringern. Die betroffenen Anrainerstaaten lagen sich deshalb lange in den Haaren. Nun steuern sie auf einen Kompromiss zu. Markus Spörndli, Nairobi Drucken Teilen Der für Wasserressourcen zuständige Minister aus dem Sudan, Äthiopien und Ägypten (von links nach rechts) bei einem Treffen Anfang Januar in Addis Abeba. EPA Anfang Woche sind hochrangige Delegationen dreier afrikanischer Länder nach Washington geflogen, um einen regionalen Konflikt abzuwenden, der im schlimmsten Fall globale Auswirkungen haben könnte. Ägypten, Äthiopien und der Sudan hatten sich zuvor, unter der Vermittlung der amerikanischen Regierung und der Weltbank, darauf geeinigt, dass der 15. Januar die Deadline für eine Einigung sein sollte. Nach einer Audienz im Oval Office bei Präsident Donald Trump publizierte das amerikanische Finanzministerium am Mittwochabend eine gemeinsame Erklärung der Konfliktparteien. Demnach seien Fortschritte erzielt worden; ein Abkommen werde aber erst Ende Januar in der amerikanischen Hauptstadt fertig ausgehandelt. Der Konflikt wird vor allem zwischen den beiden bevölkerungsreichen Regionalmächten Ägypten und Äthiopien ausgetragen. Stein des Anstosses ist ein riesiger Staudamm, den die äthiopische Regierung vor fast neun Jahren am Oberlauf des Blauen Nils zu bauen begonnen hat. Beim Grand Ethiopian Renaissance Dam (GERD) handelt es sich um das weitaus grösste Wasserkraftwerk in Afrika, das mit einer Leistung von bis zu 6500 Megawatt auch zu den zehn grössten der Welt zählen wird. Der grösste Staudamm Afrikas NZZ / urf. Hoffnung oder Bedrohung? In Äthiopien soll das Kraftwerk die Energieproduktion verdoppeln und die wirtschaftliche Entwicklung vorantreiben. Noch immer ist weniger als die Hälfte der äthiopischen Bevölkerung ans Elektrizitätsnetz angeschlossen; zudem will die Regierung Strom in die Nachbarländer exportieren. In Ägypten hingegen sieht man das Megaprojekt als existenzielle Bedrohung: Die Landwirtschaft, die Trinkwasserversorgung und die Stromversorgung des regenarmen Landes sind stark von der Wassermenge im Nilbecken abhängig – und diese droht besonders in den ersten Jahren nach Inbetriebnahme des GERD drastisch abzunehmen. Dem Washingtoner Treffen gingen vier regionale Verhandlungsrunden voraus, die in den Hauptstädten der Konfliktparteien abgehalten wurden. Der ägyptische Präsident Abdelfatah al-Sisi hatte seinen amerikanischen Amtskollegen bei einem Treffen im September um Vermittlung gebeten. Am vergangenen Sonntag brachte der äthiopische Ministerpräsident Abiy Ahmed plötzlich einen zusätzlichen Mediator ins Spiel: den südafrikanischen Präsidenten Cyril Ramaphosa. Südafrika wird – wie die USA – sowohl in Kairo wie auch in Addis Abeba als Alliierter gesehen. Die politischen Führer Äthiopiens und Ägyptens hatten bisher den Konflikt allerdings eher noch angeheizt. Abiy, der im vergangenen Oktober den Friedensnobelpreis zugesprochen erhielt, meinte nur Tage danach im Parlament, nichts werde Äthiopien vom Bau des Staudamms abhalten: «Wenn es notwendig ist, in den Krieg zu ziehen, können wir Millionen (Soldaten) aufbieten. Wenn die anderen eine Rakete abfeuern, können wir Bomben einsetzen.» Immerhin fügte Abiy noch hinzu, das sei nicht im besten Interesse aller. Al-Sisi seinerseits, der 2013 durch einen Militärputsch an die Macht kam, hatte auch schon mit Waffengewalt gedroht, um den Staudamm zu verhindern. Dreimal der Bodensee Der fast 1800 Meter lange und 155 Meter hohe Damm im äthiopischen Hochland wird bis zu 74 Milliarden Kubikmeter Wasser des Blauen Nils stauen – und somit ein künstliches Gewässer von der dreifachen Grösse des Bodensees schaffen . Ägypten und der Sudan berufen sich auf Verträge, die von der früheren Kolonialmacht Grossbritannien geprägt wurden und die den beiden Gebieten einen Grossteil des Nilwassers zusichern. Äthiopien, das auch während des Kolonialzeitalters unabhängig war, ist nicht Teil dieser Abkommen. Baubeginn war im März 2011, als Ägypten von den Aufständen in der arabischen Welt erfasst wurde. Obwohl der Blaue Nil auch durch den Sudan fliesst (und dort mit dem deutlich kleineren Weissen Nil zusammenkommt), dürfte das Land vom GERD profitieren – weil es dadurch die saisonalen Überschwemmungen eindämmen und mehr Elektrizität importieren kann. Die gemeinsame Erklärung vom Mittwoch deutet darauf hin, dass die Konfliktparteien einem für alle Seiten akzeptablen Kompromiss näherkommen. Der dringendste Streitpunkt besteht in der Geschwindigkeit, mit der der Stausee befüllt wird. Äthiopien plante, dies ab der nächsten Regenzeit innerhalb von vier bis sieben Jahren zu tun, um die Stromproduktion rasch hochfahren zu können. Ägypten befürchtet bei dieser Füllgeschwindigkeit eine Abnahme der Wassermenge des Nils um rund einen Viertel, eine ebenso hohe Verringerung der Stromproduktion des Assuan-Wasserkraftwerks – und einen massiven Verlust an landwirtschaftlich nutzbarem Land. Kairo forderte deshalb eine deutlich längere Füllperiode von 12 bis 21 Jahren. Der Grand Renaissance Dam in Äthiopien ist der grösste Staudamm Afrikas und soll die Stromproduktion des Landes verdoppeln. Zacharias Abubeker / Bloomberg Sicherung globaler Handelsrouten Gemäss Washingtoner Erklärung kann Äthiopien den Stausee nun ab kommendem Juli befüllen, muss aber verhindern, dass dadurch im Sudan und in Ägypten Dürren entstehen. Die Kriterien und Mechanismen für diesen Ausgleich sollen in den kommenden zwei Wochen ausgehandelt werden. Ein Krieg zwischen den Regionalmächten ist damit erst einmal in die Ferne gerückt. Eine Eskalation des Wasserkonflikts würde nicht nur Millionen von Menschen in Gefahr bringen, sondern auch die zentrale globale Handelsroute entlang dem Horn von Afrika und durch den Suezkanal. Das ist wohl einer der Gründe, weshalb sich Washington als Vermittler betätigt. Mehr zum Thema Seit Jahrtausenden ist der Nil das Lebenselixier Ägyptens. Doch längst leben hier zu viele Leute auf zu wenig fruchtbarem Land. Ihr Bedarf an Wasser ist kaum noch zu decken – erst recht, wenn flussaufwärts Afrikas grösster Staudamm in Betrieb geht. Daniel Steinvorth, Kairo Weiterlesen: Neue Zürcher Zeitung

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