Ermittlungen gegen Keir Starmer – Labour-Chef droht wegen «Beergate» der Rücktritt

10.05.2022 23:00:00

Grossbritannien hat seine nächste Lockdown-Affäre. In «Beergate» geht es um Keir Starmer, den Labour-Chef und Oppositionsführer, und ein Abendessen am 30. April 2021 in Durham.

Grossbritannien hat seine nächste Lockdown-Affäre. In «Beergate» geht es um Keir Starmer, den Labour-Chef und Oppositionsführer, und ein Abendessen am 30. April 2021 in Durham.

Nach Boris Johnsons «Partygate» folgt jetzt die nächste Lockdown-Affäre: Der britische Oppositionschef Keir Starmer soll die Regeln gebrochen haben. Das könnte ihn den Posten kosten.

, den Labour-Chef und Oppositionsführer, und ein Abendessen am 30. April 2021 in Durham. Damals stand eine Nachwahl in der Region an, weshalb Starmer und sein Team örtliche Labour-Abgeordnete trafen. Der Tag war durchorganisiert, für den späten Abend waren 80 Minuten zum Essen eingeplant, es gab Curry vom Bestellservice. Fotos zeigen, dass Starmer bei der Gelegenheit ein Bier in der Hand hält, das Essen war gegen zehn Uhr abends zu Ende. Laut Covid-Regeln galten damals Ausnahmen für «Arbeitstreffen», deshalb hatte die Polizei in Durham schon vor ein paar Monaten verkündet, keine weiteren Schritte zu unternehmen.

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Nach Johnsons «Partygate» - «Beergate» bringt den Labour-Chef in die BredouilleWährend Monaten hielt «Partygate» die britische Politik in Atem. Die Untersuchungen sind immer noch am Laufen. Premierminister Boris Johnson wurde bereits gebüsst. Auch für LabourChef Keir Starmer könnten noch Bussen folgen. Die Bussen zahlen ja der Steuerzahler letztendlich, ergo nützt das nichts. Das Einzige was nützt ist Amtsenthebung, dann können die mal Geld einsammeln für andere :) Und was ist mit Tigrillo ?

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Keir Starmer , den Labour-Chef und Oppositionsführer, und ein Abendessen am 30.Während Monaten hielt «Partygate» die britische Politik in Atem.Der Ticker startet um 5:42 Uhr Die Meldungen zum Ukraine-Krieg aus der vergangenen Woche finden Sie hier.hungern, weil wir mehr Bio kaufen.

April 2021 in Durham. Damals stand eine Nachwahl in der Region an, weshalb Starmer und sein Team örtliche Labour-Abgeordnete trafen. Die Untersuchungen sind immer noch am Laufen. Der Tag war durchorganisiert, für den späten Abend waren 80 Minuten zum Essen eingeplant, es gab Curry vom Bestellservice. Eine schonungslose Darstellung ist oft nötig, um einem Sachverhalt gerecht zu werden. Fotos zeigen, dass Starmer bei der Gelegenheit ein Bier in der Hand hält, das Essen war gegen zehn Uhr abends zu Ende. Weitere Bussen könnten folgen. Laut Covid-Regeln galten damals Ausnahmen für «Arbeitstreffen», deshalb hatte die Polizei in Durham schon vor ein paar Monaten verkündet, keine weiteren Schritte zu unternehmen. In der «Washington Post» stellt die auf Nahrungsmittel spezialisierte Publizistin Annie Ciezadlo klar: «Es gibt eine Tendenz zu glauben, Leute würden verhungern, weil es zu wenig Nahrung gibt.

Nun aber, nach monatelangem «Partygate» und den von der Londoner Polizei ausgesprochenen Strafen gegen Boris Johnson und mehr als 50 Teammitglieder in Downing Street, schrieb Richard Holden, Tory-Abgeordneter für Nordwest-Durham, einen Brief. Abrupte PlanänderungDie Absage kam kurzfristig.. Darin forderte er die Polizei auf, noch einmal Ermittlungen gegen Starmer aufzunehmen. Schliesslich sei doch recht viel gegessen worden, und anders, als Starmer suggeriert hätte, sei nach Ende des Essens nicht mehr weitergearbeitet worden, nicht wahr? Der Druck steigt Den Brief leitete Holden der «Daily Mail» weiter, dem Blatt, das schon oft und gerne bei Kampagnen der Tories half. Doch Pläne würden sich gelegentlich ändern, lautete die lapidare Absage aus der Parteizentrale. Nach täglichen Titelschlagzeilen und immer mehr Fragen an die lokale Polizei wurde der Druck so gross, dass die Behörde bekannt gab, der Sache doch nochmals nachzugehen. Seitdem fordern diverse Tory-Minister Starmers sofortigen Rücktritt. Die Geschichte begann vor Monaten mit harmlosen Bildern. «Beim Weizen beträgt der Anteil der Ukraine bloss 3,7 Prozent.

