Eine kurze Geschich­te der Elektromobilität

25.06.2022 22:39:00

«Stromer» gegen «Benziner»: Um 1900 hatten Elektrofahrzeuge eine Hochblüte. Auch die Schweiz war dabei.

History, Energiewende

«Stromer» gegen «Benziner»: Um 1900 hatten Elektrofahrzeuge eine Hochblüte. Auch die Schweiz war dabei.

Wenig bekannt ist, dass Elektrofahrzeuge bereits um 1900 eine Hochblüte hatten. Die Schweiz leistete weltweit beachtete Beiträge zur Elektromobilität.

Der Elektro­pio­nier Johann Albert Tribelhorn. 1906 verlegte er die Produktion an die Ufer des Zürichsees nach Feldbach, Gemeinde Hombrechtikon.Neben Strassenfahrzeugen konstruierte er rund 26 elektrische Boote. Die Kundenzeitschrift, für welche Tribelhorn die meisten Artikel gleich selbst verfasste, hiess

Elektrischer Feuerwehrwagen von Tribelhorn für die Feuerwehr Bern, um 1908.Bild: Verkehrshaus der SchweizBild: Verkehrshaus der Schweizhatte nur noch fünf Festangestellte, 1926 übernimmt Tribelhorns Sohn Leon Ricardo die Direktion.

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Die Schweiz nahm bereits in der Zwischenkriegszeit im internationalen Vergleich eine führende Rolle ein. Elektrisches Tram in Montreux um 1890. Um auch in der mit ihren kurzen Distanzen hohe Geschwindigkeiten zu erreichen, müsste zudem über die Technologie nachgedacht werden. Bild: Schweizerisches Nationalmuseum Der Elektro­pio­nier Johann Albert Tribelhorn In der Schweiz waren die Anfänge der Herstellung von Elektrofahrzeugen stark mit dem Namen Johann Albert Tribelhorn (1868-1925) verbunden. Der in einem Waisenhaus in St. SBB kauft 286 neue Regionalzüge vom Typ Flirt 1 / 6 SBB kauft 286 neue Regionalzüge vom Typ Flirt Ein solches HGV-Netz würde die Nachfrage ankurbeln.Gallen aufgewachsene Tribelhorn wanderte 1889 nach Buenos Aires aus, wo er Chef der mechanischen Werkstätte der argentinischen Telegrafengesellschaft wurde.

1899 kehrte er nach Olten zurück und gründete ein Jahr später die «Schweizerische Accumulatorenwerkstatt Tribelhorn AG» . Gallen würde laut den SBB-Berechnungen zu fast 100'000 zusätzlichen Bahn-Reisenden pro Tag führen. 1906 verlegte er die Produktion an die Ufer des Zürichsees nach Feldbach, Gemeinde Hombrechtikon. Gebäude der «Fabrik elektrischer Fahrzeuge A. Würden auch die beiden anderen Streckenäste realisiert, würde der Anteil um 2. Tribelhorn» in Feldbach ZH, um 1910. Bild: Verkehrshaus der Schweiz Neben Strassenfahrzeugen konstruierte er rund 26 elektrische Boote. Knapp 870 Millionen Personenkilometer mit dem Auto könnten eingespart werden.

Die Kundenzeitschrift, für welche Tribelhorn die meisten Artikel gleich selbst verfasste, hiess «Das Elektromobil» . Es wurden Standard-Fahrzeugtypen angeboten, letzten Endes war jedoch fast jeder Wagen individuell auf die Bedürfnisse der Kundschaft zugeschnitten. Er schlug 2010 vor, die Fahrzeit mit einer neuen HGV-Strecke zwischen Zürich und auf 28 Minuten zu halbieren. Besonders beliebt waren Omnibusse für Hotels, Krankenwagen, diverse Nutzfahrzeuge, Feuerwehrautos und Lieferwagen. Ärzte bildeten die Spitze der Kundenstruktur bei den Personenwagen. Gallen wären», sagt er dem «Sonntag». Die Vorteile liegen auf der Hand: die Hände bleiben beim Startvorgang unverletzt und sauber, die Fahrzeuge bewegen sich ruhig fort und produzieren keine Abgase.

