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Geigen, Geld, Gaunereien - und ein Geigenkrieg in der Schweiz

Im Handel mit Meisterinstrumenten geht es nicht immer mit rechten Dingen zu. Aber muss es gleich zum Geigenkrieg kommen – und das in der Schweiz?

25.1.2020

Im Handel mit Meisterinstrumenten geht es nicht immer mit rechten Dingen zu. Aber muss es gleich zum Geigenkrieg kommen – und das in der Schweiz?

Wer ein Top-Instrument zu kaufen meint und dabei auf die Nase fällt, hat wenig zu lachen. Aber die Trias von Geigen, Geld und Gaunereien gibt allemal gute Geschichten her.

Drucken Teilen Kostbar – und garantiert echt: Diese von Girolamo Amati geschaffene Bratsche wurde mit modernsten wissenschaftlichen Mitteln analysiert. Rechts das Lackbild unter UV-Strahlung. Jan Röhrmann Das ist Geigenfolter! Meister und Geselle lassen das Instrument in einer Art Tischhockey über die Werkbank hin und her sausen, um der Unterseite im Schnellverfahren die Spuren langjährigen Gebrauchs zu verleihen. Andere Partien traktiert man mit einem rauen Rosshaarlappen; die Stelle, wo in früheren Zeiten der Kopf des Spielers direkt auf der Geige ruhte, wird vor der Abreibung noch angewärmt und befeuchtet, damit sie von «Hitze und Schweiss schmutziger Kinne» zeugt. Und nicht zu vergessen: «Trommeln Sie mit langen Fingernägeln auf eine kleine Stelle rechts vom Griffbrett. Das deutet auf ein paar hundert Jahre Pizzicato hin.» Dies sind nur einige der Tricks, die ein Geigenfälscher 1885 notiert hat; dank ihnen wurde «aus einer unfertigen Geige im Wert von zehn Lire eine echte Meistervioline der klassischen Schule». Erfindungsgeist und Mühe waren gut investiert, denn auf diesem Markt war – und ist – Geld und immer mehr Geld zu holen. Meister kopieren Meister In seiner grossen Kulturgeschichte der Violine rechnet David Schoenbaum vor, dass der Wert von Antonio Stradivaris Bürgerhaus an der Piazza San Domenico in Cremona 1737, im Todesjahr des Meisters, etwa dem von 42 seiner Instrumente entsprach. Der Geigenbauer und -händler Jean-Baptiste Vuillaume hätte gut hundert Jahre später nur noch fünfzehn Stradivari-Geigen verkaufen müssen, um sein wesentlich feudaleres Anwesen in der Pariser Vorstadt zu finanzieren. Und die Kurve wird steiler. 1971 machte Stradivaris «Lady Blunt» Schlagzeilen, als sie für 84 000 britische Pfund versteigert wurde; vierzig Jahre später erzielte dieselbe Violine 9,8 Millionen Pfund. Die «Lady Blunt» war auch durch Vuillaumes Hände gegangen; dieser arbeitete selbst erfolgreich – und ohne Fälschungsabsicht – nach dem Vorbild der alten Cremoneser Meister. Seine Stradivari-, Guarneri- und Amati-Kopien kosteten zehnmal weniger als die Originale; sie waren aber so beliebt, dass Vuillaume sie dreimal teurer verkaufen konnte als alte Instrumente von heute hochgeschätzten Italienern wie Balestrieri und Mantegazza. Geschickte Kopisten waren vielerorts am Werk, und die zwischen 1885 und 1927 in London tätigen Brüder William, Alfred und Charles Voller zählten zu den Besten des Fachs. Sogar der Londoner Geigenpapst Charles Beare würdigte ihre Imitate als «gefährlich überzeugend»; das stellte für manche Zwischenhändler eine Versuchung dar. So avancierte eine ihrer Geigen, die sie für 45 Pfund an die Handelsfirma Balfour & Co. verkauften, unversehens zur «echten» Stradivari, die für 2500 Pfund über den Tisch ging. Obwohl William Voller intervenierte und die «Balfour Strad» als Kopie entlarvte, geisterte sie noch jahrzehntelang durch die einschlägigen Märkte. Im Gegensatz zu Vuillaume, der stets Ruhm und Wertschätzung genoss, wurden die Vollers lange mit den zwielichtigen Sphären des Geigenhandels assoziiert. Heute aber sind ihre Geigen zunehmend begehrt: «Mittlerweile besteht – ironisch genug – das Risiko, dass jemand versucht sein könnte, ein minderes Instrument mit dem