Der anhaltende Einfluss des Ex-Präsidenten – Der einzige Bush, der Trump mag

George Bush? Der Name ist bekannt - jetzt kommt der Nächste aus der Dynastie: George P. Bush.

09.06.2021 08:00:00

George Bush? Der Name ist bekannt - jetzt kommt der Nächste aus der Dynastie: George P. Bush.

Die Bush-Dynastie stellte schon zwei US-Präsidenten, ist durch und durch republikanisch – lehnte aber den vorläufig letzten Republikaner im Weissen Haus ab. Jetzt jedoch will einer aus ihrer nächsten Generation Karriere machen.

3 Kommentare3Ordnet die Ehre der Familie seinem eigenen politischen Ehrgeiz unter: Der texanische Politiker George P. Bush begrüsst US-Präsident Donald Trump bei einer Wahlveranstaltung im April 2019.Foto: imago imagesIn Texas ist es heiss. Zum Glück wurden «Koozies» erfunden, kleine Beutel aus Neopren, in die man eine kalte Getränkedose stecken kann, damit sie kühl bleibt. In Wahlkämpfen eignen sich die Isolierhüllen gut als Werbegeschenke.

Nach hartem Herbst und Winter - «Corona könnte in der Schweiz im Frühling vorbei sein» Demo in Bern: Tausende demonstrieren gegen «Zertifikats-Diktatur» - Blick Bilanz zu neuen Corona-Regeln – Wirte freuen sich übers Zertifikat

An den Koozies, die der Wahlkämpfer George P. Bush derzeit in Texas verteilt, lässt sich allerdings auch eine ganze Menge über den Zustand der amerikanischen Politik ablesen. Bush kandidiert für das Amt des Justizministers in dem Bundesstaat. Die Hüllen, die er verschenkt, sind knallrot – so wie die Mützen, welche die

Anhänger Donald Trumpsimmer tragen und auf denen «Make America Great Again» steht. Dazu ist eine Zeichnung von Trump auf das Beutelchen gedruckt, wie er Bush die Hand schüttelt.«Das ist der einzige Bush, der mich mag. Das ist der Bush, der durchblickt. Ich mag ihn.» headtopics.com

Donald Trump über George P. BushDarunter steht ein Zitat desfrüheren Präsidenten: «Das ist der einzige Bush, der mich mag. Das ist der Bush, der durchblickt. Ich mag ihn.» Nun ist es per se nicht ungewöhnlich, dass ein republikanischer Kandidat sich an die Rockschösse eines republikanischen Präsidenten zu hängen versucht, der zumindest bei den Menschen, die Republikaner wählen, immer noch extrem beliebt ist. Aus wahltaktischer Sicht hat Bush kaum eine andere Wahl. Denn bevor er im November 2022 alle Texaner bitten kann, ihn zum Attorney General, zum Justizminister, zu wählen, muss er zunächst die parteiinterne republikanische Vorwahl gewinnen.

Umkämpfte Vorwahl – wer steht Trump näher?In dieser Primary, in der vor allemtreue Parteimitgliederihre Stimme abgeben, muss Bush den derzeitigen Amtsinhaber Ken Paxton besiegen, um dann selbst Kandidat der Republikaner zu werden. Und dafür ist die Unterstützung des abgewählten Präsidenten wichtig. Trumps Einfluss bei der republikanischen Parteibasis ist immer noch so gross, dass er einem Kandidaten den entscheidenden Schub geben oder ihm eine unüberwindbare Hürde in den Weg stellen kann. Und Paxton ist im Wettbewerb um Trumps Gunst kein leichter Gegner: Er war jener bundesstaatliche Justizminister, der Ende 2019 vor dem Obersten Gerichtshof der USA gegen Trumps Wahlniederlage klagte. Er hat bei Trump also etwas gut.

«Es war toll, mit Präsident Trump zu reden.»George P. Bush nach einem Telefon mit dem Ex-PräsidentenEs war daher alles andere als Zufall, dass Bush, ehe er seine Kandidatur ankündigte, mit Trump telefonierte und die Welt prompt per Tweet informierte: «Es war toll, mit Präsident Trump zu reden, über die Zukunft von Texas zu sprechen und wie wir dafür kämpfen, dass Amerika auf Platz eins steht. Ich freue mich über die Worte der Ermutigung und Unterstützung.» Die politische Botschaft: Seht, Trump kann mich gut leiden, obwohl ich Bush heisse.

Erfolgreiche Polit-Dynastie: Die Bush-Familie mit Präsident George W. Bush in deren Mitte (2005) .Foto: Eric Draper (Keystone)Denn das ist der politische Ballast, den George Prescott Bush mit sich schleppt – der Nachname. Der 45-Jährige entstammt nicht irgendeiner texanischen Familie, sondern einer der erfolgreichsten Politik-Dynastien der amerikanischen Geschichte. Sein Grossvater George H. G. Bush war Vizepräsident und Präsident der Vereinigten Staaten. Sein Onkel George W. Bush war Gouverneur von Texas und ebenfalls Präsident. Sein Vater Jeb Bush war Gouverneur von Florida. Und all diese Ahnen eint nicht nur Macht und Geld, sondern auch eine heftige Abneigung gegenüber Trump, die dieser wiederum ebenso inbrünstig erwidert. headtopics.com

