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Endstation Bordell?! So wurden junge Schweizerinnen vor dem Fall bewahrt

Endstation Bordell?! So wurden junge Schweizerinnen vor dem Fall bewahrt.

09.05.2021 15:43:00

Endstation Bordell?! So wurden junge Schweizerinnen vor dem Fall bewahrt.

Gelernt haben die engagierten Tugendwächterinnen vom Verein Freundinnen junger Mädchen nicht nur von Gott, sondern auch von den Gangstern, die sie bekämpften.

heissen. Und in die Fremde fuhren Mädchen aus zwei Gründen: Da war die Abenteuerlust allein reisender Touristinnen, vor allem aber die Notwendigkeit von ärmeren Töchtern, die Geld verdienen mussten, um zuhause eine grössere Familie zu unterstützen.

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Beiden lag die Welt offen: Eisenbahnnetze überzogen Europa, der Transfer vom Land in die Stadt und vom In- ins Ausland war einfacher geworden.Dienstmädchen in Privathäusern und Hotels oder Kellnerinnen waren überall gefragt, viele machten sich ohne Kontakte in grössere Städte auf, um erst dort nach einer Stelle zu suchen. Reise wie Ankunft, so propagierten dies die Damen des 1877 in Genf gegründeten FJM und ähnlicher Vereine, waren höchste Gefahrenzonen, denn jedes Mädchen konnte unversehens in einem Bordell landen.

Die Medien liebten es, über die wohltätigen «Grossstadt-Piloten» zu berichten. Hier in einem Artikel aus dem Jahr 1949, die Publikation ist leider unbekannt.Bild: Gosteli-Stiftung, AGoF 128-159«Mitten in unsern Städten wohnen, durch unsere Dörfer schleichen, auf unseren Heerstrassen auteln, in unseren Bahnzügen fahren diese Vampyre der Unschuld, diese Schlächter jugendlicher Opfer, diese meist schnell reich gewordenen gefühllosesten Ausbeuter menschlicher Schwächen: die Mädchenhändler und -händlerinnen», warnten 1911 die «Blätter für religiöse Arbeit». Und legten mit Begriffen aus dem antisemitischen Vokabular wie «schleichen», «Vampyre» und «Schlächter» auch gleich nahe, dass es sich bei den Mädchenhändlern vornehmlich um Juden handeln könnte. headtopics.com

1958 drehte Kurt Früh einen Imagefilm für den FJM, in dem die unschuldige Monika noch in ihrer ersten Nacht in der Grossstadt Zürich erst abgefüllt und dann nur knapp nicht zu einem gefallenen Mädchen gemacht wird.Und 1996 schrieb die «Weltwoche»: «Die Geschichte des FJM führt zurück ins schmutzige London Anno 1860: Junge Mädchen wurden damals in Freudenhäusern zu Höchstpreisen gehandelt, und es galt als einträgliches Geschäft, die Deflorierung unter Mithilfe von Blutegeln oder Glasscherben glaubwürdig zu imitieren.»

Ja was wohl?Bild: Gosteli-Stiftung AGoF 128-341Die FJM-Frauen lernten von den organisierten Verbrechern der Mädchenhändlerringe, dass man Netzwerke anlegen und pflegen muss.Sie wollten «den Feind aushungern», indem sie «ihm die Zufuhr abschneiden». Sie gehörten zu den Frühstnutzerinnen von Telefonapparaten und verwendeten viel Zeit darauf, internationale Listen mit Kontakt-«Agentinnen» zu führen. Den «schlimmen Hotels, schlechten Häusern» und «staatlich konzessionierten Prostitutionshäusern in allen Ländern der Welt» setzten sie spiegelverkehrt ihre «heimelig» eingerichteten Mädchenhäuser entgegen.

In den 50er-Jahren leitete der FJM auch in Kairo, Alexandria, Riga und Athen Anlaufstellen, und der «Orient» war ein Thema: 1952 gab der FJM beim Bund eine Broschüre mit dem Titel «Dein Volk sei mein Volk» für «die sich nach dem Orient verheiratenden jungen Mädchen» in Auftrag, und 1970 gründete er die «Auskunftstelle Ehen mit Orientalen in Basel» und erteilte «kostenlose Informationen über Lebensbedingungen und rechtliche Stellung der Frau in entfernteren Ländern und Arbeitsmöglichkeiten des Mannes in der Schweiz».

Wer beim FJM nicht bloss zahlendes Mitglied sein, sondern etwa die äusserst wichtige und gefragte «Bahnhofsarbeit» leisten wollte, musste mindestens zwei Fremdsprachen beherrschen. Die vom FJM betriebenen Bahnhofs-«Stübli» wandelten sich je nach Bedarf von Auffangstationen allein reisender Mädchen zu Empfangsstuben von Flüchtlingen im Zweiten Weltkrieg, Wickelstuben, einem Rollstuhlverleih für Gehbehinderte oder Erholungsräumen für Sexarbeiterinnen. headtopics.com

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Quasi eine Christiane F. vom HB Zürich: ein unvergessliches Plakat aus den 70ern.Bild: Schweizerisches Sozialarchiv, F5134-Od-004Doch die penetrante propagandistische Schwarzmalerei, das Rollenverständnis des FJM, das jungen Frauen zwar eine sichere und selbständige Erwerbsarbeit ermöglichen wollte, aber nur innerhalb der traditionell weiblichen Tätigkeitsfelder Hausarbeit und Fürsorge, machten den FJM im Lauf der Jahre bei jungen Frauen nicht beliebter. Ebenso wenig das ewige Bibellesen in den Freizeit-Clubs für Schweizerinnen im Ausland, die heilsarmeehafte Verstaubtheit und die Betonung von Tugendhaftigkeit und Keuschheit.

Das Interesse an Hausarbeit sank, 1953 etwa meldeten sich auf 2000 ausgeschriebene Stellen in der Schweiz nur 865 Bewerberinnen, von denen schliesslich 470 vermittelt werden konnten. Die Schweizerinnen im Ausland – etwa die 6000, die jedes Jahr inEngland

eine Stelle suchten – wurden immer fordernder, was Freizeit, Entlöhnung und Reiseentschädigung betraf.Es gab gar dreiste «Romantikerinnen, die hofften, in ein Schloss am Meer zu kommen, wo sie z.B. auch reiten» konnten, wie die NZZ 1950 schrieb.

In der Schweiz waren es umgekehrt deutsche Frauen im Welschlandjahr, die auf «möglichst viel Freizeit zum Besuch von Sprachkursen» (NZZ von 1962) bestanden. Und was früher eine Haushaltshilfe gewesen war, wurde nun zum Au-pair. Zur jungen Verkäuferin, Lehrerin oder Krankenschwester, die sich ihren Sprachaufenthalt irgendwie finanzieren musste und für die nicht mehr die Hausarbeit im Vordergrund stand. headtopics.com

Das grosse «Adressbuch» des FJM.Bild: Gosteli-Stiftung, AGoF 128-341 Weiterlesen: watson News »

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