Corona sei Dank: Endlich Schluss mit 'Küsschen, Küsschen'!

Endlich Schluss Mit «Küsschen, Küsschen», Feuilleton, Nachrichten

Mit dem Coronavirus besteht Hoffnung, dass sich in der Schweizer Begrüssungskultur Grundlegendes ändert.

Endlich Schluss Mit «Küsschen, Küsschen»

26.3.2020

Jetzt ist endlich Schluss mit all der Heuchelei. Küsschen rechts, dann links und nochmals rechts – eine Pseudoform des Küssens, die unser Autor schon seit langem völlig überflüssig findet.

Mit dem Coronavirus besteht Hoffnung, dass sich in der Schweizer Begrüssungskultur Grundlegendes ändert.

Drucken Teilen Ein Begrüssungsküsschen für den kanadischen Premierminister Justin Trudeau (25. Augsut 2019). Doch in Zeiten der Pandemie ist erst einmal Schluss mit unangemessenem Geküsse. Carlos Barria / Reuters Jetzt ist endlich Schluss mit all der Heuchelei. Küsschen rechts, dann links und nochmals rechts – eine Pseudoform des Küssens, die ich schon seit langem völlig überflüssig finde. Seit man sich allenthalben Du sagt, ist das Küsschen-Ritual inflationär geworden. Eigentlich wäre es ja je eines auf beide Wangen. Die deutschen, französischen, italienischen Bekannten begnügen sich damit. Wir aber machen jeweils reflexartig einen dritten Anlauf. Und das ist nur peinlich. Vor allem, wenn das Gegenüber mit den unsäglichen Schweizer Gewohnheiten vertraut ist und Entgegenkommen demonstrieren will, während man selber sich international angepasst zeigt und bei zwei erleichtert abbricht. Zweimal, dreimal? Schon immer habe ich mich gefragt, warum ausgerechnet in der Schweiz dreimal. Sind wir besonders offenherzig, kontaktfreudig und körperbetont? Wohl kaum. Hier muss eine Verklemmtheit wettgemacht werden. Wenn beide Gegenüber Brillenträger sind, artet das Ganze übrigens in ein klapperndes Gefecht der Gestelle aus. Und weil es so unangenehm ist, hält man sowieso nur noch pro forma die Wange hin. Wenn dich jemand auf deine rechte Wange schlägt, so wende ihm auch die andere zu – lediglich ein zweites Mal reichte auch in der Bibel vollkommen. Von richtigen Küssen kann dabei aber ohnehin keine Rede sein. Da war der sozialistische Bruderkuss von Breschnew und Konsorten, der mich als Kind in der Tagesschau immer so belustigte, von ganz anderem Kaliber. Andere Völker, andere Sitten eben – aber auch andere Zeiten, denn dieser sowjetische Gruss hat sich längst überlebt. Hände schütteln jedenfalls reicht bei weitem. Was ein herzlich-fester Handschlag ist, werden wir nach der Corona-Krise wieder zu schätzen wissen. Wer es wirklich ernst meint mit seiner Freude über das Wiedersehen, der nimmt sein Gegenüber ohnehin in den Arm, drückt es an seine Brust oder klopft ihm kollegial auf die Schulter. Und es gibt Alternativen. Dass man in Japan besonders distanziert sein soll, ist ein Vorurteil. Dort mag man es durchaus dicht an dicht. Vor der japanischen Verbeugung können wir uns aber nur verneigen. Diese Alltagszeremonie hat viel mit Höflichkeit, Respekt und Ehrerbietung zu tun, etwas, was uns Gleichmachern längst fremd geworden ist. Je höher das Gegenüber erscheinen soll, desto tiefer die Verneigung. Das hat nichts Unterwürfiges, sondern erinnert vielmehr an die Grazie unseres höfischen Knickses vergangener Zeiten. In die Augen sehen und lächeln Solche Begrüssungsrituale ganz ohne Körperkontakt haben in Zeiten der Pandemie grosse hygienische Vorteile. Und darum ist jetzt erst einmal Schluss mit unangemessenem Geküsse. Vielmehr besteht die Hoffnung, dass wir neue Rituale finden. Kinder sind da am flexibelsten. Ohnehin mit asiatischen Grussformeln vertraut ist, wer von ihnen Judo oder Karate ausübt. Und in Schulen wurde, schon bevor diese geschlossen wurden, der thailändische Wai oder das indische Namaste mit vor der Brust gefalteten Händen geprobt. Unter Kollegen nimmt sich der neue Ellbogen-Gruss oder der Wuhan-Shake mit den Füssen ja gar nicht so uncool aus. Was aber gibt es Schöneres beim Wiedersehen, als sich einfach in die Augen zu sehen und zu lächeln? Das können wir übrigens von unseren Babys und Kleinkindern lernen: Ihr Lächeln signalisiert uns nichts anderes als das Wiedererkennen. Lächeln ist universell verständlich und wohl die entwaffnendste Kontaktaufnahme mit einem Mitmenschen, die man sich überhaupt vorstellen kann. Weiterlesen: Neue Zürcher Zeitung

