China, Die Hsg Und China Als Lehrstück – Wo Die Angst Regiert, Stirbt Die Freiheit, Kommentar, Meinung, Nachrichten

China, Die Hsg Und China Als Lehrstück – Wo Die Angst Regiert

China und die HSG: Wo die Angst regiert, stirbt die Freiheit

Es ist einfach, mit dem Finger auf #China zu zeigen. Dabei ist es der Westen, der seine Werte verteidigen und den Mut aufbringen muss, die Konsequenzen zu tragen. Ein Kommentar von @KBuechenb.

04.08.2021 19:00:00

Es ist einfach, mit dem Finger auf China zu zeigen. Dabei ist es der Westen, der seine Werte verteidigen und den Mut aufbringen muss, die Konsequenzen zu tragen. Ein Kommentar von KBuechenb.

Es ist einfach, mit dem Finger auf die chinesische Regierung zu zeigen. Dabei steht vor allem der Westen in der Verantwortung. Er muss seine Werte verteidigen und den Mut aufbringen, die Konsequenzen zu tragen.

Jason Lee / ReutersIm Westen hat sich eine diffuse Angst vor möglichen Vergeltungsmassnahmen der chinesischen Regierung eingeschlichen. Das hat der Fall, über den die NZZ am Dienstagberichtete, erneut gezeigt. Eine Professorin an der Universität St. Gallen (HSG) fürchtet, dass Peking ihr wegen ihres chinakritischen Doktoranden die Einreise verweigern könnte. Sie kappt alle Verbindungen zu ihm und nimmt ihm damit die Chance auf einen Doktortitel.

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Hinweise auf Druckversuche des chinesischen Staats auf die Professorin sind nicht bekannt. Umso erschreckender ist die Leichtfertigkeit, mit der die HSG die Zusammenarbeit mit ihrem Doktoranden auf Basis einer blossen Vermutung einer Repressionsmassnahme beendet hat. Die chinesische Regierung, hätte sie denn die Notwendigkeit dafür überhaupt gesehen, musste gar nicht erst einschreiten. Die HSG hat ihr diese Arbeit bereits abgenommen. Das ist vorauseilender Gehorsam einem autoritären Regime gegenüber.

Zusammenarbeit ja, aber nicht um jeden PreisDie chinesische Regierung sorgt für ein Klima der Einschüchterung mit ihrer immer aggressiveren Aussenpolitik. So hat sie Anfang Jahr im Rahmen von Sanktionen den Mitarbeitern des grössten auf China spezialisierten Forschungsinstituts in Europa verboten, ins Land einzureisen. headtopics.com

Es ist jedoch zu einfach, mit dem Finger auf China zu zeigen. Dass eine Grossmacht versucht, ihre Interessen auf der internationalen Bühne durchzusetzen, erstaunt nicht. Der Westen steht in der Verantwortung, sich nicht einschüchtern zu lassen, Abhängigkeiten genau zu prüfen, eigene Werte zu verteidigen und eigene Grenzen zu ziehen. Dazu gehört, endlich die Dogmen der Zusammenarbeit mit China um jeden Preis und der Beschwichtigungspolitik fallenzulassen.

Nichts Geringeres als die Freiheit steht auf dem Spiel: die Freiheit, zu sagen, zu erforschen, zu veröffentlichen, was man will, Fehler von Unternehmen oder Institutionen anzuprangern, gegen Versäumnisse der eigenen Regierung zu protestieren. Für westliche Demokratien sind diese Freiheiten eine Selbstverständlichkeit. Sie sind so selbstverständlich, dass zu spät erkannt wird, wenn sie bedroht werden.

Es braucht Regeln und Strategien im Umgang mit ChinaChinesinnen und Chinesen sind viel gewitzter im Umgang mit ihrer Regierung. Sie loten Grenzen aus und überschreiten sie, um sie auszuweiten. Journalisten recherchieren in der Nachbarprovinz zu heiklen Themen, um die Regierung in der eigenen Provinz nicht am Hals zu haben. Nutzer der sozialen Netzwerke verwenden kreative Codes und Zeichen, um die Machthaber versteckt kritisieren zu können. Unternehmer suchen Schlupflöcher in restriktiven Gesetzen, um Gewinne zu erzielen. Nie würden sie eine neu gewonnene Freiheit in vorauseilendem Gehorsam freiwillig abtreten.

