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Der Dreifach­mord von Bärschwil

Der Dreifach­mord von Bärschwil – auf den Spuren kolonialer Gewalt in der Schweiz.

16.10.2021 16:49:00

Der Dreifach­mord von Bärschwil – auf den Spuren kolonialer Gewalt in der Schweiz.

Ein blutiger Mord im solothurnischen Bärschwil offenbart die globalen Spuren kolonialer Gewalt gegen Ende des 19. Jahrhunderts.

für die niederländische Kolonialarmee kämpfte. Neben ihm standen im Verlauf des 20. Jahrhunderts rund 7600 Schweizer in Diensten der niederländischen Kolonialarmee. Nur wenige bis heute überlieferte Quellen geben Auskunft darüber, wie die Schweizer den Krieg in Aceh wahrnahmen. Der Oltner Söldner Karl Schmid, auch bekannt als «Batavia Schmid», ist einer von ihnen. 1912 hielt er seine Eindrücke in seinen Memoiren fest.

Darin berichtet er etwa, wie er zusammen mit anderen Soldaten ein Dorf eroberte: «Der Feind floh nach allen Richtungen. Tote, Halbtote trafen wir haufenweise an. Der Anblick machte mich schaudern. Ein guter Kamerad reichte mir seine Feldflasche, ein tüchtiger Zug daraus und ich fühlte mich wieder stark! Jetzt ging es schnell vorwärts, alle Häuser wurden angezündet.» Das ganze Ausmass der Verwüstung sah Schmid schliesslich, als er von einer Anhöhe über die Landschaft blickte: «So weit das Auge reichte, stunden alle Kampongs (Dörfer) in Flammen.»

Diverse niederländische Historikerinnen und Historiker wie zum Beispiel Petra Groen, Emmanuel Kreike oder Tom Menger zeigten jüngst, dass Schmids Schilderungen keineswegs übertrieben waren. Immer wieder versuchte die niederländische Kolonialarmee den Widerstand der Acehnesischen Kämpferinnen und Kämpfer mit extremer Gewalt zu brechen: Sie richteten Massaker an, erschossen Gefangene oder setzten ganze Dörfer, Felder und Wälder in Brand, um der Zivilbevölkerung ihre Ernährungsgrundlage zu entziehen. headtopics.com

Fotografie eines Transportkonvois der niederländischen Kolonialarmee in Aceh, ca. 1880.Bild:Leiden University LibrariesKrieg und TraumaJekers Geschichte liest sich demnach wie der überzeichnete Plot eines Hollywoodfilmes, der von einem traumatisierten amerikanischen Vietnam- oder Irak-Veteranen handelt. Ob die Kriegserlebnisse aus Aceh allerdings traumatische Spuren in Jekers Psyche hinterliessen, lässt sich aus heutiger Perspektive nicht beurteilen – nicht zuletzt auch deshalb nicht, weil das medizinische Konzept des Traumas viel jünger ist.

Zwar gab es seit demDeutsch-Französischen Krieg(1870-1871) vermehrt medizinische Untersuchungen über den Zusammenhang von Krieg und Nervenkrankheiten, die Diagnose der posttraumatischen Belastungsstörung fand aber erst viel später vor dem Hintergrund des Vietnamkrieges Einzug in das schulmedizinische Vokabular. Nicht etwa wegen der kriegsversehrten vietnamesischen Zivilbevölkerung, sondern wegen den unzähligen amerikanischen GIs, die unter den psychischen Folgen des Krieges litten.

Der Direktor der psychiatrischen Klinik Rosegg inSolothurnattestierte Jeker jedenfalls eine «verminderte Zurechnungsfähigkeit». Das Urteil wurde dadurch allerdings nicht beeinflusst. Die Geschworenen befanden Jeker des dreifachen Mordes schuldig und er wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.

Jeker wurde nach seiner Verhaftung zu weiteren Abklärungen in die Heilanstalt Rosegg eingeliefert. Die Anstalt auf einer Lithografie von 1862. Weiterlesen: watson News »

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