Frankreichs spätes Gedenken – Das vertuschte Massaker von Paris

Vor 60 Jahren töteten französische Polizisten mehr als 120 friedlich demonstrierende Algerier. Bis heute gibt es kaum Aufklärung. (Abo)

17.10.2021 22:12:00

Vor 60 Jahren töteten französische Polizisten mehr als 120 friedlich demonstrierende Algerier. Bis heute gibt es kaum Aufklärung. (Abo)

Vor 60 Jahren töteten französische Polizisten mehr als 120 friedlich demonstrierende Algerier. Die Leichen trieben tagelang in der Seine. Bis heute gibt es kaum Aufklärung.

Publiziert heute um 17:20 Uhr2 KommentareZahlreiche algerische Demonstranten wurden am 17. Oktober 1961 festgenommen.Foto: Fernand Parizot (Getty Images)Der 17. Oktober 1961 wirft bis heute einen dunklen Schatten auf die Französische Republik. Damals demonstrierten mehr als 25’000 Algerier in Paris für die Unabhängigkeit ihres Heimatlandes und gegen eine rassistische Ausgangssperre. Es war ein friedlicher Protest, auch Frauen und Kinder nahmen teil. Die Pariser Polizei reagierte mit extremer Härte. Mindestens 12’000 Algerier wurden inhaftiert, um sie daran zu hindern, ins Stadtzentrum zu kommen.

Im Verlauf der Nacht wurde aus der Repression ein Massaker. Polizisten schlugen die Algerier mit Knüppeln und Gewehrkolben. Sie griffen zu ihren Dienstrevolvern und erschossen die Unbewaffneten. Die Leichen warfen sie in die Seine. Zeugen berichten von Szenen einer Menschenjagd. Am nächsten Tag lautete die offizielle Bilanz der Nacht: drei Tote.

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