Sie haben vielleicht Probleme..;) Küsschen, hmm. Von der Bettkante würde ich Melania aber nicht stoßen. Sie könnte sich ja Aua machen. 😀 Social Distancing ist halt schon was tolles.... nicht ? Ich möchte keine Welt ohne Umarmung und Küsschen. Medizinisch gesehen, außerhalb Corona, stärkt es das Immunsysthem. Wir wollen ja auch Kinder weiter in den Arm nehmen. Glamourregeln unbeachtet.

och, schade. Mir hat's gefallen. Hahahaha das ist doch eine schöne Sache an der Schweiz. Dieses Herzige. Also ich fand das immer gut wenn ich in der Schweiz war. Nee Frau die Hand zugeben fühlte sich dann zurück in Deutschland wieder irgendwie komisch an. Besonders bei den Frauen ,Küsschen links Küsschen rechts wird es wohl nicht mehr geben .😘😍🤣😜

Justin Trudeau und Melania Trump finden das sehr schade. Das war deren Highlight des Jahres. 👍😀 Aber schade um den Handschlag!

Einbrechen in Zeiten des Corona – ein Direktbetroffener schildert sein Leiden«Es gibt Lichtblicke. Ein gewisser Teil der Bevölkerung missachtet die Empfehlungen des Bundesrats. Das verschafft ein wenig Luft.»

Bärfuss attackiert Schweizer Corona-Politik – was ist da dran?Lukas Bärfuss schreibt im «Spiegel», die Schweiz stünde schlechter da als Italien. Das sagen die Experten dazu. Er ist ja auch extrem qualifiziert. Vielleicht sollte er sich mal Ricky Gervais Rede bei den Golden Globes anhören. Der Mann ist ein armseliges Würstchen.

Corona-Krise: Joe Biden weiss nicht, wie man richtig hustet - BlickWährend eines Interviews zum Thema Corona-Pandemie hustet Joe Biden in die Hand. Der CNN-Moderator weist ihn zurecht, dass er in den Ellbogen husten müsse. Der US-Präsidentschaftskandidat gibt zu, einen Fehler gemacht zu haben. Wie er richtig hustet weiss er schon. Nur wie es seine Umwelt sehen will weiss er nicht!

Corona als MetapherVon der Pest zu Corona — jede Krankheit erzeugt fatale Zuschreibungen, mit denen sich die Menschen gegen etwas Unbegreifbares zu wappnen versuchen.

Er sieht die Schweiz als nächsten Corona-Hotspot«Der Schriftsteller Lukas Bärfuss meint es gut mit seinen Warnungen. Aber sein System-Bashing ist momentan kontraproduktiv.» Nein, alles ist richtig, was uns vor (VOR) Corona bringt - und nicht immer nur hinterher.

Informatiker kassiert Lob für Corona-Karte: BAG unter BeschussDer Berner Informatiker hat die aktuellste Corona-Karte der Schweiz programmiert und viel Lob dafür geerntet. Gleichzeitig steht das BAG wegen ihres Daten-Puffs weiter unter Beschuss.



Drängen sich Schweizer in die Ausgangssperre?

Weltweit über 715'000 Infizierte und 33'000 Tote

«Wurde aus WG gemobbt, weil ich Ärztin bin»

259 Schweizer sitzen auf Kreuzfahrtschiff fest

20 Minuten

Applaus ist gut. Bezahlung ist besser

So nice war unsere zweite «Bliib dihei»-Insta-Party

Schreibe Kommentar

Thank you for your comment.
Please try again later.

Neuesten Nachrichten

Nachrichten

26 März 2020, Donnerstag Nachrichten

Vorherige nachrichten

Ende der 'Lindenstrasse': Wohin mit unserer Sehnsucht?

Nächste nachrichten

Verlängert ein Wimbledon-Aus Federers Karriere?
«Pro Tag werden bis zu 2 Mio. Masken verbraucht» Politiker befürworten eine teilweise Maskenpflicht Was nützen Masken im Kampf gegen Corona? Lidl zahlt Angestellten eine Sonderprämie Polizei lässt Blaufahrer nicht mehr blasen Zahl der bestätigten Fälle steigt auf über 16'000 So reagiert Österreich auf die Maskenpflicht Alain Berset besucht Corona-Testzentrum 12-jähriges Mädchen stirbt in Belgien an Coronavirus Tessin meldet 15 Corona-Tote innert 24 Stunden Clubs und Beizen wollen Mietzahlungen stoppen Landwirt (30) schoss mit Jagdgewehr auf die Opfer
Drängen sich Schweizer in die Ausgangssperre? Weltweit über 715'000 Infizierte und 33'000 Tote «Wurde aus WG gemobbt, weil ich Ärztin bin» 259 Schweizer sitzen auf Kreuzfahrtschiff fest 20 Minuten Applaus ist gut. Bezahlung ist besser So nice war unsere zweite «Bliib dihei»-Insta-Party Als Risikopatient zum Arbeiten gezwungen Russland: Putins Verfassungstricks regen zum Lachen an Coronavirus: Maskiert euch! «Wir haben ein Drittel weniger Kunden in den Supermärkten» Manager-Boni sind immun gegen Corona