Abfahrt in Kitzbühel – Diese Stelle kostet Odermatt den Sieg: «Finde ich ein bisschen gefährlich»

Die 'gefährliche' Traverse der Kitzbühel-Abfahrt gibt fast so viel zu reden wie der Doppelsieg von Beat Feuz und Marco Odermatt.

23.01.2022 20:08:00

Die 'gefährliche' Traverse der Kitzbühel-Abfahrt gibt fast so viel zu reden wie der Doppelsieg von Beat Feuz und Marco Odermatt.

Beat Feuz und Marco Odermatt sorgen für einen grossen Schweizer Tag. Zu reden gibt jedoch eine Stelle, die so noch nie gefahren wurde.

0 KommentareAuf dem Weg zu Rang 2: Marco Odermatt fährt auch in Kitzbühel auf das Podest – es hätte der erste Abfahrtssieg werden können.Foto: Alexander Hassenstein (Getty Images)Am Ende kämpft sich noch ein Brite zu dieser Traverse. Roy-Alexander Steudle heisst er, trägt die Nummer 51, und liegt bereits über sieben Sekunden zurück. Seine Kraft reicht nicht mehr, auch er scheitert, als letzter, einer mehr für die Statistik.

Die Traverse ist eine von vielen berüchtigten und spektakulären Stellen der Streif, dieser wilden Abfahrt mit Mausefalle, Hausberg und Zielschuss. Für einige Millionen Franken wurde sie im Sommer umgebaut, was eine neue, eher unübliche Linie zur Folge hat. Das Ziel der Aktion? Tempo rausnehmen, weniger Risiko für die Athleten.

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Doppelsieg in Kitzbühel - Feuz und Odermatt – oder wenn der Routinier vom Jungen profitiert«Er saust ohne gross zu überlegen die Streif hinunter, ich mache mir da etwas mehr Gedanken.» BeatFeuz und Marco Odermatt ergänzen sich derzeit perfekt. srfski Kitzbühel Hahnenkammrennen BeatFeuz Gratulation BeatFeuz und MarcoOdermatt . Das war ein Superspektakel für uns ZuschauerInnen!🇨🇭🥳🇨🇭👍

Abfahrt von Kitzbühel – Grosser Schweizer Tag: Feuz siegt in Kitzbühel vor OdermattAm Freitag war kein Schweizer auf dem Podest, am Sonntag schlagen Feuz und Odermatt zurück. Seriensieger Kilde wird lediglich Sechster.

Abfahrt in Kitzbühel – Schweizer Ski-Wahnsinn auf der Streif – Beat Feuz gewinnt vor Marco OdermattBeat Feuz siegt zum dritten Mal in der Abfahrt von Kitzbühel. Hinter ihm sorgt Marco Odermatt für einen historischen Schweizer Triumph. Die restliche Konkurrenz ist ohne Chance. Megaaaaaa Odi und Beat

Live: Abfahrt von Kitzbühel – Feuz oder Odermatt? Wer kann diesen Norweger noch stoppen?Aleksander Kilde fährt von Sieg zu Sieg. Gelingt ihm in Kitzbühel nun sogar das Double? Auch zwei Schweizer wollen und können das verhindern. Die Abfahrt live ab 13.30 Uhr.

Schweizer Doppelsieg in Kitzbühel; Feuz gewinnt vor OdermattBeat Feuz und Marco Odermatt enteilen auf der legendären Streif in Kitzbühel der Konkurrenz, Aleksander Kilde bleibt chancenlos. In Bezug auf die Disziplinenwertung bahnt sich eine spannende Restsaison an.

Trainingspisten gesucht - Mit Odermatt auf dem Skilift – ein Zukunftsmodell?Ski-Training im Ausland: Die Schweizer Technikerinnen und Techniker müssen im Winter oft im Ausland trainieren. In unserem Artikel erfährst du die Gründe dafür. srfsport srfski Training

