Corona-Medienkonferenz – Hat die Schweiz die Kehrtwende geschafft?

Jetzt live: Die Experten des Bundes äussern sich zur Corona-Lage in der Schweiz.

24.11.2020 16:00:00

Jetzt live: Die Experten des Bundes äussern sich zur Corona-Lage in der Schweiz.

Die Experten des Bundes äussern sich ab 14 Uhr zu den sinkenden Fallzahlen. Wir berichten live.

«Aktuell gibt es noch immer 260 freie Intensiv-Betten»Die Pressekonferenz beginnt. Virginie Masserey übernimmt als Erste das Wort. Sie erläutert noch einmal die aktuellen Fallzahlen. In den letzten 14 Tagen gab es in der Schweiz 12 Corona-Todesfälle auf 100'000 Personen. Das sind gleich viele wie in Frankreich. «Im Vergleich zu den aktuellen Fällen ist die Zahl der Todesfälle relativ tief. Das zeigt, dass die Qualität der Pflege hierzulande sehr gut ist», sagt Masserey.

Apotheker: «Wir wollen endlich gegen Corona impfen dürfen!» - Blick Schnee-Chaos dauert an – bis 20 Zentimeter zusätzlich im Mittelland Corona: Die Kantone verweigern SVP-Aeschi die Gefolgschaft - Blick

Die Zahl der Patienten, die auf der Intensivstation behandelt werden müssen, habe sich stabilisiert. «Aktuell gibt es noch immer 260 freie Betten auf den Intensivstationen.» Dennoch sei die Situation in den Spitälern und medizinischen Einrichtungen besorgniserregend, fügt Masserey hinzu.

Auch in den Alters- und Pflegeheimen habe sich die Lage stabilisiert. Masserey fordert deshalb, dass Besuche in Pflegeheimen «unter entsprecheneden Massnahmen» wieder erlaubt werden.Diese Experten informieren heuteAb 14 Uhr informieren die Experten und Amtschefs des Bundes über die aktuelle Situation der Corona-Pandemie in der Schweiz. Bei der Pressekonferenz geben folgende Personen Auskunft über die Corona-Lage: headtopics.com

Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle des BAGDora Makausz, Leiterin Ressort Querschnittleistungen, SECOMartin Ackermann, Präsident, National COVID-19 Science Task ForceRudolf Hauri, Kantonsarzt Zug, Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte

BAG meldet 4241 NeuinfektionenIn der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) innert 24 Stunden 4241 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Zudem registrierte das BAG gemäss einer Mitteilung vom Dienstag 142 neue Todesfälle und 238 Spitaleintritte.

Die Posititivitätsrate für die vergangenen zwei Wochen lag bei 22,2 Prozent. Im gleichen Zeitraum wurden pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner 741 laborbestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet. Getestet wurden in den 14 Berichtstagen 64'031 Personen.

Seit Beginn der Pandemie gab es insgesamt 325'562 laborbestätigte Fälle von Ansteckungen mit dem Coronavirus, wie das BAG mitteilte. Insgesamt 12'129 Personen mussten wegen einer Covid-19-Erkrankung im Spital behandelt werden. Die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit Covid-19 stieg gemäss BAG auf 3930, 1040 davon allein in den letzten 14 Tagen. headtopics.com

So viel Schnee in Zürich und Ostschweiz wie vor 15 Jahren - Blick Die Nerven liegen blank – nicht nur bei der SVP An der WM in Ägypten - Kaltstart zum Trotz: Schweizer Handballer bezwingen Österreich

In der Schweiz und in Liechtenstein wurden bisher 2'592'950 Tests auf Sars-CoV-2, den Erreger der Atemwegserkrankung Covid-19, durchgeführt. Gegenüber Montag wurden dem BAG 20'794 neue Tests gemeldet.Aufgrund der Kontakt-Rückverfolgung waren am Dienstag nach Angaben des BAG 32'919 Personen in Isolation und 31'153 Menschen standen unter Quarantäne. Zusätzlich waren 276 Heimkehrerinnen und Heimkehrer aus Risikoländern in Quarantäne.

Hier geht es zu unseremmit allen Zahlen.AusgangslageDas Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat eine neue Strategie zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie entwickelt. Wird bei einer bestimmten Gruppe ein positiver Fall festgestellt, soll künftig die gesamte Gruppe mit Schnelltests getestet.

Die neue Strategie werde «in den kommenden Wochen umgesetzt», sagte BAG-Sprecher Daniel Dauwalder am Sonntag gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA und bestätigte damit Informationen aus der «NZZ am Sonntag». Er nannte als Beispiele Schulen oder Heime, sagte aber nichts über weitere potenzielle Zielgruppen.

Laut Dauwalder wird damit die Suche nach Infektionsherden verbessert. Die Strategie könne erst jetzt umgesetzt werden, da zuvor die Schnelltests eingeführt werden mussten.Kontroverse über angebliche Pandemie-Versäumnisse im SommerMögliche Versäumnisse bei der Handhabung der Corona-Pandemie im Sommer haben eine Kontroverse ausgelöst. Die Behörden bestreiten Unterlassungen im Vorfeld der zweiten Welle. Laut Epidemiologen wurden dagegen klare Warnhinweise übersehen. Der WHO-Sondergesandte für Covid-19 warnte gar vor einer dritten Welle in der Schweiz. headtopics.com

BAG-Direktorin Anne Lévy hat sich am Wochenende in einem Interview mit dem «Sonntagsblick» zuversichtlich gezeigt, «dass wir momentan in die richtige Richtung gehen». Es sehe nach einer Trendwende aus. Sie sei vorsichtig optimistisch.

