Bauboom in Argentinien - «Buenos Aires verliert Gedächtnis und Charakter»

21.01.2022 21:22:00
Bauboom in Argentinien - «Buenos Aires verliert Gedächtnis und Charakter»

Beton statt Charme: Alte Häuser werden abgerissen und durch Hochhäuser ersetzt, Proteste der Bürger ignoriert.

Bauboom, Argentinien

Bauboom in Argentinien : Beton statt Charme. Alte Häuser werden abgerissen und durch Hochhäuser ersetzt, Proteste der Bürger ignoriert.

Beton statt Charme: Alte Häuser werden abgerissen und durch Hochhäuser ersetzt, Proteste der Bürger ignoriert.

«Ich bin Architekt, ich will auch bauen, aber nicht hier, in den traditionellen Vierteln», sagt Sbabarti. «Mit jedem alten Stadthaus, das geht, verliert Buenos Aires ein Stück Gedächtnis und an Charakter. Verglaste Neubauten gibt es überall auf der Welt.»

Mit jedem alten Stadthaus, das geht, verliert Buenos Aires ein Stück Gedächtnis und an Charakter. Autor: Mauro Sbabarti Architekt und Aktivist Sbabarti engagiert sich für die Gruppierung «Basta de demoler», auf Deutsch «Schluss mit den Abrissen», die ein Register für das architektonische Erbe mit Baujahr vor 1941 fordert.

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Der Abriss Buenos Aires ist zu begrüßen! Es waren Kolonialist*innen, die ungeachtet der indigen*innen Bewohner*innen dieses groteske Mahnmal der vermeintlichen Überlegenheit Weiss*innens mit kapitalistischem Eifer aus dem Boden gestampft haben!

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Baldige Lockerungen - Könnte uns eine neue Mutation kurz vor dem Ziel zurückwerfen?Epidemiologe Jürg Utzinger befürwortet, dass der Bundesrat allenfalls frühere Lockerungen ins Auge fasst. Und er schätzt ein, was passiert, sollte eine neue Variante auftauchen. Powerful words from Ayanna Pressley: 'We cannot remain silent when our government sends $3.8 billion of military aid to Israel that is used to demolish Palestinian homes, imprison Palestinian children, and displace Palestinian families. A budget is a reflection of our values.' Ihr seit doch nur eine Hetzbande von deutschem Journalistenpack.🤷‍♀️ Am Bundesrat liegt das bestimmt nicht.

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Mehrere Stunden schon fahren wir durch Buenos Aires und noch immer fallen Architekt Mauro Sbabarti alte Stadthäuser ein, die er zeigen möchte: Kleinode aus den 1920er und 1940er Jahren, dem Tod geweiht.von Darum gehts Die Homeoffice-Pflicht wird Ende Februar aufgehoben, schon vor Ende März könnten die restlichen Massnahmen fallen.Erst legte der Blonde mit den blauen Augen und dem markanten Gesicht eine rasante Karriere im Nachkriegsdeutschland hin, dann war Hardy Krüger als «German Hero» und Frauenschwarm ein international gerngesehener Leinwandheld.Publiziert heute um 06:00 Uhr 0 Kommentare Die amerikanische Künstlerin Georgia O’Keeffe posiert vor ihrem Gemälde «Red White and Blue» (1930).

An ihren Fassaden hängen Werbebanner für verglaste Hochhäuser mit Pool, Gym und Tiefgarage. «Ich bin Architekt, ich will auch bauen, aber nicht hier, in den traditionellen Vierteln», sagt Sbabarti. Auch eine neue Variante habe in dieser Ausgangslage kaum mehr das Potenzial für eine Trendumkehr, so Utzinger. «Mit jedem alten Stadthaus, das geht, verliert Buenos Aires ein Stück Gedächtnis und an Charakter. Am Anfang war ein Adler«Eberhard Glückspilz kommt nach Hollywood»: So hatte es der als Franz Eberhard August Krüger geborene Berliner rückblickend einmal beschrieben. Verglaste Neubauten gibt es überall auf der Welt. Am Mittwoch entschied der Bundesrat, die Homeoffice-Pflicht bereits Ende Februar aufzuheben.» Mit jedem alten Stadthaus, das geht, verliert Buenos Aires ein Stück Gedächtnis und an Charakter. Nicht nur in Basel, sondern in der ganzen Schweiz finden 2022 zahlreiche Ausstellungen statt, die sich Künstlerinnen widmen.

Autor: Mauro Sbabarti Architekt und Aktivist Sbabarti engagiert sich für die Gruppierung «Basta de demoler», auf Deutsch «Schluss mit den Abrissen», die ein Register für das architektonische Erbe mit Baujahr vor 1941 fordert. Damit würden die 2G- und die 2G+-Regel, die ausgeweitete Maskenpflicht, die 3G-Regel für Veranstaltungen draussen ab 300 Personen sowie die Einschränkung privater Treffen fallen. Nach dem Krieg versuchte er in Hamburg sein Glück als Schauspieler. 00:21 Video Sbabarti: «Die Stadt verliert ihr kulturelles Gedächtnis» Aus 10 vor 10 vom 13.01. Der Blick nach Südafrika und zeigt, dass die Omikron-Welle so schnell wieder abflacht, wie sie hochgegangen ist.2022. Der schöne «hässliche Deutsche» Krüger drehte mit John Wayne («Hatari!», 1962) und mit James Stewart und Peter Finch («Der Flug des Phoenix», 1965). abspielen Die Pandemie hat an vielen Orten der Welt Diskussionen darüber ausgelöst, was eine lebenswerte Stadt ausmacht: mehr Grün? Grössere Wohnungen? Lichtdurchflutung? Doch Buenos Aires bewegt sich in die Gegenrichtung. Was passiert, wenn eine neue Variante auftaucht? Auch eine neue Variante hat in dieser Ausgangslage kaum mehr das Potenzial für eine Trendumkehr.

