Die einzigen, die stressen sind die Polizisten und der Bundesrat

17.04.2021 16:56:00

Unterwegs im Jugendtreff: Die Einzigen, die stressen, sind die Polizisten und der Bundesrat

Unterwegs im Jugendtreff: Die Einzigen, die stressen, sind die Polizisten und der Bundesrat

Sie vermissen grosse Gruppen, den Nachtzug und sind wütend auf Alain Berset. Im Jugendtreff in Zürich Affoltern warten die Jugendlichen auf bessere Zeiten.

Expertin der Task Force: «Wir setzen jetzt den Sommer aufs Spiel» Zürich, Bushaltestelle Glaubtenstrasse.Christoph Ammann Publiziert: 24.Die Swiss sieht sich nach den Verlusten im ersten Quartal gezwungen, eine Redimensionierung zu prüfen.«Den nächsten Lockerungsschritt hätte man ab sofort umsetzen sollen», sagt Aeschi.

Drei beachtliche Löcher klaffen in der Glasscheibe des Selecta-Automaten.Das Muster erinnert an ein Spinnennetz, ist mit seinen verworrenen weissen Linien fast kunstvoll.2021, 20:56 Velo-, Wander- und Erlebnisführer sowie Biografien: Verlegerin Annette Weber-Hadorn gibt pro Jahr nicht weniger als 120 Bücher heraus.Die Strasse führt leicht aufwärts, am Fuss des Käferbergs entlang, der das Quartier Affoltern von der Innenstadt trennt.20min/Marco Zangger 2021 verzeichnet die Swiss einen Verlust von 201 Millionen Franken.Hier trifft raue Vorstadtverruchtheit auf idyllische Landromantik.«Lieber wirke ich im Hintergrund», sagt Annette Weber-Hadorn.Versprayte Betonwände vor aufgeräumten Schrebergartenhäuschen.Auch gibt es Lockerungen bei der Homeoffice-Pflicht.

Weiter hinten in der Strasse ein knallrotes Gebäude, an den Seiten das Graffito des Stadtzürchers Lieblingsfussballclubs.Dabei kann sie durchaus stolz sein auf ihr Lebenswerk: In 30 Jahren baute die Bernerin aus dem Nichts einen grossen Buchverlag auf, der dank des umfangreichen Portfolios an Velo-, Wander- und Erlebnisführern von der Schweizer Tourismuswelt nicht mehr wegzudenken ist.Auch ist mit weiteren Entlassungen zu rechnen.Vor dem Jugendtreff stehen vier Elektrotöfflis, weitere werden im Verlauf des Nachmittags dazukommen.In einer Eisenschale brutzelt ein Feuer, rundherum sitzen ein paar Jugendliche, reden, rauchen.Kochbücher, Sachbücher, Bildbände, Biografien, Berndeutsches, gar Krimis.Plötzlich kommt Bewegung in die Gruppe.Das hat Folgen für das Personal und den Flugplan.Aufs Mal stehen alle auf, drücken die Zigaretten aus, marschieren zur Glastür des Treffs und klopfen ungeduldig.Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.Sofern Betriebe wiederholt testen, fällt die Homeoffice-Pflicht und wird in eine Empfehlung umgewandelt.

«Seid ihr wieder auf Wanderschaft?», fragt David Meury, einer der Jugendarbeiter, als er ihnen die Tür öffnet.«Wie Nomaden.6 Millionen Franken reduziert.Hin und her.» Die Jugendlichen lachen und gehen schnellen Schrittes an ihm vorbei, schnurstracks in den Discoraum.Maja Hernandez, die Stellenleiterin der OJA Affoltern (OJA steht für offene Jugendarbeit), überprüft, ob sich die Jugendlichen richtig eingeloggt haben.Es werde aktuell noch analysiert, wie die zukünftige Grösse der Swiss aussehen werde, heisst es auf Anfrage.«Bis jetzt befinden wir uns im guten Szenario», sagt Grünen-Nationalrätin Katharina Prelicz-Huber.

