Bergbahn-Milliardär profitiert im Wallis von Steuergeldern

In Crans-Montana herrscht Streit, Investor Radovan Vitek treibt die Gemeinde vor sich her. Recherchen zeigen nun, wie seine Firmen zu öffentlichen Darlehen kommen.

5/15/2019
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Der Fall ist exemplarisch für ein relativ neues Problem in der Tourismuspolitik des Bundes: Die mit öffentlichen Mitteln finanzierten Infrastrukturen werden zum Spielball privater Investoren. (Abo+)

In Crans-Montana herrscht Streit, Investor Radovan Vitek treibt die Gemeinde vor sich her. Recherchen zeigen nun, wie seine Firmen zu öffentlichen Darlehen kommen.

Heute hat der Stillstand der Bahnen einen natürlichen Grund: Die Wintersaison ist zu Ende. Der Streit ist geblieben. Gemeindepräsident Nicolas Féraud steht vor den parkierten Gondeln und wirkt ernüchtert. Die Beziehung zwischen Vitek und der Gemeinde bleibe zerrüttet, sagt er. Crans-Montana hat jeglichen Einfluss auf jene Infrastruktur verloren, an der im Bergtourismusort alles hängt.

An ihrer Stelle schoss der in Crans-­Montana wohnhafte, pauschalbesteuerte tschechische Investor Radovan Vitek 50 Millionen Franken ein. Der Immobilienmogul mit einer Investmentgesellschaft in Luxemburg hatte bereits 2014 einen grösseren Anteil CMA-Aktien gekauft. Mit der Kapitalerhöhung erhielt er eine Mehrheit. Der Aktienanteil der Gemeinden sank von 23 auf 11 Prozent.

Was Féraud nicht weiss, aber Recherchen belegen: Für die Renovation der «Ligne du Signal» erhielt Vitek vom Bund ein günstiges Darlehen von zwei Millionen Franken aus dem Fonds der neuen Regionalpolitik (NRP). Weitere zwei Millionen Franken zahlte der ­Kanton Wallis. Denn die Regel bei der NRP lautet: Nur wenn der Kanton Geld bewilligt, zahlt auch der Bund. Und zwar dieselbe Summe. Bereits früher hatten Bund und Kanton Darlehen für Ski­anlagen in Crans-Montana gesprochen. Seit Dezember 2009 flossen insgesamt über zehn Millionen Franken in die CMA. Dies teilt das Volkswirtschafts­departement des Kantons Wallis auf ­Anfrage mit. Als Vitek die Firma übernahm, ist die Eidgenossenschaft über Nacht zu einem wichtigen Gläubiger des impulsiven Tschechen geworden.

Der Wind scheint im Wallis nun aber zu drehen. Gegen Vitek. Zumindest ein wenig. Crans-Montana, Icogne und Lens kamen überein, in der Causa Vitek die Walliser Staatsanwaltschaft einzuschalten. Der Vorwurf: Kurz nachdem er die Kontrolle über die Bergbahngesellschaft CMA erhielt, soll Vitek deren Kasse geleert und die übrigen Aktionäre geschädigt haben. Konkret: Viteks CMA kaufte 2016 für 35 Millionen Franken die Immobiliengesellschaft CMAI, die Vitek gehörte. Ein Grossteil des in die CMA investierten Kapitals floss also direkt zurück in sein Portemonnaie.

Vitek hat reagiert und die Immobilienfirma CMAI wieder aus der CMA ­herausgekauft: für 35 Millionen. Ein finanzieller Schaden wäre damit behoben, eine allfällige Straftat jedoch nicht beseitigt. Die Walliser Staatsanwaltschaft hat im Herbst ein Verfahren eröffnet, das zurzeit hängig ist.

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