«Du vertraust deinen Kollegen»

Das Saisonende verändert auch einiges für den Eismeister Markus Caviezel.

01.04.2020 16:00:00

Das Saisonende verändert auch einiges für den Eismeister Markus Caviezel.

Das Coronavirus beeinflusste nicht nur die Arbeit der Eishockeyspieler, sondern auch jene der Eismeister. Der Davoser Markus Caviezel erzählt.

Foto: Destination Davos Klosters«Ohne Coronavirus wären meine drei Kollegen und ich derzeit vielleicht im normalen Vollbetrieb. Dann, wenn der HC Davos immer noch im Rennen um die Meisterschaft wäre. Nun ist ja alles anders. Gleich nachdem wir erfahren hatten, dass die Saison vorzeitig abgebrochen wird, begannen wir mit dem Abbau. Eis abtauen, Werbungen rausnehmen, Banden demontieren. Platz machen für die grosse Baustelle. Denn es wäre ja auch so oder so kein normaler Sommer geworden. Bei der Sanierung der Davoser Eishalle steht die dritte Etappe auf dem Programm, wir haben nun einfach einen Monat früher damit angefangen.

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Das Ende war ungewohnt abrupt. Du bist gewohnt, dass alles quasi tropfenweise zu Ende geht: Ein Team nach dem anderen hat Saisonende. Doch nun war von einem Tag auf den anderen alles anders: keine Meisterschaft, kein Betrieb in der Trainingshalle, keine Abenddienste, nichts.

Die restlichen sozialen Kontakte auf praktisch null heruntergefahrenAuf der Baustelle darf normal gearbeitet werden. Weil der Tourismus stillgelegt ist, wurden die Baustellen von der Gemeinde freigegeben. Es gelten die üblichen Weisungen. Auch bei uns sind Desinfektionsmittel aufgestellt, auch wir müssen darauf achten, die Distanzen, so gut es geht, einzuhalten. Bloss ist das bei ein paar Arbeiten gar nicht möglich.

Ein schlechtes Gefühl habe ich dabei nicht. Es ist für uns nicht wie für Leute im Detailhandel, die immer wieder mit anderen Menschen in Kontakt kommen. Wir arbeiten seit Saisonbeginn stets im gleichen Team, es sind immer nur wir vier, die uns nahe kommen. Daneben haben wir unsere sozialen Kontakte praktisch auf null heruntergefahren. Du vertraust deinen Kollegen, es liegt in der Verantwortung eines jeden, nichts auf die Baustelle «einzuschleppen».

«Diese Zeit ist sehr speziell, niemand weiss, wie es weitergeht. Du versuchst, auch in solchen Situationen das Positive zu finden.»Markus CaviezelAuch im Tourismus wurde in Davos Kurzarbeit beantragt. Ich selbst sowie all jene, die im Stadion arbeiten, sind jedoch noch nicht betroffen. Wir haben schlicht genug zu tun im Moment. Daneben bauen wir auch noch Überstunden ab, die sich während der Saison angestaut haben. Und es kann sein, dass wir Eismeister bei Bedarf noch stärker in die Bauarbeiten involviert werden. Wir sind alle gelernte Handwerker.

Diese Zeit ist sehr speziell, niemand weiss, wie es weitergeht. Du versuchst, auch in solchen Situationen das Positive zu finden. Die Abbauarbeiten zum Beispiel waren so angenehm wie sonst nie. Es ist keiner mehr hier, wir mussten auf niemanden Rücksicht nehmen, konnten koordiniert und ganz nach Plan arbeiten.

In Davos selbst ist es ruhig, es ist wie in einer typischen Zwischensaison, du siehst eher noch weniger Leute. Ich musste darum noch nie vor einem Laden anstehen, bevor ich hineindurfte. Solche Bilder siehst du hier nur hin und wieder vor Apotheken. Dennoch erleben wir auch hier Auswirkungen von Hamsterkäufen, man sieht immer wieder leere Regale, wo WC-Papier sein sollte.»

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Markus Caviezel (52) ist einer der Eismeister im Davoser Eisstadion. In der Rubrik «Time-out mit...» berichten Menschen aus dem Sportgeschehen von ihrem derzeitigen Alltag. Weiterlesen: Tages-Anzeiger »

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