«Greta könnte mehr tun»

Bestseller-Autor Jonathan Safran Foer («Tiere essen») erklärt, welche Massnahmen gegen den Klimawandel wirklich helfen.

24.1.2020

«Es ist immer noch eine ethische Frage, ob man Fleisch isst, aber eigentlich haben wir gar keine andere Wahl mehr, als unseren Konsum zu reduzieren.» (Abo+)

Bestseller-Autor Jonathan Safran Foer («Tiere essen») erklärt, welche Massnahmen gegen den Klimawandel wirklich helfen.

Beschreibung des Fehlers* gültige E-Mail-Adresse fehlt Ich soll Sie von meinem Sohn grüssen. Er ist elf und findet, Sie sind ein Held, weil Sie mit Ihrem Buch «Tiere essen» so viele Leute zu Vegetariern gemacht haben. Ist er auch Vegetarier? Er darf nicht. Seine Eltern sagen, er sei zu jung. Und wir essen selber Fleisch. Er soll mir schreiben (notiert seine E-Mail-Adresse auf ein Stück Papier). Was ich ihm nicht gesagt habe: Dass Sie offenbar gar nicht Vegetarier sind, wie Sie in Ihrem neuen Buch «Wir sind das Klima» schreiben. Nun ja, in den letzten zehn Jahren habe ich ab und zu einen Burger gegessen. Ganz wenige. Wenn es mir schlecht ging oder ich in einem Flughafen rumhängen musste. «Darum geht es: Vegetarismus von der Öko-Ecke wegzubringen und zu einem coolen Lebensstil zu machen.» In «Tiere essen» argumentierten Sie mit dem Tierwohl für Fleischverzicht. Nun bezeichnen Sie diesen gar als existenzielle Frage. Wieso? Es ist immer noch eine ethische Frage, ob man Fleisch isst, aber eigentlich haben wir gar keine andere Wahl mehr, als unseren Konsum zu reduzieren. Lange glaubte man, die Massentierhaltung sei für 18 Prozent der CO 2 -Emissionen verantwortlich. Das ist viel, mehr als der gesamte Verkehrssektor, aber man hatte weder das Wachstum der Viehbestände einberechnet noch die Waldflächen, die gerodet werden, um dem Vieh Weideland bereitzustellen. Einige Experten sagen heute, dass Nutztierhaltung 51 Prozent der Emissionen ausmacht. Wie viel Fleischkonsum ist okay? Um die Klimaziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen, sollten Menschen in Europa und den USA 90 Prozent weniger Fleisch konsumieren und 60 Prozent weniger Milchprodukte. Doch das schreckt viele ab, sodass sie gar nichts unternehmen. Es geht beim Fleisch darum, den Konsum zu reduzieren. Wenn Sie also eine klare Ansage brauchen: keine tierischen Produkte vor dem Abend. Wir sind auf gutem Weg. In Amerika haben wir inzwischen mehr Vegetarier als Katholiken. «Schwänzt nicht die Schule, sondern hört auf, Fleisch zu essen.» Der weltweite Fleischkonsum steigt aber an. Es gibt trotzdem Gründe zur Hoffnung. Der grösste: Junge Leute in wohlhabenden Ländern essen weniger Fleisch. Die Golden Globes waren vegan, die Oscars werden es sein – und darum geht es: Vegetarismus von der Öko-Ecke wegzubringen und zu einem coolen Lebensstil zu machen. Und siehe da: Fastfood-Restaurants haben seit kurzem alle einen veganen Burger. Nicht, weil der CEO von Burger King ein umweltbewusster Typ ist, sondern weil die Leute es wollen. Der Geschmack der Leute ändert sich schnell. Wieso Fleisch nicht gleich mit einer Klimasteuer besteuern? Das würde bedeuten, dass wir Fleisch künstlich teuer machen. Es würde aber reichen, wenn es nicht künstlich günstig wäre. Die Regierung subventioniert nämlich die Fleisch- und Landwirtschaft. Tierische Produkte sollten so viel kosten, wie sie wirklich kosten. Meine Forderung ist letztlich nichts anderes, als den freien Markt spielen lassen. Mal sehen, ob die Leute bereit wären, 30 Franken für einen Burger zu bezahlen. Wäre künstliches Fleisch erhältlich, würde sich das Problem von allein lösen. Natürlich wäre das toll. Das künstliche Kuhfleisch soll geschmacklich offenbar nahe beim Kobe-Beef sein. Und es ist günstiger und gesünder. Doch ich weiss nicht, wann das kommt. Warten darauf können wir nicht. Jonathan Safran Foer: «Wir sind das Klima». Übersetzt von Stefanie Jacobs und Jan Schönherr. Kiepenheuer & Witsch, 2019. 