Rückgrat bewies 2019 auch die Zürcher Hochschule der Künste. Als die chinesische Botschaft unter anderem wegen der Vorführung eines Films über die Proteste in Hongkong intervenierte, verwies der Rektor Thomas D. Meier auf die Schweizer Bundesverfassung, welche die Kunstfreiheit garantiert. headtopics.com

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Genauso wenig sollten sich andere Institutionen in westlichen Demokratien der chinesischen Regierung anbiedern, indem sie den Dalai Lama nicht mehr einladen, keine Bilder von Ai Weiwei ausstellen oder die Zusammenarbeit mit einem chinakritischen Doktoranden beenden. Vielmehr sollten sie sich zusammenschliessen, um gemeinsam Regeln und Strategien im Umgang mit China zu definieren.

Es geht dabei nicht darum, eine moralische Überlegenheit zu demonstrieren, blind zu provozieren oder wirtschaftliche Interessen komplett zu ignorieren. Es gilt jedoch, Werte und Freiheiten zu bewahren, die die Grundlage von Bildung, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft bilden. Denn China wird seine Ansprüche immer vehementer durchsetzen und nicht einfach von der Weltbühne verschwinden.

15 Kommentarevor etwa einer Stunde34 EmpfehlungenVielen Dank für diesen Kommentar. Zu meiner Studienzeit an der HSG hatte ich die Gelegenheit, im Rahmen eines Auslandsemesters in China zu studieren und habe Land und Leute kennen und schätzen gelernt. Umsomehr irritiert mich die Vehemenz, mit welcher China seit Xi Jinping auftritt. Das Verhalten der Uni SG ist einfach nur beschämend und einer westlichen Universität unwürdig. Der Name der Professorin gehört veröffentlicht.

34 Empfehlungenvor etwa einer Stunde27 EmpfehlungenAls HSG-Absolvent kann ich nur sagen: falls sich das so abgespielt hat, wie die NZZ berichtete, dann ist das Verhalten der HSG inakzeptabel. Dies muss Folgen haben. Wie kann eine solche Professorin unabhängig und nur der Wahrheit verpflichtet forschen, wenn sie wegen einer solchen Kleinigkeit Angstzustände bekommt? Das Problem der Wahl seiner Forschungsthemen in Fällen, wo der Forschende berufliche oder private Beziehungen zu einem Land mit einem autoritären Regime hat, ist mir sehr wohl bekannt. Auch ich würde nicht alles laut hinausposaunen. Aber zu glauben, dass China nun die Beziehungen zur HSG abbrechen würde, weil ein Student, der offensichtlich seine Situation und jener seiner Mitmenschen nicht richtig beurteilen kann, Xi kritisiert, ist doch zu viel Angst. Ich hoffe nur, dass die ungenannte Professorin nicht jene ist, die mit der Fudan-Universität (s. Ungarn) die Mitbegründerin eines Konfuzius-Instituts an der Universität Nottingham war. Sonst wäre sie gleich doppelt blamiert. headtopics.com

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KBuechenb Dabei sollte man sich wohl aber auch nicht von selbstgefälligen „Karikaturen“ von CCP-Botschaften beeinflussen lassen. KBuechenb Und die Bundesrepublik Deutschland zahlt jährlich 230 Mio € Entwicklungshilfe an die VR China? Habe ich kürzlich gelesen. Ich hoffe ,dass das ein fake-Nachricht ist. Peter Hollmann

KBuechenb Konsequentes Handeln beginnt damit, dass man Probleme klar erkennt und deutlich benennt. Mit einem China-Bashing hat das nichts zu tun. Aber es stimmt: Die Kritik ist nur glaubwürdig, wenn Europa die eigenen Werte auch lebt - z.B. in der Flüchtlingspolitik! KBuechenb Mich würde mal interessieren, ob irgendjemand in China dem Geblubber aus dem Westen überhaupt noch irgendeinen Wert beimisst?

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