Corona in der Baubranche – «Die Situation ist katastrophal»

Keine Masken, übervolle Baracken und verdreckte Toiletten: Die Arbeitsbedingungen sind für viele Bauarbeiter prekär.

21.01.2021 00:00:00

Keine Masken, übervolle Baracken und verdreckte Toiletten: Die Arbeitsbedingungen sind für viele Bauarbeiter prekär.

Keine Masken, übervolle Baracken und verdreckte Toiletten: Die Arbeitsbedingungen sind für viele Bauarbeiter prekär. Ein Augenschein auf Zürcher Baustellen.

«Auf dem Land ist es fast noch schlimmer»Diese Mängel sind nicht auf Baustellen in Zürich begrenzt, so Guido Schluep, Branchenleiter Bau bei der Gewerkschaft Syna. «Das ist ein schweizweites Problem. Auf dem Land ist es fast noch schlimmer als bei Grossfirmen, die die Kapazität haben, ein Sicherheitskonzept umzusetzen», sagt Schluep. Auch die Gewerkschaft Unia ortet auf vielen Baustellen

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erhebliche Mängel. Vielfach würden die Arbeiter auch nicht ausreichend mit Schutzmaterial versorgt.«Mängel gibt es oft bei neuen Baustellen und auf solchen, wo eine neue Bauphase begonnen hat», sagt Manuel Käppler von der Unia Baselland. Dort gebe es mit einem gemeinsam von Gewerkschaften und Arbeitgebern entwickelten Kontrollsystem eines der besten der Schweiz: Jede Baustelle werde alle 4 bis 6 Wochen besucht.

Um die Situation zu verbessern, appelliert Unia Schweiz zum einen an die Baufirmen, dafür zu sorgen, dass die Schutzmassnahmen umgesetzt werden. Sie müssten den Arbeitern Masken zur Verfügung stellen. Zum anderen fordert die Gewerkschaft mehr Kontrollen durch die Suva, die im Auftrag des Bundes für den Vollzug der Corona-Massnahmen zuständig ist. « headtopics.com

Die allerwenigsten Bauarbeiter berichten uns, dass sie überhaupt je eine Kontrolle erlebt haben», sagt Chris Kelley, Unia-Co-Leiter für den Sektor Bau.Ein Suva-Sprecher erklärte, die Behörde arbeite mit Stichproben. «Unsere Ressourcen sind nicht darauf ausgerichtet, sämtliche Baustellen der Schweiz zu kontrollieren.» Bei über 10.000 Kontrollen am Bau und weiteren 3600 in Industrie und Gewerbe im vergangenen Jahr habe die Suva nur bei 0,5 Prozent der Fälle grobe Mängel festgestellt, die zur vorübergehenden Schliessung geführt hätten. Es sei jedoch klar, dass es immer Baustellen geben werde, auf denen die Massnahmen nicht eingehalten werden. Die Suva bitte um entsprechende Hinweise. Was die Maskenpflicht betreffe, appelliere die Behörde letztlich auch an die Eigenverantwortung jedes einzelnen.

Aus Angst vor negativen Konsequenzen vermeiden viele Bauarbeiter, sich krank zu melden.Die Situation hat sich für viele durch die Krise noch verschlimmert. Dort, wo die Corona-Massnahmen eingehalten werden, kosten sie Geld und führen mitunter zu Verzögerungen. Doch die Termine müssen eingehalten werden. «

Der Druck auf der Baustelle ist enorm», sagt ein Arbeiter. Aus Angst vor negativen Konsequenzen vermeiden viele, sich krank zu melden. «Auf deraustelle ist die Kultur so, dass manauch– so lange, bis man heimgeschickt wird. Keiner will negativ auffallen

,vor allem in der angespannten wirtschaftlichen Situation», sagt ein Betroffener.Die Diskussion über Homeoffice erscheint den meisten Bauarbeitern und Bauarbeiterinnen wie aus einer anderen Welt. Sie fühlen sich als Bürger zweiter Klasse. « headtopics.com

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