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Herrenarmbänder, Nzz Bellevue Mode & Beauty

Alain Berset zeigt sich mit Armband: Was hinter dem Trend steckt

Zeig dein wahres Ich! Verantwortungsträger aus Politik und Wirtschaft schmücken sich gerne mit hippiehaftem Schmuck am Handgelenk.

19.01.2021 20:00:00

Zeig dein wahres Ich! Verantwortungsträger aus Politik und Wirtschaft schmücken sich gerne mit hippiehaftem Schmuck am Handgelenk. Was wollen sie uns damit sagen? Ein Beitrag von NZZBellevue.

Zeig dein wahres Ich! Verantwortungsträger aus Politik und Wirtschaft schmücken sich gerne mit hippiehaftem Schmuck am Handgelenk.

Ihre geflochtenen Freundschaftsbändchen oder Perlenreihen haben eine Aufgabe übernommen, die lange Zeit Krawatten innehatten, später dann Socken: Farbe ins Busi­ness-Grau bringen – und wenigstens einen Hauch Individualität. Derartige Dinge rufen, mehr oder weniger laut: «Schaut her, ich bin gar nicht so an­gepasst, wie ihr vielleicht gedacht habt! Ich bin eigentlich ein ganz Wilder!»

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Dabei sind die Armbänder insofern als eine mutigere Wahl denn eine gspassige Krawatte zu bezeichnen, als sie kein fester Teil der Garde­robe sind, sondern hinzugefügt werden. Auch rufen sie sofort Bilder wach, die sich sehr konträr zu dem des fleissigen Geschäftsmanns ver­halten: Hippies tragen Armbänder. Surfer. Piraten. Backpacker. Schauspieler. Schillernde Figuren also, Aussteiger.

Der Mut, ein solches Schmuckstück anzulegen, wird allerdings sofort wieder relativiert durch die Tatsache, dass das Handgelenk einer der wenigen Orte des zeitgenössischen Männerkörpers ist, die im gesellschaftlichen Konsens überhaupt geschmückt werden dürfen. Da kann Harry Styles sich noch so viele Perlenketten um­binden, der Schmuck-Dreiklang des Business-Tenues ist und bleibt: Ehe- oder Siegelring, Man­schettenknöpfe, Armbanduhr, fertig. headtopics.com

Aber wie ein wilder Hengst an seiner Kette zieht, so ziehen immer mehr Herren eine solche fürs Handgelenk aus der Schublade. Zweifler können dank der Fülle des Internets viele männliche Vorbilder mit Armband entdecken. Und fühlen sich so berechtigt, es ihnen gleichzutun.

Zur Uhr im Wert von so viel Geld, dass sich hoffentlich auch noch die nächste Generation daran erfreut, gesellen sich ein oder gar mehrere farbenfrohe Armbändchen, um zu zeigen, dass man nicht nur wichtig ist, sondern auch interessant. Und wenn man auf die Uhr schaut, wird man dank dem Schmuck auch gleich daran erinnert, wer man sein könnte.

Oft sind diese Armbändchen denn auch Ferienüberbleibsel, Souvenirs jener Wochen im Jahr, in denen man die Zeit hat, sich ernsthaft vorzugaukeln, man wäre jemand anderes. Dabei kommen diese Herren, die sich doch sonst gut auskennen in der Welt, gar nicht auf die Idee, dass ihr Schmuck auch eine ganz andere Botschaft aussenden kann als die des als Businessman verkleideten Individualreisenden. «Hilfe, ich wollte noch gar nicht erwachsen werden!», zum Beispiel. Oder: «Eigentlich bin ich gar nicht so überzeugt von dem, was ich da tue, weil ich eigentlich ganz anders bin.»

Daran ist, wie sollte es anders sein, die Gesellschaft schuld: Die Generation der Männer, die wir hier sehen, ist mit Narrativen von Heldenfiguren aufgewachsen, die gegen die herrschenden Normen sind. Weit und breit nur Underdogs und einsame Wölfe, von Michel aus Lönneberga über Harry Potter bis hin zu Wolverine. headtopics.com

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Und auch bei Momo gewinnen sicher nicht die grauen Herren. Sondern das bunte Hippie-Kind. So sollte man also werden, lernt der junge Mensch. Nicht Anzugträger mit Entscheidungsgewalt. Dann ist man aber genau das geworden, und eigentlich sind auch alle zufrieden so, wie es ist.

Aber eine leise Stimme im Inneren sagt: Du bist mehr! Zeig dein wahres Ich! Durch das Anlegen des Schmucks scheint sie sich zufriedenzugeben. Die Armbändchen haben also auch eine therapeutische Wirkung: Sie sind eine Möglichkeit, aufzubegehren, ohne gerade alles hinzuschmeissen. Natürlich gibt es auch Marken, die bereit sind, explizit dieses Loch zu füllen. Die Könige der Männerarmbänder sind Mads und Mikkel Kornerup und ihr Label Shamballa. Die dänischen Brüder sind gut vernetzt beim Jetset. Ihre eingeknüpften Steinkugeln mögen aussehen wie vom Hippiemarkt auf Ibiza. Verwendet werden aber zum Beispiel Diamanten; ein solches Armband kann gern so viel kosten wie ein schönes Auto. Günstigere Steinkugeln bekommt man bei Altrocker Thomas Sabo.

Sehr gut funktionieren auch Konzepte, die den Schmuck durch einen guten Zweck legitimi­eren: Die 4Ocean-Bracelets aus Amerika etwa, übrigens gegründet von zwei Surferfreunden, die jetzt Geschäftsmänner sind. Das Tragen ihrer Armbänder aus Recyclingmaterialien zeigt, dass dank diesem Kauf ein Pfund Müll aus dem Ozean gefischt wurde. Und offenbart so einer wachsenden Gruppe an Eingeweihten, dass man auch jemand ist, dem die Umwelt immerhin eine 25 Franken hohe Investition wert ist.

Noch erfolgreicher ist die Initiative #Togetherband. Die aus rezyklierten Materialien fair produzierten Armbänder sind in 17 verschiedenen Farben erhältlich, die alle eines der globalen Ziele der Vereinten Nationen symbolisieren. Mit dem Erlös wird deren Erreichen unterstützt. Beim Kauf bekommt man zwei: eins zum Selbsttragen, eins, um weitere Armbandmänner zu rekrutieren. headtopics.com

Unser Gesundheitsminister Alain Berset fügt diesem bunten Strauss an Möglichkeiten nun noch eine weitere Facette hinzu. Er trägt ein sogenanntes Mala, wie man es aus dem Hinduismus oder Buddhismus kennt, aus aneinandergereihten Tigeraugen-Perlen.

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Bellevue Solche Armbänder deuten oft auf infantilen Entwicklungsstand hin. Bellevue Nichts! Scheint aber der NZZ Quote zu bringen ... Wenn sonst nix mehr einfällt …. schade um die NZZ Bellevue Bellevue Bellevue ... kommt drauf an, aber nach Weihnachten, könnte man sich mit ein wenig Empathie vorstellen, dass es ein Weihnachtsgeschenk einer lieben Person ist ... das Message wäre dann nicht an uns gerichtet sonder an jene Person. Armband passt auch ins Budget eines Kindes.

Bellevue ein anagrammscherz ist noch drin. Bellevue NZZ = widerliche Lügner und Hetzer. Bellevue Bellevue Isch es wichtig? Bellevue ich wäre gerne freier ;-)