Geschätzt 2200 Baugenehmigungen wurden allein im Jahr 2021 ausgegeben. «Mehr Grün, weniger Zement»In vielen Vierteln haben sich Nachbarn zusammengefunden, die sich gegen den Bauboom wehren. Jürg Utzinger ist Epidemiologe und Direktor des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts. 00:33 Video Archiv: Hardy Krüger wird 90 Aus G&G Flash vom 12. Immer wieder protestieren sie, an diesem Tag vor dem Stadtparlament in Buenos Aires. Sie befürchten: mehr Hitze durch mehr Zement, fehlende Luftzirkulation und weniger Licht. Kurz: Ein Verlust von Identität und Lebensqualität. abspielen Sein «arisches» Aussehen hätte dem Schauspieler zum Verhängnis werden können, schrieb die FAZ einmal, habe Hollywood ihm doch immer wieder Nazi-Rollen angetragen.

«Mehr Grün, weniger Zement» steht auf ihren Plakaten. Oder: «Schluss mit den Hochhäusern!», «Schluss mit der Immobilienspekulation!» Doch bisher stossen sie damit bei der Stadtregierung auf taube Ohren. «Schluss mit der Zerstörung der Quartiere, mit den Abrissen. «Ich habe mir eine Karriere aufgebaut, durch die Filme, die ich nicht gemacht habe», sagte er einmal. Wir Nachbarn sagen nein zur städtischen Raumplanung, sie muss verändert werden, Hochhäuser müssen gestoppt werden», sagt Marina Tallarico vom Nachbarschaftsverband Vecinos Unidos de Núñez. Flucht vor der InflationEin Grund für den Bauboom: Bei einer Inflation von rund 50 Prozent will niemand in argentinischen Pesos sparen, eine Wohnung hingegen gilt als sichere Anlage.

Sbabarti erklärt, es fehle in Buenos Aires an Wohnraum. Gemeint war jene Zeit, als er mit persönlichen Reisetagebüchern das Fernsehpublikum faszinierte: Im TV erzählte er von 1987 bis 1995 für die ARD als «Weltenbummler» von seinen Reisen. Doch die Neubauten lösten das Wohnraumproblem der Stadt nicht: «Noch nie gab es in Buenos Aires so viele leerstehende Wohnungen und gleichzeitig Menschen, die auf der Strasse leben. Es ist eine sinnlose Zerstörung des architektonischen Erbes, ohne Planung. Der Platz wird eng, es wird an Licht fehlen. Krüger selbst engagierte sich derweil für ein anderes Projekt: Wenige Tage vor seinem 85.» Noch nie gab es in Buenos Aires so viele leerstehende Wohnungen und gleichzeitig Menschen, die auf der Strasse leben.

Autor: Mauro sbabarti Architekt und Aktivist Es geht Sbabarti und seinen Mitstreitern auch um den Schutz der wenigen Grünflächen. Zum Vergleich: In Buenos Aires gibt es gerade mal 5 Quadratmeter Grün pro Einwohner, in New York zum Beispiel sind es 13 Quadratmeter.. Darüber und über den Bauboom hätte SRF gerne mit den Verantwortlichen der Stadtregierung gesprochen. Doch auf Interviewanfragen gab es keine Antwort. Wie wichtig Grünflächen sind, wird gerade in diesen Tagen besonders klar.

Am 11. Januar, im Südsommer, stieg die Temperatur in Buenos Aires auf 41.1 Grad. In 700'000 Haushalten fiel der Strom aus. Doch manchmal haben die Denkmalschützer auch Erfolg: Ein historisches Kaffeehaus aus dem Jahr 1916, gegenüber des Kongressgebäudes, wird derzeit aufwändig restauriert.

Ermöglicht wurde dies durch Unterstützung von ganz oben: durch einen Parlamentsbeschluss der Bundesregierung. Bild 1 / 3 Legende: Die Restauration: Ein kleines Wunder. SRF Bild 2 / 3 Legende: Das Kaffeehaus gibt es seit 1916. SRF Bild 3 / 3 Legende: Co-Restaurierungsleiterin Monica Capano. SRF Co-Restaurierungsleiterin Mónica Capano bezeichnet das Projekt deshalb als kleines Wunder in einer Wüste.

Sie war selbst in der Denkmalschutzkommission der Stadt Buenos Aires – bis zu ihrem Rauswurf im Jahr 2012: «Die Immobilienentwickler selbst sassen in der Denkmalschutzkommission. Sie sprachen von Karies. Das heisst: Als wäre das Architekturerbe, alte, kleine historische Häuser, eine Karies. Und ich habe gesagt: Warum sprechen wir nicht von den grossen Reisszähnen, die in den Quartieren entstehen und die Landschaft entstellen?» Zuletzt im Dezember winkte die Stadtregierung zehn Hochhäuser mit bis zu 20 Stockwerken mithilfe von Ausnahmeregelungen durch. Doch die Nachbarschaftsverbände wollen weiter kämpfen: für das noch vorhandene architektonische Erbe, für eine lebenswerte Stadt, für mehr Grün.

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