Abfahrt in Kvitfjell – Ein Zürcher Unterländer düpiert die Abfahrtselite

04.03.2022 14:41:00

Ein Zürcher Unterländer düpiert die Abfahrtselite: Niels Hintermann triumphiert in Kvitfjell.

Ein Zürcher Unterländer düpiert die Abfahrtselite: Niels Hintermann triumphiert in Kvitfjell.

Niels Hintermann gewinnt das Rennen in Norwegen und damit zum ersten Mal in seiner liebsten Disziplin. Er macht damit den Wengen-Sieg vergessen, der ihn lange belastete.

Foto: Erik Johansen (AFP)Wie er sie nicht mehr hören konnte, diese Fragen nach seinem Weltcupsieg in Wengen. Diesem Coup aus dem Nichts, begünstigt in der Kombination durch ganz spezielle Konditionen – er schadete ihm mehr, als dass er half. Niels Hintermann verlor nach dem Sensationssieg 2017 die Bodenhaftung, so sagt das der Zürcher Unterländer selber.

Er dachte, es werde der Startschuss zu einem Selbstläufer. Dabei stockt bei ihm danach so ziemlich alles, was nur stocken kann. In der Vorbereitung zum nächsten Winter hängt er beim Training in Zermatt an einem Tor an, so heftig, dass es die linke Schulter auskugelt und ein Nerv schwer verletzt wird. Hintermann verpasst die ganze Saison 2017/18, im Sommer weiss er nicht, ob er noch weitermachen will. Ob er noch weitermachen kann. Der Kopfsponsor hat ihn verlassen, die Suche nach Ersatz ist trotz des Wengen-Siegs schwierig.

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Abfahrt Kvitfjell - Hintermann siegt nach Riesen-Leistung in Norwegen, Feuz rast auf Rang dreiIn Kvitfjell werden an diesem Wochenende zwei Abfahrten und ein Super-G absolviert. Die erste Abfahrt verlief für das Schweizer Team sehr gut. Niels Hintermann gewann, Beat Feuz wurde Dritter und übernimmt die Führung in der Abfahrts-Wertung.

«Fuck it: Grind abe und überall Vollgas» – Niels Hintermann gewinnt Abfahrt in KvitfjellDie Schweizer Abfahrer überzeugen auch nach den Olympischen Spielen, wo Beat Feuz die Goldmedaille gewann. Niels Hintermann siegt im norwegischen Kvitfjell in einem engen Rennen vor Matthias Mayer – und Feuz übernimmt als Dritter die Führung im Abfahrtsweltcup.

Weltcup gastiert in Kvitfjell - Macht Odermatt bereits in Norwegen im Gesamtweltcup alles klar?Bei den drei Speedrennen in Skandinavien hat Marco Odermatt die Chance, sich vorzeitig den Gesamtweltcup zu sichern.

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Foto: Erik Johansen (AFP) Wie er sie nicht mehr hören konnte, diese Fragen nach seinem Weltcupsieg in Wengen. Diesem Coup aus dem Nichts, begünstigt in der Kombination durch ganz spezielle Konditionen – er schadete ihm mehr, als dass er half.2022 30 Jared Goldberg Der US-Amerikaner ist der letzte der Top 30 in der Abfahrts-Wertung. Niels Hintermann verlor nach dem Sensationssieg 2017 die Bodenhaftung, so sagt das der Zürcher Unterländer selber. Hintermanns Fahrt an die Spitze. Er dachte, es werde der Startschuss zu einem Selbstläufer. Er verliert aber noch Zeit, immerhin 15. Dabei stockt bei ihm danach so ziemlich alles, was nur stocken kann. Während Odermatt im Gesamtklassement klar führt, liegt er in der Abfahrts-Wertung 44 Punkte hinter seinem Widersacher Aleksander Kilde auf Rang 4.

In der Vorbereitung zum nächsten Winter hängt er beim Training in Zermatt an einem Tor an, so heftig, dass es die linke Schulter auskugelt und ein Nerv schwer verletzt wird. 29 Maxence Muzaton Für die Top 15 reichts dem Franzosen. «Das hätte ich nicht gedacht. Hintermann verpasst die ganze Saison 2017/18, im Sommer weiss er nicht, ob er noch weitermachen will. Ob er noch weitermachen kann. 27 Andreas Sander Und gleich noch ein nördlicher Nachbar. Der Kopfsponsor hat ihn verlassen, die Suche nach Ersatz ist trotz des Wengen-Siegs schwierig. Am Lauberhorn profitierte er von wechselnden Wetterbedingungen und triumphierte völlig überraschend in der Kombination. Hintermann macht weiter, schafft es ab und zu in die Top 20, 2019/20 auch in die Top 10, und im Winter darauf scheint es, als sei der Tag gekommen für «Cinghiale», die Wildsau, wie ihn die Betreuer nennen. hinter Ferstl. Während der Schangnauer in der Super-G-Wertung nicht um den Sieg mitfährt, hat sein jüngerer Teamkollege auch auf diese Kugel eine Chance, wenn auch eine kleine.

2020, zum Auftakt in Val d’Isère fährt er mit bester Zwischenzeit dem Ziel entgegen. Dann erwischt er in einer Kurve einen Schlag, schlittert in die Fangnetze, es gibt eine grosse Enttäuschung statt eines grossen Siegs. Das wird aber schwierig, es resultiert der 16. Feuz überholt Kilde im Kampf um die kleine Kugel Auch für endete die erste von zwei Abfahrten auf der Olympiastrecke von 1994 erfreulich. Er erleidet in Bormio auch noch eine Knieverletzung – es wird der nächste schwierige Winter für ihn. In dieser Saison aber findet der 26-jährige Bülacher den Anschluss an die Spitze. 25 Mattia Casse Der Italiener wird 18. Und jetzt, an diesem Freitag, belohnt er sich dafür, dass er durchgehalten hat. Bild: keystone Feuz hat neu zwei Punkte Vorsprung auf Aleksander Aamodt Kilde. Hier feierte Jansrud seine ersten Siege im Super-G sowie in der Königsdisziplin – nun schliesst sich 19 Jahre nach seinem Debüt an selber Stelle der Kreis.