Nach «Weltwoche»-Bericht - Politik beschäftigt sich mit Berset-Affäre Unbewilligten Demo - Corona-Demonstranten wollen Polizei-Sperre bei Bundeshaus durchbrechen Nach Zertifikats-Entscheid - Impfnachfrage steigt jetzt auch auf dem Land

«Low Energy Jeb»Trump hasst den Bush-Clan geradezu mit Hingabe. So, wie er es sieht, gehören die Bushs zu jener korrupten, reichen, globalistischen Elite, die seit Jahrzehnten die Amerikaner verschaukelt und verkauft. 2015 fiel Trump im Vorwahlkampf der Republikaner über Jeb Bush her, der eigentlich schon als Präsidentschaftskandidat feststand. Er erfand für ihn den Spitznamen «Low Energy Jeb» und verhöhnte ihn ohne Gnade. Auf George W. Bush hieb Trump wegen des Irak-Kriegs ein; er sei ein Versager und Lügner, so Trump.

Er hasst den Bush-Clan mit Hingabe: Donald Trump, hier als Präsidentschaftskandidat, mit seiner Familie (2016).Foto: Peter Foley (Keystone)Die Verachtung ist beidseitig. Altpräsident George W. Bush revanchierte sich nach Trumps Antrittsrede mit einem bissigen Kommentar: «Das war ja mal ein verrückter Scheiss.» Von der verstorbenen Familien-Matriarchin Barbara Bush sind ähnlich klare Worte zu Trump überliefert. Die Bushs traten weder 2016 noch 2020 bei den republikanischen Parteitagen auf; nach allem, was man weiss, hat zumindest kein Mitglied aus den älteren Generationen je für Donald Trump gestimmt.

Trump hat George P. Bushs Vater gequältGeorge P. Bush hat sich dagegen nie klar von Trump distanziert. Er weiss, wie die Stimmung an der Basis ist – und er hat Ambitionen. Im Moment ist er der «Land Commissioner» von Texas, grob gesagt oberster Verwalter aller öffentlichen Landflächen. Ein eher obskurer Posten für einen Bush. Aber es ist zugleich ein Wahlamt, das, wie man sieht, als Sprungbrett in höhere politische Sphären dienen kann. Nimmt man die knallroten Koozies mit dem Trump-Zitat als Indiz, dann deutet alles darauf hin, dass der junge Herr Bush die Ehre seiner Familie – vor allem die seines von Trump so gequälten Vaters – seinem eigenen politischen Ehrgeiz unterordnen will.

Alles klar, Amerika? – der USA-Podcast von Tamedia Weiterlesen: Tages-Anzeiger »

11. September: Die grosse Spezialsendung zum 20. Jahrestag auf Blick TV

Am 11. September 2001 sterben beim grössten Terroranschlag in der US-Geschichte 2996 Menschen. Was folgt sind 20 Jahre Krieg in Afghanistan, die im Debakel enden. Blick TV berichtet ab Freitagmittag 10. September durchgehend über jenen Tag, der die Welt veränderte.

Grösster Insider-Prozess gestartet – Der «Sanierer der Nation» wird vor Gericht kleinlautIn Bellinzona hat am Montag der Prozess gegen den früheren Profi-Verwaltungsrat Hans Ziegler begonnen. Er redete leise, beantwortete nicht alle Fragen und zeigte Erinnerungslücken.

Neuer Roman von Starautorin Leïla Slimani – Der Körper der Frau ist kolonisiertes LandDie französisch-marokkanische Autorin Leïla Slimani lässt uns in ihrem neuen Roman die ganze Komplexität des Lebens in einem kolonisierten Land nachempfinden. Die Autorin liess sich dabei von der Geschichte ihrer eigenen Familie inspirieren. (Abo)

Hagelzug über Kreuzlingen: Erneut starke Regenfälle in der NordostschweizIn der Nordostschweiz hat es am Dienstagabend erneut stark geregnet. In Eschenz im Kanton Thurgau fielen innerhalb von 10 Minuten 27,5 Millimeter Regen.

FBI holt Teil der Lösegeldzahlung von Colonial Pipeline zurückDie amerikanischen Behörden brüsten sich damit, Geld aus dem Bitcoin-Wallet der Cyberkriminalgruppe Darkside abgezogen zu haben. Die Rekonstruktion der Ereignisse zeigt, dass nicht die Brillanz der Ermittler, sondern die stümperhafte Vorbereitung der Hacker den Coup ermöglichte. gioiadasilva Tech Not your keys, not your coins. nzzwirtschaft gioiadasilva Tech Und trotzdem hat das FBI gute Arbeit geleistet. Für die Dummheit der Verbrecher kann es ja nichts, diese gilt es zu nutzen. In der Schweiz scheitert die Bundesanwaltschaft ja schon an einfachen Themen. DarkSide

Geldflüsse in der Politik – Warum wollen die Schweizer plötzlich wissen, wer in die Parteikasse einzahlt?Diese Woche wird das Parlament neue Transparenz-Regeln für Spenden in der Schweizer Politik verabschieden. Und widerlegt damit eines der ältesten Klischees des Landes.

Letzte Testspiele vor der EURO - Frankreich überzeugt, zittert aber um BenzemaFrankreich gewinnt sein letztes Testspiel vor der EURO2020 mit 3:0 gegen Bulgarien. Karim Benzema scheidet verletzt aus. srffussball