Französische Krisendiplomatie - Macrons Telefonat mit Putin: Ausloten, ob Konfrontation ansteht

Im Ukraine-Konflikt gehen die diplomatischen Gespräche auf verschiedenen Ebenen weiter.

Wladimirputin, Emmanuelmacron

28.01.2022 18:07:00

Die Präsidenten Russlands und Frankreichs, WladimirPutin und EmmanuelMacron, haben nach Agenturberichten wie angekündigt zusammen telefoniert.

Im Ukraine-Konflikt gehen die diplomatischen Gespräche auf verschiedenen Ebenen weiter.

Putin wies nach Kremlangaben aber auch darauf hin, dass die Hauptsorgen Russlands in den Antworten nicht berücksichtigt worden seien. Dazu gehörten das geforderte Ende der Ausdehnung der Nato, der Verzicht auf Angriffswaffen in der Nähe der russischen Grenzen und auch der Rückzug des militärischen Potenzials sowie der Infrastruktur des Blocks auf die Positionen von 1997. Damals war die Russland-Nato-Grundakte unterzeichnet worden.

Ignoriert der Westen die Grundsätze der OSZE?Ignoriert worden seien von den USA und ihren Verbündeten auch die Schlüsselfrage der «Unteilbarkeit» der Sicherheit. Das sei etwa in den Grundsätzen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und anderen Dokumenten festgeschrieben, hiess es.

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Putin forderte erneut verbindliche Garantien für die Sicherheit in Europa. Das teilte der Kreml nach dem Telefonat mit. Putin sagte demnach auch, dass Russland nun die schriftlichen Antworten der USA und der Nato auf seine Vorschläge analysiere und dann weitere Schritte festlege. Putin wies nach Kremlangaben aber auch darauf hin, dass die Hauptsorgen Russlands in den Antworten nicht berücksichtigt worden seien. Dazu gehörten das geforderte Ende der Ausdehnung der Nato, der Verzicht auf Angriffswaffen in der Nähe der russischen Grenzen und auch der Rückzug des militärischen Potenzials sowie der Infrastruktur des Blocks auf die Positionen von 1997. Damals war die Russland-Nato-Grundakte unterzeichnet worden. Ignoriert der Westen die Grundsätze der OSZE?Ignoriert worden seien von den USA und ihren Verbündeten auch die Schlüsselfrage der «Unteilbarkeit» der Sicherheit. Das sei etwa in den Grundsätzen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und anderen Dokumenten festgeschrieben, hiess es. Damit meint Moskau, dass ein Land seine eigene Sicherheit nicht auf Kosten der Interessen eines anderen Staates festigen darf. Damit begründet Russland seinen Widerstand gegen die Aufnahme der Ukraine in die Nato, weil es das Vorrücken des Militärblocks für eine Bedrohung hält. Putin fordert Sonderstatus im DonbassRussland sieht sich durch eine jahrhundertelange Geschichte mit Teilen der Ukraine verbunden und kritisiert, dass die USA und die Nato das Land zu ihrem Einflussbereich erklärt hätten – ohne Rücksicht auf Moskaus Interessen. Putin habe zudem erneut auf die Erfüllung von Kiews Verpflichtungen im Minsker Friedensabkommen gepocht und auf den geplanten Sonderstatus für die abtrünnigen ostukrainischen Gebiete im Donbass hingewiesen, hiess es in der Kremlmitteilung. Frankreich kündigte im Vorfeld an, Präsident Emmanuel Macron werde beim Telefonat mit Putin ausloten, ob dieser «Konsultationen oder Konfrontation» wolle. Der Ball liege in Putins Feld, sagte Aussenminister Jean-Yves Le Drian dem Sender RTL. Putin und Macron seien aber übereingekommen, den Dialog fortzusetzen. Lawrow will Blinken erneut treffenIn Paris hatte es zum bisher nicht erfüllten Abkommen von Minsk erstmals wieder direkte Gespräche zwischen Moskau und Kiew gegeben – unter deutsch-französischer Vermittlung. Einfach erklärt: Worum es im «Minsker Abkommen» geht Box aufklappen Box zuklappen Im Ukraine-Konflikt ist oft die Rede vom zweiten «Minsker Abkommen», das Wladimir Putin umgesetzt haben möchte. Das im Februar 2015 von François Hollande (F), Angela Merkel (D), Petro Poroschenko (Ukr) und Wladimir Putin (Ru) ausgehandelte Abkommen sieht für die Gebiete im Osten der Ukraine eine sehr hohe Unabhängigkeit von der Regierung in Kiew vor. Es wird in aller Regel als vorteilhaft für Russland und nachteilig für die Ukraine wahrgenommen. Seit der Unterzeichnung herrscht Uneinigkeit über die konkrete Umsetzung. Zu den 13 Punkte des Abkommens gehören u.a.: Dokumentation: Das Minsker Abkommen vom 12. Februar 2015 (bpd.de) Dabei wurde vor allem das Bekenntnis zur Waffenruhe in der Konfliktregion bekräftigt. Weitere Themen des Telefonats seien der Kampf gegen die Corona-Pandemie, das Atomabkommen mit dem Iran und Fragen der russisch-französischen Zusammenarbeit gewesen. Lawrow sagte derweil, er strebe ein Treffen mit seinem US-Amtskollegen Antony Blinken in den kommenden Wochen an.