Extreme Wasserknappheit – Italien vertrocknet

25.06.2022 16:00:00

Die Not im Norden ist dramatisch, der Erzbischof von Mailand lässt für Regen beten.

Die Not im Norden ist dramatisch, der Erzbischof von Mailand lässt für Regen beten.

Die Not im Norden ist dramatisch, der Erzbischof von Mailand lässt für Regen beten. Doch die Trockenheit ist auch selbstverschuldet: Italien verschwendet sein «Oro blu», das blaue Gold.

53Im Winter schneite es viel weniger, dann regnete es 120 Tage nicht, und nun kam die Hitze: Der Po (hier bei Castel San Giovanni in der Nähe von Piacenza) führt so wenig Wasser wie seit 70 Jahren nicht mehr.Foto: Pierpaolo Ferreri (Keystone)

Wenn alle Hoffnung zu weichen droht, kommt Gott ins Spiel. Mario Delpini, der Erzbischof von Mailand, ruft zum Beten auf für etwas Regen. Italien trocknet aus, vor allem der Norden. In vielen Regionen regnet es seit drei, vier Monaten nicht mehr, es ist eine Katastrophe. Da helfen auch Sommergewitter nichts, sie verdampfen wie leere Versprechungen.

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53 53 Im Winter schneite es viel weniger, dann regnete es 120 Tage nicht, und nun kam die Hitze: Der Po (hier bei Castel San Giovanni in der Nähe von Piacenza) führt so wenig Wasser wie seit 70 Jahren nicht mehr.24.Publiziert heute um 05:07 Uhr 5 Der Kapitalismus wird kommunistisch: Warum dann nicht die Firma den Kundinnen und Kunden verkaufen? Illustration: Cristina Estanislao Dass ein Supermarkt wie die Migros dazu aufruft, über sein Biersortiment abzustimmen, das ist vielleicht der Vorbote einer neuen Welt.43 Prozent der Gasimporte in die Schweiz stammten letztes Jahr aus Russland.

Foto: Pierpaolo Ferreri (Keystone) Wenn alle Hoffnung zu weichen droht, kommt Gott ins Spiel. Mario Delpini, der Erzbischof von Mailand, ruft zum Beten auf für etwas Regen.2022 4. Italien trocknet aus, vor allem der Norden. Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo. In vielen Regionen regnet es seit drei, vier Monaten nicht mehr, es ist eine Katastrophe. Die USA wollen offenbar «Vorschläge ausrollen, um den Druck auf Russland zu erhöhen und unsere gemeinsame Unterstützung der Ukraine zu demonstrieren», zitiert Reuters einen US-Regierungsmitarbeiter. Da helfen auch Sommergewitter nichts, sie verdampfen wie leere Versprechungen.

Die Felder sind hellbraun bis gelblich wie sonst im Hochsommer, die grossen Flüsse sind zu traurigen Rinnsalen geworden. Militärische Unterstützung oder auch die Erhöhung militärischer Präsenz an der Nato-Ostflanke dürfte vor allem beim Nato-Gipfel von Ende Juni Thema werden. Der Po etwa, Lebensader und Fruchtbarkeitsmythos im oberen Teil des Landes, führt so wenig Wasser wie seit siebzig Jahren nicht mehr. Und da der Fluss schwach ist, nimmt sich die Adria ein Stück des Deltas: Salzwasser verdrängt Süsswasser. Brozus auf Anfrage: «Ein Diskussionspunkt könnte die Frage sein, ob sich die derzeit eingefrorenen Auslandreserven der russischen Zentralbank heranziehen lassen, um die Schäden in der Ukraine zu kompensieren. Das Wasser wird rationiert Auch die Seen haben so tiefe Wasserstände wie selten. Nur dem Lago di Garda, Italiens grösstem See, geht es vergleichsweise gut. «Dies trifft die Staaten des globalen Südens härter als die wohlhabenden G7-Staaten.

Nun erging ein Appell an die Verwaltungsbehörde der Region, die Comunità del Garda möge die Schleusen öffnen: 20 bis 30 Kubikmeter pro Sekunde mehr Seewasser für den Po in Not. Doch die Gardesani winkten ab. 07. Nicht etwa, weil sie nicht solidarisch wären, wie sie beteuerten. Sondern weil der Po mindestens 500 Kubikmeter pro Sekunde bräuchte, um sich zu erholen.2015/Tobias Hase 5. Oder anders: Würde man am Gardasee die Abflussmenge um 30 Kubikmeter erhöhen, wäre das riskant für den See selbst, und dem Po würde das nichts bringen.

Ähnliche Argumente führen auch andere, von der Trockenheit weniger betroffene Regionen an – und behalten ihre Reserven für sich, für schlechtere Zeiten. Indien pflegt enge Kontakte nach Russland, kauft dort Waffen und Öl. Manche Bürgermeister im Norden haben das Wasser in ihren Kommunen schon rationiert, oder sie stellen es in der Nacht ganz ab. Swimmingpools, Autowaschanlagen, Gemüsegärten? Was nicht unbedingt sein muss, soll kein Trinkwasser mehr bekommen. Indonesien hat den G20-Vorsitz inne, wo auch Russland Mitglied ist und Wladimir Putin zum G20-Treffen im Herbst auf Bali erwartet wird. WWF Italien appellierte an die Bürgerinnen und Bürger, sie möchten doch weniger duschen und weniger waschen. In Rom denken sie jetzt wieder darüber nach, ob nicht alle «nasoni», wie die berühmten kleinen Trinkfontänen der Stadt heissen, mit Drehhähnen versehen werden müssten, damit sie nicht mehr ständig laufen. Argentinien wiederum könnte für die G7 zum wichtigen Verbündeten werden: Das Land exportiert Soja, Mais, Weizen und verfügt über die zweitgrössten Ölschiefer-Lagerstätten der Welt.

Besondere Sorgen bereitet die Bestellung der Felder: Fehlt das Wasser, fallen die Ernten dürftiger aus, und Früchte geraten zu klein. Der Bauernverband Confagricoltura schätzt die Schäden für die italienische Landwirtschaft auf zwei Milliarden Euro. 6. Italien leidet an der Unfähigkeit, das «Oro blu», das blaue Gold, gebührend zu schützen. Der Staat müsse helfen, wird nun wieder gefordert: mit der Verhängung des Notstandes, mit Ausfallzahlungen. Die Beamten bauen ihre Standorte auch in Alphütten auf. Es ist das alte Lied, sagen die, die immer warnen und wieder Recht bekommen.

Italien leidet nämlich nicht nur unter fehlendem Regen und extremer Trockenheit, die in Folge des Klimawandels immer häufiger und dramatischer auftritt. In München sind mehrere Grossdemonstrationen von Klimaschützern und Umweltaktivistinnen angesagt. Es leidet auch an seiner eigenen, hausgemachten Unfähigkeit, das «Oro blu», das blaue Gold, gebührend zu schützen. Das nationale Leitungsnetz ist derart desolat und dessen Bewirtschaftung durch die Gemeinden so kleinteilig, dass jedes Jahr viel Trinkwasser völlig unnötig auf dem Weg zu den Haushalten und in die Wirtschaft verloren geht – denkwürdige 42 Prozent, wie es eine Studie des staatlichen Statistikamtes Istat erst neulich aufzeigte. Fast die Hälfte des Wassers versickert also irgendwie und irgendwo. Das ist, historisch gesehen, umso bemerkenswerter, als es die alten Römer waren, die mit ihrem System der Aquädukte spektakuläre neue Standards bei der Wasserverteilung gesetzt hatten.

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