328 S., ca. 35 Fr. Greta Thunberg war am WEF, wo sie klagte, dass ihr alle zuhören würden, aber danach niemand handle. Kommt Ihnen das bekannt vor? Greta unterschätzt sich. Sie bewegt die Leute, dank ihr erschienen mehr Medienberichte über den Klimawandel. Das ist ein riesiges Verdienst. Noch besser wäre, wenn sie konkrete Verhaltensänderungen fordern würde. Nicht nur von der Politik, sondern von ihren Anhängern. Zum Beispiel? Schwänzt nicht die Schule, sondern hört auf, Fleisch zu essen. Gretas Anhänger sind Menschen, die leicht zu überzeugen sind, weil sie schon dieselbe Meinung wie sie haben. Von den vielen anderen Jugendlichen, denen das Klima egal ist, redet niemand. Die grosse Mehrheit, ob jung oder alt, links oder rechts, akzeptiert die wissenschaftlichen Fakten. Wir sind besessen von Klimaleugnern wie Trump. Doch es geht nicht darum, diese zu zu überzeugen. Das Problem sind jene Leute, die eigentlich wissen, was zu tun ist, aber trotzdem nicht genügend unternehmen. Da zähle ich mich übrigens dazu. «Wenn der Klimawandel durch Broccoli-Verzicht gestoppt werden könnte, wäre der Planet morgen gerettet.» Was sind die Gründe für diese Passivität? Jeder hat seine eigenen Gründe. Die einen glauben, dass irgendein Genie irgendwann eine Wundertechnologie erfinden wird, damit wir unser Leben nicht ändern müssen. Welches ist Ihr Grund? Wieso essen Sie Fleisch? Weil es so gut schmeckt. Genau, weil es hart ist, ein Vergnügen aufzugeben. Wenn der Klimawandel durch Broccoli-Verzicht gestoppt werden könnte, wäre der Planet morgen gerettet. Ausserdem ist der Klimawandel abstrakt und vermeintlich weit weg. Wäre Ihr Kind am Ertrinken und jemand sagte: «Hör auf mit dem Fleisch, dann wird es gerettet» – Sie würden sofort damit aufhören. Sie propagieren persönlichen Verzicht. Ist das nicht zu viel Verantwortung für den Einzelnen? Dass viele Einzelne den Planeten retten können, ist ein Mythos. Aber es ist auch ein Mythos, dass wir nichts tun können. Die Klimaproblematik lässt sich nicht auf rauchende Fabrikschlote und Eisbären hinunterbrechen. Es braucht beides: politische Lösungen und ein gleichzeitiges Umdenken in den Köpfen der Menschen. Weil die politischen und technologischen Lösungen nirgends zu sehen sind, sollten wir mit den persönlichen beginnen. Die effizientesten Massnahmen sind: Sich pflanzlich ernähren, Flugreisen vermeiden, autofrei leben und ein Kind weniger bekommen. Wie schätzen Sie eigentlich Obamas Klima-Politik ein? Er war eine schreckliche Enttäuschung, was die Umwelt angeht. Aber auch Hillary hätte nicht viel mehr getan. Viele verachten Trump, weil er die USA aus dem Pariser Abkommen genommen hat. Aber die Schweiz macht nicht viel mehr. Niemand tut das – ausser Marokko und Gambia. Das sind die einzigen Länder, die auf Pariser Kurs sind. Trump ist übrigens gut fürs Klima. Durch seine absurden Statements hat er viele Leute dazu gebracht, ihre Vernunft einzuschalten. Berichten die Medien zu viel oder zu wenig über den Klimawandel? Man kann nicht zu viel darüber berichten. Das Bewusstsein für den Klimawandel hat sicher mit der intensiven Berichterstattung zu tun. Darunter gibt es auch viele Klima-Apokalyptiker. Erzeugen deren drastische Szenarien nicht das Gegenteil: dass die Menschen erschöpft sind vom Thema? Die Wahrheit ist nie kontraproduktiv. Auch ich habe das Buch von David Wallace Wells gelesen, wo er Tsunamis beschreibt, die New York zerstören werden. Nach 20 Seiten war ich fix und fertig. Doch andere Leser hat er damit erreicht. Es gibt viele Arten, über den Klimawandel zu schreiben. Ich habe mich in meinem Buch für den persönlichen Weg entschieden: Wieso mache ich zu wenig? Warum erziehe ich meine Kinder zu Vegetariern, aber fahre immer noch Auto? Sie klingen im Buch mitunter auch pessimistisch: Die Menschheit, sollte sie die Erderwärmung überleben, erliege dann der nächsten Katastrophe. Der Klimawandel bringt uns nicht um. Er wird bei Untätigkeit aber grossen Teilen der Menschheit grosses Leiden bringen und auch unsere Lebensqualität vermindern. Wenn wir als Spezies die Herausforderung des Klimawandels nicht lösen können, dann habe ich tatsächlich wenig Hoffnung für die langfristige Zukunft der Menschheit. Lösen wir die Herausforderung? Das werden wir. Doch. Das werden wir. Erstellt: 24.01.2020, 13:58 Uhr Weiterlesen: Tages-Anzeiger

Und vor allem müssen wir die Lektüre von Büchern aufs absolute Minimum reduzieren, die einen solchen Schwachsinn propagieren.

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