Forscher fordern viel tiefere Grenzwerte für Pestizide

Eine neue Methode zur Messung von Pestiziden im Wasser bringt die Zulassungsbehörden unter Zugzwang. (Abo+)

10.11.2019

Eine neue Methode zur Messung von Pestiziden im Wasser bringt die Zulassungsbehörden unter Zugzwang. (Abo+)

ETH-Wissenschaftler finden mit einer neuen Messmethode giftige Substanzen in Bächen. Das hat tief greifende Konsequenzen für die Zulassungspraxis.

Doch was die Wissenschaftler des zum ETH-Bereich gehörenden Wasserforschungsinstituts Eawag entdeckten, rückt die Bewilligungspraxis dieser Umweltgifte in ein anderes Licht: Die Forscher haben mit der neuen Messmethode Wasser aus sechs Bächen analysiert. Das überraschende Resultat: Nur ein einziger Bach war sauber. In allen anderen haben die Wissenschaftler insgesamt neun dieser besonders problematischen Insektizide gemessen. Dabei lagen die Konzentrationen stets über den für diese Lebewesen tödlichen Werten.

Die Befunde des ETH-Instituts kommen zu einem für Bauern höchst ungelegenen Zeitpunkt: Denn die Bundesbehörden überarbeiten gerade die Gewässerschutzverordnung. Der bis jetzt für alle Pflanzenschutzmittel gültige Einheitsgrenzwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter Wasser soll abgeschafft werden. Das eidgenössische Departement für Umwelt und Verkehr (Uvek) hat im Entwurf der neuen Verordnung für einige Pestizide viel tiefere Grenzwerte vorgeschlagen – unter anderem auch für einige der von den Forschern nachgewiesenen Substanzen.

Werden die Grenzwerte aller von den Forschern nachgewiesenen Substanzen in den kommenden Monaten tatsächlich gesenkt, wird dies handfeste Konsequenzen haben, wie das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) bestätigt: «Wenn es bei einem Pflanzenschutzmittel in Gewässern regelmässig zu Überschreitungen des Grenzwertes kommt, wird die Zulassungsbewilligung des Pflanzenschutzmittels überprüft. Das kann zu einem Verbot des Mittels führen», sagt BLW-Sprecher Olivier Félix. Zwei der Stoffe hat das BLW vor wenigen Wochen – aus anderen Gründen –bereits von der Liste der erlaubten Pestizide gestrichen. Der Berner Umweltdirektor Christoph Neuhaus ruft das BLW zu konsequentem Handeln auf: «Kritische Stoffe gehören verboten, wenn sie die Grenzwerte überschreiten. Alles andere ist Augenwischerei.»

Weiterlesen: Tages-Anzeiger

Die Hersteller und die Bauern sollen für den von Ihnen verursachten Schaden haften. Ein Gericht soll dies beurteilen und allenfalls geeignete Massnahmen anordnen. Die Zulassungsbehörden haben ja bewiesen, dass sie ihrer Aufgabe nicht gewachsen sind. Also abschaffen. Kantonschemiker wann kommt , dass da auch mal andere Rückstände thematisiert und feiner gemessen werden?

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