Wenn sie hereinkommen, müssen sie sich über einen QR-Code registrieren.Maximal dürfen sich 20 Personen gleichzeitig drinnen aufhalten und weitere 10 draussen an der Feuerschale.Maja Hernandez: «Ohne Corona hätten wir hier zwischen 40 und 80 Jugendliche an einem Nachmittag.» Das gäbe der Swiss auch die nötige Flexibilität, um auf Veränderungen der Einreisebestimmungen zu reagieren.Mit der Kapazitätsbeschränkung sind wir jetzt eigentlich immer voll.Wie überall sonst gilt auch hier drin eine Maskenpflicht.» Auch die SP ist zuversichtlich gestimmt.

Die Jugendlichen halten sich in der Regel sehr gut daran.Die Swiss habe momentan genügend Ressourcen, Maschinen und Mitarbeitende, um den Flugplan im Sommer flexibel zu erweitern.Manchmal vergessen sie es, selten steckt eine böse Absicht dahinter.Ich bin froh, dass die Jugendtreffs in Zürich offen haben dürfen.Vor allem an kalten Tagen ist das hier ein wichtiger Ort, der von jungen Leuten stark frequentiert wird.Die Airlines bieten Flüge anhand der Nachfrage.Im Lockdown im Frühling vor einem Jahr haben wir per WhatsApp den Kontakt zu den Jugendlichen gehalten.Es sei unverständlich, dass der Bundesrat noch drei Wochen zuwarten wolle.

Schön war, dass sie sich auch untereinander in einer von uns erstellten Chat-Gruppe vernetzt und organisiert haben.Sie gaben sich Tipps, wo es noch offene Schnupperlehren gibt oder welche Serie man auf Netflix schauen soll.«Angebot und Nachfrage folgen sehr direkt den Reisebeschränkungen – die Quarantänepflicht ist in den meisten Fällen ein Dealbreaker.» Im Discoraum dröhnt Deutschrap aus Boxen.Farbige Lichter reflektieren in der Spiegelwand und werfen nervöse Schatten auf den Boden.In einer Ecke zusammengequetscht sitzen und liegen sieben 15- und 16-Jährige quer durcheinander auf einem Sofa.Dank frühzeitig eingeleiteter Massnahmen, wie Kurzarbeit und Investitionsstopps, hat die Airline bisher weniger als die Hälfte Kredits bezogen.«Warum so lange warten, wenn sich die epidemiologische Lage so positiv entwickelt?», schreibt die Partei in einer Medienmitteilung.

Kurz geht die Tür auf, grelles Licht fällt in den Raum.Jugendarbeiter Meury steckt den Kopf rein, schaut, ob alles in Ordnung ist, zieht sich dann wieder zurück und lässt die Jungen allein.Getanzt wird hier drin nicht, nur gechillt.«Was eine Fluggesellschaft in den Sommermonaten nicht erwirtschaftet, wird sie im restlichen Jahr kaum mehr gutmachen können», so Agius.Manchmal gibt es ein kleines Gerangel darum, wer das nächste Lied einstellen darf, aber ansonsten spielt sich das Spannendste hier drin auf den Screens der Smartphones ab.Zwischen Vorstadtverruchtheit und idyllischer Landromantik: Die OJA Zürich Affoltern.

bild: watson Mauro* schiebt sich die Brille etwas tiefer ins Gesicht.Der 16-Jährige arbeitet auf Baustellen als Plattenleger-Lehrling.Normalerweise wäre er jetzt vielleicht an der Seepromenade oder an der Langstrasse.Aber seit Corona läuft dort nicht mehr viel.Mit seinen Kumpels hängt er darum an Orten rum, wo sie ungestört abschalten können.