Namen Voller aufzuwerten», konstatiert der britische Geigenbauer John Dilworth. Der Name macht den Wert Dieses «Promovieren» von Instrumenten hat Tradition, wo betrügerische Absicht am Werk ist. 1882 wurde gegen den Geigenhändler Georges Chanot Klage erhoben, weil er einen Herstellerzettel des Cremoneser Meisters Carlo Bergonzi in eine weniger kostbare Geige transferiert hatte, die dann für entsprechendes Geld die Hand wechselte. Die Kunden kauften halt nicht, wenn kein Name draufstehe, sagte Chanot vor dem Kadi und erntete schallendes Gelächter. Die Aufwertung eines Instruments durch einen verpflanzten oder gefälschten Zettel ist allerdings eine wohlfeile Methode. Weniger einfach machte es sich der Brite David Laurie: Er zerlegte drei Violinen, in denen Elemente von Stradivari-Geigen mit von anderer Hand geschaffenen Bestandteilen ergänzt worden waren; was vom Meister stammte, fügte er zu einer Geige zusammen, die er dann als «in allen Teilen echte» Stradivari anbot. Die Zuschreibung war korrekt – und dennoch ein Etikettenschwindel, der Laurie vor Gericht und zeitweilig um seinen guten Namen brachte. Chanots Bemerkung tönte naiv, doch dem Sinn nach traf sie ins Schwarze. Ein Streichinstrument kann noch so schön klingen, seinen Marktwert erhält es erst durch die gesicherte Provenienz aus der Werkstatt eines namhaften Geigenbauers. Den Musikern, meint man, könne das recht sein, denn in der Praxis zählten vor allem Ton und Spielbarkeit; aber gerade für sie kann die Richtigkeit der Zuschreibung von existenzieller Bedeutung sein, weil ein Meisterinstrument oft auch als finanzielle Absicherung fürs Alter erworben wird. Selbstverständlich stehen Geigenbauer und -händler in aller Regel mit ihrer Kompetenz und Berufsehre für die Korrektheit und Fairness ihrer Angebote ein. Aber zum einen gibt es Instrumente, die sich auch kundigster Analyse widersetzen – so etwa die Bratsche, die einer Musikerin fälschlicherweise als Werk eines italienischen Meisters verkauft worden war. Als sie, durch Krankheit zur Aufgabe ihrer Karriere gezwungen, das Instrument veräussern musste, wollte sie zuvor wenigstens dessen Provenienz klären lassen; erstrangige Fachleute prüften die Bratsche in einer Goodwill-Aktion fast unentgeltlich mit allen heute verfügbaren Mitteln der Expertise – doch ohne Erfolg. Zum anderen können die Aura edler Streichinstrumente und das Charisma eines gewieften Händlers gelegentlich zu kollektiver Blindheit seitens der Klientel führen. Exemplarisch dafür steht der inzwischen zu Fall gekommene Dietmar Machold, der sein Handelsimperium und seinen feudalen Lebensstil mit einem ausufernden System von Hinterziehungen und Betrug mehr als ein Jahrzehnt lang in Schwung hielt. Bot er einer Bank zwei Stradivaris als Sicherheit für einen Millionenkredit, nahm man die Instrumente gläubig an. Erst als sich Klagen gegen den Händler häuften, kam den Geldgebern die Idee, die Geigen von einem anderen Fachmann überprüfen zu lassen – der sie sofort als Kopien im Wert von wenigen tausend Euro erkannte. Geigenkrieg in Bern Die Tatsache, dass der Händler oft zugleich als Experte amtet, ist ein heikler Punkt im Geigenhandel. Aber dass daraus gleich ein «Geigenkrieg» erwächst – und obendrein in der Schweiz? Doch, das gab es, und die 1958 abgehaltene Schlussrunde des Gerichtsverfahrens, in dessen Zentrum der Berner Geigenhändler Henry Werro stand, wurde zum international beachteten Showdown zwischen der klassischen stilkundlichen Analyse, bei der Instrumente von Geigenfachleuten aufgrund gestalterischer Merkmale einem Meister zugeordnet werden, und einer durch moderne wissenschaftliche Mittel ergänzten Expertise. Der Zürcher Experte Johannes G. Leuthold beleuchtet den Geigenkrieg im grösseren Kontext Weiterlesen: Neue Zürcher Zeitung

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