Gestützt wird diese Einschätzung von der Entwicklung der sogenannten Reproduktionszahl (R-Wert).Gleichzeitig bestritt die neue Chefin des BAG, dass die Schweiz zu wenig vorbereitet gewesen sei auf die zweite Welle. Man habe gewusst, dass eine zweite Welle komme und dass diese vermutlich heftiger sein werde als die erste.

Streit um Anwaltskosten: Trump bricht offenbar mit Rudy Giuliani - Blick 60 Strassen im Aargau geschlossen, über 30 Feuerwehren im Einsatz Polizei stösst es sauer auf – Irre Schneeballschlacht im Hyde Park Leeds

Vom Ausmass überraschtDie zweite Welle habe die Schweiz nicht unvorbereitet getroffen. Im Sommer hätten die Kantone sowohl das Contact Tracing als auch die Testkapazitäten ausgebaut. Niemand habe jedoch damit gerechnet, dass die Zahlen so schnell ansteigen würden.

Es sei in diesem Sommer legitim gewesen, «ein positives Szenario zuzulassen», stimmte auchLukas Engelberger, Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektoren (GDK), dieser Einschätzung in einem Interview mit der «Sonntagszeitung» zu.

Widerspruch dazu gab es am Wochenende von der Epidemiologin Emma Hodcroft von der Universität Bern und David Nabarro, dem Sondergesandten der Weltgesundheitsorganisation WHO im Kampf gegen Covid-19. Hodcroft sagte gegenüber der Zeitung «Le Matin Dimanche»: «Der langsame Anstieg der Fallzahlen im Juni und Juli hätte uns alarmieren müssen.» Das seien schleichende Anzeichen gewesen, an die man sich aber gewöhnt habe.

Nabarro erklärte in einem Interview mit den CH Media-Medien vom Samstag, die Schweizer Behörden hätten es verpasst, in den Sommermonaten die nötige Infrastruktur aufzubauen, nachdem sie die erste Welle unter Kontrolle gebracht hatten. Die Folge sei die zweite Welle. Wenn man jetzt nicht handle, werde man Anfang 2021 die dritte Welle haben.

Die Länder Ostasiens hätten klar gezeigt: wenn man die Fallzahlen hinuntergebracht habe wie im Sommer, lockere man die bisherigen Massnahmen nicht. «Man wartet, bis die Fallzahlen tief sind und tief bleiben», so Nabarro. Erst müsse man vorbereitet sein, um künftige Ausbrüche zu stoppen.

Maurer sticht in WespennestHoch gingen die Wogen am Wochenende – vor allem in den sozialen Medien – auch im Zusammenhang mit einer Aussage von Bundesrat Ueli Maurer in der «Samstagsrundschau» von Schweizer Radio SRF.Er hatte sich dort unter anderem auch zur hohen Zahl der Todesopfer in der zweiten Welle geäussert.

Er wies den Vorwurf zurück, die Corona-Krise sei diesbezüglich aus dem Ruder gelaufen. «Wir sind bewusst dieses Risiko eingegangen, weil wir eine Güterabwägung gemacht haben.» Die Gesundheit sei zwar unbestritten wichtig, aber auch die Wirtschaft müsse leben und ein gesellschaftliches Leben müsse ebenso möglich sein. «Der Weg, den wir eingeschlagen haben, stimmt für mich.»

Dass man ältere Menschen opfere, um die Wirtschaft am Laufen halten zu können, wies auch BAG-Direktorin Lévy zurück. Die Schweiz stehe nicht wesentlich schlechter da als das europäische Ausland. Aber jeder verfrühte Todesfall sei «einer zu viel, sehr tragisch und muss verhindert werden».

Auch GDK-Präsident Engelberger räumte ein, er könne sich vorstellen, «dass wir es dem Schwelbrand im Sommer zu einfach gemacht haben, indem wir zu sehr gelockert haben». Es sei aber noch zu früh, um das beurteilen. Man wisse noch nicht, ob es die Schweiz am Schluss wirklich schlimmer treffe.

Beginn des Live TickersPubliziert heute um 13:05 Uhr2 KommentareMarkus Morenovor 15 MinutenDie Schweiz hatte gestern Montag gleich viele Neuinfektionen wie Frankreich, das allerdings 8x mehr Bewohner/innen zählt. Ob die Kurve geschafft ist? Naja.

Weiterlesen: Tages-Anzeiger »

In eigener Sache – Wir verbessern den «Morgen»-Newsletter

Neues Jahr, neuer Stil: Der «Tages-Anzeiger» überarbeitet den Newsletter «Der Morgen» inhaltlich und gibt ihm mit den neuen Hosts, Salome Müller und Edgar Schuler, noch mehr Gewicht.

Die staatschefs machen was man ihnen sagt. WEF BRAB muss weg. Es ist ganz normal das man C19 gehabt hat.