Manchmal am Bahnhof Affoltern, manchmal am Waldrand, manchmal hier.Mauro: «Im Winter haben wir bei uns im Keller einen Raum eingerichtet, mit Sofas und Playstation.Wir haben Freunde eingeladen und gezockt.Das Räumchen gibt es immer noch, manchmal hängen wir noch dort rum.Sonst sind wir draussen irgendwo.

Ob man sich nur zu fünft oder zu fünfzehnt treffen darf, ist mir egal.Wenn ich meine Freunde sehen will, dann mach ich das einfach.Was mich aber massiv stresst, ist die Polizei.Sie fahren mit dem Kastenwagen rum und wenn sie uns sehen, kontrollieren sie uns.Die waren schon vor Corona ein Problem.

Aber jetzt nerven sie noch härter.Manchmal werd ich an einem Abend sogar mehrere Male von der Polizei kontrolliert.» Schon vor Corona war die Stadt für minderjährige Jugendliche nicht unbedingt ein Ort der unbegrenzten Möglichkeiten.Zwischen 14 und 17 Jahren ist man zu jung, um in eine Bar oder in den Club zu gehen und zu alt, um zu Hause bei den Eltern zu hängen.Die Hormone sprudeln, die Identitätsentwicklung läuft auf Hochtouren – doch wohin, wenn wenig erlaubt ist und der Lehrlingslohn für die Teilnahme an der teuren Spassgesellschaft nicht ausreicht? In den Jugendtreff zum Beispiel.

Der Bundesrat bemerkte nach dem ersten Lockdown schnell, dass junge Menschen Orte brauchen, wo sie sich zurückziehen können.Nach den ersten Öffnungsschritten durften im Mai auch die Jugendtreffs wieder aufmachen.Doch das Gleiche wie vor der Pandemie sei es nicht, sagen die Jugendarbeiterinnen von der OJA Affoltern.Nebst den Hygienemassnahmen, die im Treff gelten, habe sich auch das Publikum etwas geändert.Vor allem während der Sommerferien seien Jugendliche aus anderen Orten, sogar aus anderen Kantonen zu ihnen gekommen.

Draussen neben der Wand mit dem FCZ-Graffito, steht Elin*, 16, beherrscht lässig, Nike Air Max, weisse Trainerhosen, schwarzes Top, funkelndes Bauchnabelpiercing, Wimpern so schwarz und lang wie Spinnenbeine.Um sie herum stehen Jungs, alle ebenfalls penibelst im Trainerchic durchgestylt.Bei den wenigen Auftritten, die sich ihnen noch bieten, wird kein Detail dem Zufall überlassen.Elin: «Was mich am meisten stresst? Dass es keine Nachtzüge und Nachtbusse mehr gibt.Schon so lange nicht.

Ich bin aus Dielsdorf, was bedeutet, dass ich um Mitternacht auf den letzten Zug nach Hause muss, sonst bin ich am Arsch.Um Mitternacht! Das scheisst schon an.Ich komme hierher, weil es hier so gute Leute hat.Der da drüben ist mein Freund.Wir hängen, rauchen, reden, normal halt.

Ich mein, was soll ich in Dielsdorf? Dort hat es gar nichts.» Abseits der schäkernden Gruppe, auf einem der parkierten E-Töffs, sitzt Lucas*.Die Kapuze seines Pullovers über den Kopf gezogen, der Blick aufs Handy.Lucas: «Ich gehe nicht so oft raus.Momentan muss ich viel lernen.

Ich schreibe schlechte Noten.Wegen dem Home-Schooling hab ich den Anschluss verloren.Ich habe Angst, dass ich die Lehre nicht bestehe.» Drinnen steigt kurzzeitig der Lärmpegel.Die Tür zum Discoraum öffnet sich, dringt in den Nebenraum.

Ein Mädchen rennt halb lachend, halb schreiend durch das Entrée, ein Junge ihr hinterher.Er packt sie am Arm, sie wirbelt herum und verpasst ihm mit der Faust ein Tomätli.Lucas schreibt schlechte Noten, weil er beim Home-Schooling den Schulstoff weniger gut verstanden hat.bild: watson Meury schaut dem neckischen Boxkampf kurz zu und mahnt dann: «He, langsam bitte.Nicht dass sich am Schluss jemand weh tut.