Für Starmer ist die Angelegenheit politisch heikel, weil er Premierminister Boris Johnson wegen dessen Verstössen gegen Corona-Regeln mehrfach zum Rücktritt aufgefordert hatte. Noch im April hielt Starmer dem Premier den Schmerz und die Wut vor, die viele in der britischen Bevölkerung verspüren, weil sie sich, anders als der Premier, an die von ihm verhängten Corona-Regeln gehalten haben. Lediglich eine kurze Erfrischung mitten im Wahlkampf, hiess es damals. Starmer kritisierte Johnson auch schon, dass dieser kein Rückgrat habe, Dinge zuzugeben, die er gesagt habe. Der Premier, so Starmer, übernehme niemals die Verantwortung für seine Taten. Vor wenigen Tagen tauchte für denselben Anlass eine Curry-Bestellung für mindestens 20 Personen auf. Diese Aussagen könnten jetzt auf den ehemaligen Staatsanwalt Starmer zurückfallen. Die Reis-Produktion befindet sich auf einem Allzeit-Hoch.

Starmer schwieg – zu seinem Nachteil Von Nachteil für Starmer ist dabei auch, wie er die ganze Angelegenheit kommunikativ lange anging. Zwischenverpflegung oder Party?Auf der Quittung, die der britischen Sonntagspresse zugespielt wurde, ist jedoch ersichtlich, dass das indische Geflügel erst abends um Neun geliefert wurde. Er hätte die Rechnung für das Curry (umgerechnet etwa 245 Schweizer Franken) und seinen Terminkalender für den Tag vorzeigen können, proaktive Transparenz killt Storys. Aber Starmer schwieg, und wenn er doch antwortete, dann widersprüchlich. Ob «Beergate» eine notwendige Zwischenverpflegung war oder eine Party, untersucht mittlerweile die Polizei. Erst am späten Montagnachmittag sagte Starmer bei einer eigens einberufenen Pressekonferenz, er werde zurücktreten, falls die Polizei ihn tatsächlich bestrafe. «Falls die Polizei mir eine Strafzahlung auferlegt, würde ich natürlich das Richtige tun und zurücktreten», sagte er. Millionen von Britinnen und Briten wissen nicht mehr, wie sie Ende Monat ihre Rechnungen bezahlen sollen. «Es ist vielmehr eine von Furcht getriebene Panik, welche die Preise in die Höhe treibt und die wirklich Hungrigen von der Nahrung abschneidet.

Jedoch bekräftigte er: «Es wurde gegen keine Gesetze verstossen.» Starmer war auch bemüht, sich so weit wie möglich von Boris Johnson zu distanzieren. Rücktritt bei BusseDoch Starmer ist jener Mann, der Johnson nun seit Monaten mit forensischer Präzision für dessen frivolen Festivitäten öffentlich seziert. «Nicht alle Politiker sind gleich», sagte er. Die Briten wollen keine «-gates» mehr Die Verhältnismässigkeit zwischen Partygate und Beergate ist in den vergangenen Tagen etwas verrutscht. Damit hat der ehemalige Staatsanwalt die moralische Messlatte gesetzt, an der er nun selber gemessen wird. Auf der einen Seite stehen Johnsons wiederholte Lockdown-Partys in Downing Street inklusive einer bereits ausgesprochenen Strafe, auf der anderen steht Starmers spätes Bestellservice-Abendessen mit Bier während eines langen Wahlkampfmeetings..

Für Keir Starmer, den früheren Staatsanwalt, der sehr auf Ehrlichkeit und Anstand pocht, macht das die Sache kaum besser. Mit diesem Schritt pokert Starmer ziemlich hoch, aber taktisch geschickt. Die Briten wollen keine «-gates» mehr, sie wollen wissen, wie sie ihre steigenden Energierechnungen bezahlen sollen. In den Lokalwahlen der vergangenen Woche verlor Johnsons Partei fast 500 Sitze in den Gemeinderäten –eine Zahl, die normalerweise zu einem Misstrauensvotum führt. Patrik Wülser Grossbritannien-Korrespondent, SRF Personen-Box aufklappen Personen-Box zuklappen Patrik Wülser arbeitet seit Ende 2019 in London als Grossbritannien-Korrespondent für SRF. So aber darf Johnson nun, während die Labour-Wähler von Meinungsforschern befragt werden, ob Starmer im Fall einer Polizeistrafe zurücktreten sollte (Tendenz ja), das tun, was er am besten kann: mit Schlagworten werfen. Publiziert heute um 12:01 Uhr Fehler gefunden? . Danach war er Leiter der Auslandsredaktion von Radio SRF in Bern.