Er gewinnt die Abfahrt von Kvitfjell, es ist sein grösster Triumph – und die Fragen nach Wengen dürften jetzt auch nicht mehr kommen. 24 Bostjan Kline Kann Kline schneller fahren als Landsmann Cater auf Rang 20? Nein, da rutscht er schon zu Beginn weg, er kann sich aber zurück auf die Ski hieven und weiterfahren. «Ich habe gemerkt, dass es eine wirklich gute Fahrt ist, es fühlte sich super an», sagt Hintermann in die Fernsehkamera. «Am Start sagte ich – entschuldigen Sie den Ausdruck – fuck it, Grind abe und Vollgas. Wegen des Fehlers wird er nach hinten gespült, übernimmt als 20. Mit seiner Fahrt sei er zufrieden und er hoffe, die zwei fehlenden Zehntelsekunden zu Rang 1 am Samstag noch finden zu können.» Es ging auf. Endlich einmal in seiner Karriere. 23 Matthieu Bailet Der zweite Franzose am Start, Clarey ist aktuell noch Fünfter. Ski alpin.

«In Wengen 2017 hatte ich mit Frau Holle noch eine durchaus grosse Helferin, dort habe ich nicht aus eigener Kraft gesiegt. Damit büsste der Riesenslalom-Olympiasieger einige Zähler auf seine ersten Verfolger Kilde und Mayer ein. Umso schöner, darf ich jetzt meinen ersten richtigen Sieg feiern. Zwischenrang.» Noch überraschender ist allerdings, was später passiert, als Cameron Alexander am Start steht, ein 24-jähriger Kanadier. Mit der Nummer 39 lässt er Hintermann mächtig zittern im Ziel. Das war gut, sehr gut, er wird Sechster. Mit exakt derselben Zeit wie der Schweizer kommt er unten an – und schubst damit Beat Feuz vom Podest.

Feuz holt fünf Pünktchen auf Ein Sieger im Kleinen ist Feuz dennoch. Hintermann im Interview mit SRF Hintermann: «Ich merkte, dass es eine gute Fahrt ist, es fühlte sich gut an. Der Emmentaler kämpft mit Aleksander Kilde und Matthias Mayer um die kleine Kugel für den besten Abfahrer. Der Kampf ist eng, Nuancen können entscheidend sein. Dass im Ziel gerade grün aufleuchtet, dachte ich nicht, aber mit Top 5 habe ich gerechnet. Nichts zeigt das so gut wie diese Abfahrt in Kvitfjell, die drittletzte der Saison. Erst legt Kilde vor, der Führende im Disziplinenklassement. Das sind super Aussichten in Kvitfjell.

Und er zaubert bei seinem Heimrennen eine Fahrt in den Schnee, von der er annehmen kann, dass sie die beste des Tages sein würde. Es dauert nicht lange, da weiss er: Sie war es nicht. Aber oben kann er nicht mithalten. Mayer unterbietet ihm. Um läppische 8 Hundertstel. 19 Max Franz Kann der Österreicher Leader Hintermann in Schwierigkeiten bringen? Nein, das reicht nicht für eine Spitzenposition. Und dann schafft Feuz das Kunststück, sich noch zwischen den beiden zu klassieren.

Eine Hundertstel schneller als der Norweger ist der Emmentaler, er wird Vierter, weil später Hintermann und Alexander ihren ganz grossen Tag einziehen. 18 Bryce Bennett Der US-Amerikaner kam in den Trainings nicht auf Touren, auch im Rennen bleibt er chancenlos. Diese eine Hundertstel, die könnte am Schluss dennoch viel wert sein, eine Kristallkugel, ein Rekord für die Sporthistorie. Nun hat Feuz noch drei Punkte Rückstand in der Abfahrtswertung, schafft er es in der zweiten Abfahrt in Kvitfjell am Samstag und dem Rennen beim Final in Courchevel und Méribel, sich vor Kilde zu setzen, stemmt er die Trophäe zum fünften Mal in Folge in den Himmel. 17 Niels Hintermann Der Zürcher hat eine gute Saison, überzeugte auch in den Trainings. Das hat vor ihm kein Abfahrer geschafft. Einzig Franz Klammer war Mitte 1970er- bis Anfang 1980er-Jahre fünfmal der beste Abfahrer, allerdings nicht in Serie. Zwischenzeit.

Für Feuz wäre es der nächste Coup von so vielen in seiner einzigartigen Karriere, in der er mittlerweile gewonnen hat, was er gewinnen konnte. Dreimal in Kitzbühel, dreimal in Wengen, an der WM, nun auch an den Olympischen Spielen. Ein Sieg hier wäre sein zweiter Weltcupsieg. Viel mehr geht nicht. René Hauri ist seit 2007 Redaktor im Ressort Sport und begleitet sowohl den Ski- als auch den Formel-1-Zirkus vor Ort und aus der Ferne. (Video: SRF) 16 Ryan Cochran-Siegle Der formstarke US-Amerikaner will auch ein Wörtchen mitreden. Er ist zudem als Blattmacher und Tagesleiter für das Ressort Sport tätig.

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