» Und mehr zu sich selbst: «Die brauchen's ja gerade mega.» Der Bewegungsdrang sei gross, das sei wie ein Ventil, das wegfalle, sagt Meury.Zum Glück seien die Sportvereine für die Jugendlichen wieder offen.Und auch die Midnight-Sport-Events kann die OJA wieder wie gewohnt abhalten.Und doch fehlen den Jungen die verschiedenen Aktivitäten, die Abwechslung.

David Meury: «Schwierig für die Jugendlichen ist, dass sie sich nur noch in begrenzten Gruppen treffen können.In dem Alter lieben sie es, sich in grossen Haufen zu versammeln, rumzublödeln und zu balzen.Stattdessen sind die Grüppchen kleiner geworden, oder man liefert sich ein Katz- und Mausspiel mit der Polizei.Auch fehlt ihnen das Feedback von Menschen ausserhalb ihrer Bezugsgruppen.Als Jugendlicher ist es wichtig, Grenzen auszuloten, zu wissen, wie weit man bei wem gehen darf.

Dadurch, dass sie nur noch unter sich sind, fällt dieses für die Identitätsbildung wichtige Ausprobieren weg.» Im Haufen balzen: Junge tun, was Junge tun.bild: watson In der OJA Affoltern ist es an diesem Nachmittag ein nervöses Kommen und Gehen.Immer wieder muss wichtiger Tratsch draussen am Feuer besprochen werden.Dann galoppiert eine ganze Herde Jugendlicher vor die Tür.

Wenige Minuten später wollen sie alle wieder rein.Für Einrichtungsleiterin Hernandez gar nicht so einfach, den Überblick zu behalten.Sie zählt die Jugendlichen nochmals durch und sagt: «Jetzt sind wir voll.Mehr dürfen nicht rein.» Vor der Tür warten drei jüngere Mädchen.

So leid es Hernandez tut, sie müssen warten.Maja Hernandez: «Wir arbeiten nicht nur hier im Treff, sondern machen auch aufsuchende Jugendarbeit.Das heisst, wir besuchen die Jugendlichen an ihren Plätzen im Quartier.Was uns in den letzten Monaten auffiel, ist, dass sie weniger in die Innenstadt gehen und mehr in Affoltern bleiben.Je nachdem wo sie sich hier treffen, kann das zu neuen Dynamiken oder manchmal auch Spannungen in einem Wohngebiet führen.

Wir versuchen, da gut zu vermitteln.» Mauro, der Plattenleger-Lehrling, lässt sich im Entreé auf ein Sofa fallen.Er hat genug vom Discoraum.Er holt sein Handy aus der Hosentasche und zockt irgendein Game.Die Masken nerven ihn, es sei seltsam, dass man immer das Gesicht verstecken müsse.

Aber was ihn noch mehr nervt, ist, dass er die Pandemie hindurch auf der Baustelle habe arbeiten müssen.Dass es hiess, alle müssen ins Home-Office, weil man sich sonst mit dem Virus anstecke, nur sie hätten weitergemacht wie ganz normal.Mauro: «Was ich Alain Berset sagen würde, wenn ich ihn treffen könnte? Ich würde ihm gar nichts sagen.Ich würde nicht mit ihm reden wollen.Was soll das Getue mit dem Hin und Her, dem Auf und Zu? Niemand checkt irgendwas.

Mir wär's lieber gewesen, wenn wir einen Monat Hardcore alles zugemacht hätten.Dann wär jetzt Ruhe.Aber so...

Das geht doch noch ewigs weiter!» Die unsichere Situation, keine Perspektive auf eine baldige Änderung, wenig Abwechslung, die Jugend, die ihre.

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