«Es ist wie bei einem klassischen Wochenendkater»

«Wir stellen die These auf, dass eine rauschfreie Gesellschaft unsinnig ist, und wollen darüber nüchtern mit Experten aus Forschung und Therapie diskutieren.» (Abo+)

22.1.2020

«Wir stellen die These auf, dass eine rauschfreie Gesellschaft unsinnig ist, und wollen darüber nüchtern mit Experten aus Forschung und Therapie diskutieren.» (Abo+)

Das Minifestival «Trockener Januar» widmet sich Psychedelika – inklusive LSD-Microdosing-Workshop. Veranstalterin Natalie Brunner erklärt, wieso das kein Widerspruch ist.

Beschreibung des Fehlers* gültige E-Mail-Adresse fehlt Der Monat Januar ist wegen des Nebels und der fehlenden Ferien eine deprimierende Zeit. Wieso ausgerechnet im Januar trocken sein? Genau! Viele Leute nehmen sich alle möglichen Sachen vor, wenige schaffen es schlussendlich, diese Vorsätze umzusetzen. Es ist wie bei einem klassischen Wochenendkater und der Aussage «Ich trinke nie wieder Alkohol». Beim nächsten Apéro ist das dann schnell wieder vergessen. Der Titel «Trockener Januar» ist deshalb mit einem Augenzwinkern gemeint. Die Leute sollen bechern? Wir widmen den Monat Januar der Berauschung, abseits von Alkohol. Wir stellen die These auf, dass eine rauschfreie Gesellschaft unsinnig ist, und wollen darüber nüchtern mit Experten aus Forschung und Therapie diskutieren. Substanzen werden konsumiert, und das ist, wenn man den Abwasseranalysen der Stadt Zürich Glauben schenkt, ein messbarer Fakt. Menschen haben sich seit jeher berauscht, ob gedankenlos, exzessiv, zum Abschalten vor der Realität oder aus spiritueller Motivation. Die Frage ist, wie schaffen wir es, die Menschen aufzuklären und auf Gefahren hinzuweisen? Unser Ziel ist, Halbwissen und verschobenen Moralvorstellungen entgegenzuwirken. Es findet ein LSD-Microdosing-Workshop statt. Wie muss man sich das konkret vorstellen? Mit den Acid-Tests der 60er-Jahre in Kalifornien hat das nichts zu tun. Es wird also kein LSD abgegeben. Wir möchten interessierte Personen, User und fachkundige Personen zusammenbringen, um Erfahrungen sowie Informationen auszutauschen. Es gibt immer mehr Berichte über das gesellschaftliche Phänomen des «Psychedelic Enhancement». Das Interesse daran scheint sehr gross zu sein. Wie erklären Sie sich den Microdosing-Trend in Zürich? Es ist zunächst ein weltweiter Trend, der seit zwei Jahren auch Zürich erreicht hat. Aber es ist auch so, dass die Schweiz nicht nur durch LSD-Entdecker Albert Hofmann eine besondere Beziehung zu dieser Substanz hat, sondern speziell Zürich weltweit führend ist in der Psychedelikaforschung. «Ausgerechnet die Verblödungsdroge Alkohol ist legal und wird überall beworben.» Nathalie Brunner, Kulturmanagerin und DJ Ist Microdosing eher Doping oder Bewusstseinserweiterung? Wahrscheinlich beides, wobei es beim Kleinstdosieren psychedelischer Substanzen nicht um das Erreichen eines Rauschzustandes geht, sondern dieser meistens dazu genutzt wird, um die Kreativität zu steigern oder Depressionen entgegenzuwirken: eine Therapieform, deren Wirkung und Nebenwirkungen kaum erforscht sind, weil die meisten Substanzen illegal sind und darum nur sehr wenige Wissenschaftler damit forschen. Täuscht es oder ist ein Comeback von LSD, gerade auch in der Partyszene, bemerkbar? Schwer zu sagen, ich glaube nicht, dass eine Party der richtige Ort ist, um mit Psychedelika zu experimentieren. Es ist mitunter sehr gefährlich, weil die Dosierungen nicht klar sind und bei einem falschen Set und Setting psychische Traumata entstehen können. Ich kenne Menschen die von ihren «Trips» nicht mehr runtergekommen sind und in ihrem Paralleluniversum weiter im Kreis fliegen. Zum Teil glücklich, aber nicht mehr gesellschaftsfähig. Umso wichtiger sind Angebote wie die Awareness-Teams von Eve & Rave oder die Testlabore vom Drogeninformationszentrum Zürich auf Festivals und Partys. Was im «trockenen Januar» im Kosmos los sein wird: Das Programm des Festivals Wie muss man sich den «Free Tripping»-Anlass vorstellen? Man darf es sich auf unserem kuscheligen Teppich gemütlich machen und sich, ganz ohne Zusätze, berauschen lassen. «Free Tripping» bedeutet in erster Linie «Eintritt frei». Wie «high» kann man ohne Substanzen sein? Wer schon mal verliebt war, weiss das ganz genau. Zum Programm des trockenen Januar gehört auch ein Rave. Geht das: Techno ohne Drogen? Udo Jürgens meinte schon Anfang der 90er-Jahre: «Techno macht unsere Jugend kaputt!» Das ist fast 30 Jahre her, und den Jugendlichen von damals geht es meiner Meinung nach sehr gut. Jazz wurde früher auch als Drogenmusik hingestellt und ist heute eine geförderte Kunstform. Techno wird denselben Weg gehen. Welche Substanz wird zum Raven heute am meisten genutzt, in den Anfangszeiten wars ja Ecstasy. Alkohol. Die meisten sind davon abhängig, ohne es zu wissen. Doch ausgerechnet diese Verblödungsdroge ist legal und wird überall beworben. Wird beim «Trockenen Januar» Alkohol ausgeschenkt? Doch, doch. Wir möchten die Leute nicht bevormunden. Ein Teil unseres Teams trinkt aber bewusst nicht im Januar. Aber mal schauen, vielleicht brechen sie am Rave mit dem Vorsatz. Der «Trockene Januar» findet diese Woche im Kosmos statt, mit Podien, Filmen, Performances und Konzerten sowie einer Party. Das genaue Programm ist auf der Weiterlesen: Tages-Anzeiger

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