Elektrischer Feuerwehrwagen von Tribelhorn für die Feuerwehr Bern, um 1908. Er begründet das mit den hohen nötigen Investitionen. Bild: Verkehrshaus der Schweiz Elektrisches Passagierschiff «Brunnen-Treib» der Tribelhorn AG auf dem Vierwaldstättersee, um 1910. Die Bootsschale wurde von der Yacht-Werft «J. Gleichzeitig haben solche Ausbauten unerwünschte Effekte: Zwar verlagern sie Verkehr vom Auto auf die Schiene - aber in grösserem Umfang generieren sie neuen Verkehr. Faul» am Zürichsee hergestellt. Bild: Verkehrshaus der Schweiz Über die höchste Dichte an Tribelhorn-Fahrzeugen verfügte wohl die Tourismusstadt Luzern, wo sämtliche Erstklasshotels mindestens einen Elektrowagen besassen. Die meisten Menschen investieren eine fixe Zeitdauer pro Tag für .

1912 standen für die Elektrofahrzeuge 24 Ladestationen, mehrheitlich in der Deutschschweiz, zur Verfügung. Während des Ersten Weltkrieges, als die Zugpferde für die gebraucht wurden, nahm die Anzahl bestellter Tribelhorn-Lastwagen sprunghaft zu. Dieser Wert ist über die Jahre konstant. Einem für die Veteranenheime konzipierten elektrischen Rollstuhl gelang der Durchbruch jedoch nicht. Bild: Verkehrshaus der Schweiz Das glänzende Geschäftsjahr nach Kriegsende bewog Tribelhorn dazu, in Altstetten eine neue Fabrik zu bauen. Damit wird einerseits die Zersiedelung gefördert - man kann schliesslich noch weiter weg vom eigenen Zuhause wohnen, ohne durch das Pendeln zur Arbeit zusätzlich Zeit zu verlieren - und andererseits steigt der Energieverbrauch, was den Klimazielen zuwiderläuft. Der Erfolg blieb jedoch aus.

1921 musste die Firma Tribelhorn Konkurs anmelden. Im Fall des skizzierten HGV-Netzes wäre das Verhältnis ungünstig: Nur knapp 18 Prozent der neuen Bahnreisenden auf den Strecken würden gemäss SBB-Berechnungen vom Auto auf die Bahn wechseln. Die Nachfolgerin «Elektrofahrzeuge AG EFAG» hatte nur noch fünf Festangestellte, 1926 übernimmt Tribelhorns Sohn Leon Ricardo die Direktion. Der «Benziner» verdrängt den «Stromer» In der Zwischenkriegszeit verkörperte das Elektroauto die Antithese dessen, was als fortschrittlich galt. Tunnel Zürich-Aarau lohnt sich Basel Mitte mit neuen Durchmesserlinien und Taktverdichtungen der S-Bahn hätte über 14'000 neue Bahnreisende pro Tag im Jahr 2050 zur Folge. Automobilclubs waren beliebt, Elektroautos verkörperten dagegen wenig Heroisches. Der Verbrennungsmotor von Benzin und Diesel hatte sich klar durchgesetzt; Kostenwahrheit war kaum ein Thema. Beide Projekte sollen realisiert werden.

Die wurde vor allem im Haushaltsbereich vorangetrieben. Elektrowagen galten dagegen als altmodisch, langsam und teuer. Dieses Projekt hat neben den HGV-Strecken den grössten Einfluss auf den Modal Split: Um 0. Trotzdem blieben sie in verschiedenen Nischen beliebte Arbeitstiere. Elektrische Hubwagen, Plattformwagen, Schlepper, gewerbliche Kleintransporter und Lieferwagen leisteten wertvolle Dienste. Es werden zwar weniger neue Reisende generiert als bei anderen Projekten, aber diese sind auf längeren Strecken unterwegs, was die Wirkung erhöht. Mit Holzkisten beladener Tribelhorn-Elektro-Truck, um 1912.

Bild: Verkehrshaus der Schweiz Elektrischer Swissair-Dreiradschlepper der EFAG für Flugzeuge hinter einer DC-2 in Dübendorf, daneben ein Lieferwagen von Peugeot, 1937. Derzeit werden 7. Bild: Verkehrshaus der Schweiz .