Publiziert heute um 17:52 Uhr 0 Kommentare Auf dem Weg zu Rang 2: Marco Odermatt fährt auch in Kitzbühel auf das Podest – es hätte der erste Abfahrtssieg werden können. Foto: Alexander Hassenstein (Getty Images) Am Ende kämpft sich noch ein Brite zu dieser Traverse. Roy-Alexander Steudle heisst er, trägt die Nummer 51, und liegt bereits über sieben Sekunden zurück. Seine Kraft reicht nicht mehr, auch er scheitert, als letzter, einer mehr für die Statistik. Die Traverse ist eine von vielen berüchtigten und spektakulären Stellen der Streif, dieser wilden Abfahrt mit Mausefalle, Hausberg und Zielschuss. Für einige Millionen Franken wurde sie im Sommer umgebaut, was eine neue, eher unübliche Linie zur Folge hat. Das Ziel der Aktion? Tempo rausnehmen, weniger Risiko für die Athleten. Weiter nach der Werbung Ein neues Tor wurde gesteckt, die Linie ist nun weniger direkt, weil die Fahrer weiter ausholen müssen. Das sorgte schon in den Trainings von Mittwoch und Donnerstag für Unmut. Dominik Paris fand, die Organisatoren hätten mit dem neuen Tor das Ziel verfehlt. Die Traverse habe früher mehr Spass gemacht, sagte Romed Baumann. Und Beat Feuz: «Klassiker sollte man so lassen, wie sie sind. Bis letztes Jahr ist es dort darum gegangen, ob man gewinnt oder nicht.» Da konnte er noch nicht ahnen, dass das Rennen drei Tage später genau an jenem Ort entschieden werden sollte. Marco Odermatt rast nach dem Hausberg weiter unten als Feuz auf das neue Tor zu. Er ist deutlich zu tief und korrigiert seinen Kurs mit spektakulärer Schräglage gerade noch so, dass er im Rennen bleibt – das Tor fährt er dabei fast um. Er sei nicht sicher gewesen, ob es noch reichen würde, sagt er nach dem Rennen – und denkt an die Olympischen Spiele: «Wenn man sich im letzten Rennen vor Olympia noch verletzen würde, wäre das sehr, sehr dumm.» Ein grosser Schweizer Tag in Kitzbühel: Beat Feuz gewinnt, Marco Odermatt wird Zweiter. Video: SRF Die neue Streckenführung empfindet Odermatt als «ein bisschen gefährlich», er sei kein Befürworter dieser Variante. Nach ihm erwischt auch Top-Favorit Aleksander Kilde dieselbe Linie, Odermatt kostet sie den Sieg, Kilde zumindest einen besseren Platz als Rang 6. Zwischen der sechsten und siebten Zwischenzeit, dort befindet sich diese Traverse, sind 13 Fahrer schneller als Odermatt, gar deren 22 als Kilde. Und Feuz? Ist auf dieser Teilstrecke Neunter. Das hat zur Folge, dass die zwei Schweizer bei der letzten Zwischenzeit genau gleichauf liegen, Feuz aber mehr Tempo in den Zielhang nimmt. Seine Höchstgeschwindigkeit beträgt 140,19 km/h, jene Odermatts 138,97 – 17 Fahrer sind schneller als der Nidwaldner, Kilde ist noch einmal deutlich langsamer. Keine Unfälle, dafür Missmut Für einige andere Fahrer ist das Rennen bei der Einfahrt zur Traverse gelaufen. Der US-Amerikaner Ryan Cochran-Siegle verpasst das Tor, der Österreicher Otmar Striedinger und der Slowene Martin Cater ebenfalls. Der Schweizer Yannick Chabloz fährt gar in das Tor, das aber sofort nachgibt, der 22-jährige Nidwaldner kommt mit dem Schrecken davon. Grobe Unfälle gibt es an diesem Sonntag keine. Das war auch schon anders, als die Fahrer auf der schnellstmöglichen Linie und ohne Umwege in die Traverse bretterten. Die Schlüsselstelle, die aus dem Zielraum gut zu sehen ist und auf der ein Hobbyskifahrer ohne sehr gut geschliffene Kanten gnadenlos Richtung Sicherheitsnetz rutscht, war schon für einige Abflüge verantwortlich – auch bei grossen Namen. 2017 landete Beat Feuz in den Netzen – auf dem Weg zur Bestzeit. Vor zwei Jahren rettete sich Vincent Kriechmayr gerade noch so. Und im vergangenen Winter raste Ryan Cochran-Siegle ungebremst in die Streckenbegrenzung. Er kämpft noch heute mit den Folgen. Ohne das neue Tor war das Tempo bei der Einfahrt in den Zielhang höher, im vergangenen Jahr waren die Fahrer im Zielschuss bis zu 150 km/h schnell. Im Rennen raste der Schweizer Urs Kryenbühl auf den Zielsprung zu, bekam im Flug Oberluft und fiel vornüber. Kryenbühl knallte auf die Piste und verletzte sich schwer: Gehirnerschütterung, Schlüsselbeinbruch, Riss des Innen- und Kreuzbands im rechten Knie. Damals hatten viele Fahrer den Sprung schon nach dem Training kritisiert, als der Franzose Johan Clarey ebenfalls übel gestürzt war, aber unverletzt blieb. Erst nach Kryenbühls Unfall entschied die Rennleitung, etwas zu ändern. Sie trug den Sprung in einer Nacht- und Nebelaktion ab. Der Deutsche Josef Ferstl ärgerte sich. «Es muss immer etwas passieren, dass man runtergeht. Muss das sein?», fragte er. Im Sommer wurde also weiter gewerkelt. Nicht viele Fahrer sind am Sonntag schneller als 140 km/h, Travis Ganong als Schnellster kommt auf 141,64. Der Sprung geht weniger weit und vor allem am Boden nach. Und so endet die Abfahrt von Kitzbühel für einmal ohne Schreckmoment. Dafür aber mit etwas Missmut. Publiziert heute um 17:52 Uhr Fehler gefunden?