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Abbau von Zinn in Indonesien: Grosse Schäden an Meer und Inseln

Zinn steckt in vielen Produkten, etwa in Handys. In Indonesien, dem weltweit zweitgrössten Exporteur, hat der Abbau an Land schon enorme Schäden verursacht – nun wird der Meeresboden ausgebeutet.

02.08.2021 19:32:00

Zinn steckt in vielen Produkten, etwa in Handys. In Indonesien, dem weltweit zweitgrössten Exporteur, hat der Abbau an Land schon enorme Schäden verursacht – nun wird der Meeresboden ausgebeutet. Von kathrins_corner und Verena Tempelmann. nzzbild

Zinn steckt in vielen Produkten, etwa in Handys. In Indonesien, dem weltweit zweitgrössten Exporteur, hat der Abbau an Land schon enorme Schäden verursacht – nun wird der Meeresboden ausgebeutet.

Willy Kurniawan / ReutersEin Blick auf die indonesische Insel Bangka, östlich von Sumatra. Allein auf dieser Insel wird ein Viertel der weltweit produzierten Menge Zinn gefördert. Mensch und Umwelt haben von dem jahrzehntelangen Tagebau jedoch schweren Schaden genommen. In einigen Regionen, wie hier in Koba, haben sich Äcker und Regenwälder in Mondlandschaften verwandelt, in deren riesigen Kratern sich türkisfarbenes, übersäuertes Wasser sammelt. Für die Landwirtschaft ist der unfruchtbare Boden nun nicht mehr nutzbar.

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Schon lange gelten Bangka und die Nachbarinsel Belitung als die zwei «Zinninseln» Indonesiens. Bangka zählt bereits seit dem 18. Jahrhundert zu den weltgrössten Produktionsstätten, Belitung (damals noch Billiton) war wiederum Namensgeber für den 1860 gegründeten Rohstoffkonzern Billiton, der später zusammen mit BHP zum weltgrössten Bergbauunternehmen wurde. Heute sind etwa drei Viertel der Fläche der beiden Inseln Fördergebiet, wie die Umweltschutzorganisation

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschlandschreibt.Zinn wird unter anderem für die Herstellung von Handys und Konservendosen benötigt, es wird in der chemischen Industrie genutzt sowie für neue, umweltschonende Technologien. Der Bedarf stieg vor allem ab dem Jahr 2000 an, als Handys und moderne Computer Alltag wurden. headtopics.com

Inzwischen sind die Ressourcen auf den beiden Inseln zunehmend erschöpft. Unternehmen und Arbeiter suchen daher neue Abbaugebiete. Sie haben sie auch schon gefunden: im Meeresboden.Willy Kurniawan / ReutersJessix Amundian, der Geschäftsführer der indonesischen Umweltorganisation Walhi, zeigt auf die Meeresregion vor der Insel Bangka (links), in der inzwischen nach Zinn gegraben wird. Die Organisation hat schon vielfach gegen den Offshore-Abbau protestiert. Vor allem die Westküste von Bangka ist bedroht, denn dort sind die für die Region wertvollen Mangrovenwälder noch relativ gut erhalten.

Diese Bäume und Sträucher, die in den salzhaltigen Küstengewässern der Tropen wachsen, bilden ein wichtiges Ökosystem: Sowohl in den Kronen der Bäume wie auch im Wurzelgeflecht leben zahlreiche Tierarten; zudem schützen Mangroven vor Erosion, Stürmen und Überschwemmungen. «Für die Region an der Küste ist die Mangrove eine ökologische Festung», sagte Amundian der

Nachrichtenagentur Reuters.Über die Jahre wurden die Wälder jedoch mehr und mehr abgeholzt, damit Platz für die Zinngewinnung geschaffen werden konnte. Laut Angaben von Walhi waren vor zwanzig Jahren noch 240 000 Hektaren vor Bangka und Belitung mit Mangroven bedeckt, heute ist es mit 33 000 Hektaren nur noch etwas mehr als ein Achtel der Fläche.

Willy Kurniawan / ReutersVor der Südküste von Bangka liegen hölzerne Pontons, die die Gerätschaften transportieren, mit denen im Meeresboden nach Zinn gesucht wird. Hersteller und Exporteure versprechen sind dort eine reiche Ausbeute. Das staatliche Unternehmen PT Timah hat den Offshore-Abbau bereits beschleunigt. Laut Angaben des Unternehmens lagen die eigenen Zinnreserven an Land im vergangenen Jahr bei 16 399 Tonnen, jene im Meer dagegen bei 265 913 Tonnen. headtopics.com

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Willy Kurniawan / ReutersAuf einem Ponton leiten Bergbauarbeiter Schläuche ins Wasser. Taucher stecken sie dann in teilweise zwanzig Metern Tiefe in den Meeresboden, damit der Sand hinaufgesogen werden kann, in dem sich Spuren von Zinnerz befinden. Die Arbeit auf den Pontons ist gefährlich und kräftezehrend. Die Dieselgeneratoren sind so laut, dass sich die Arbeiter oft nur mit Gesten verständigen können.

Willy Kurniawan / ReutersDie Offshore-Arbeiten haben nicht nur Proteste von Umweltschützern ausgelöst, auch mit Fischern gibt es Konflikte. Ihre Beute sei seit 2014 eingebrochen, berichten sie. Fische meiden inzwischen die Region, weil der aufgewühlte Meeresschlamm die Gewässer trübt. Ausserdem lagert er sich auf Korallenriffen ab, wo sich die Tiere normalerweise aufhalten. Oft verheddern sich zudem die Fischernetze in den Geräten der Zinnsucher.

Früher habe seine Familie genug Geld verdient, um seinen zwei jüngeren Geschwistern ein Studium zu finanzieren, erzählte ein Fischer der Nachrichtenagentur Reuters, aber in den vergangenen Jahren seien sie kaum mehr zurechtgekommen: «Heute ist es sogar schwierig, Lebensmittel zu kaufen», sagt er.

Willy Kurniawan / ReutersEin Arbeiter sucht den Sand nach Spuren von schwarz glänzendem Zinnerz ab, aus dem später im Schmelzofen das Zinn gewonnen wird. Für die meisten von ihnen ist die Offshore-Arbeit die einzige Möglichkeit, Geld zu verdienen. Viele kommen auch von den Nachbarinseln, um auf Bangka ihr Glück zu versuchen. Ein Lastwagenfahrer sagte dem französischen Sender headtopics.com

er könne dort fünfmal mehr verdienen als in seinem alten Beruf.Willy Kurniawan / ReutersDer 17 Jahre alte Dimas Putra Hermawan wäscht den Sand, um das schwarze Zinnerz bergen zu können.Willy Kurniawan / ReutersHermawan bereitet mit seinem Kollegen ein Seil vor, um schliesslich das Saugrohr ins Wasser zu lassen. Viele Kinder und Jugendliche kommen von weit her, um Zinn zu suchen, viele verlassen dafür auch vorzeitig die Schule.

Willy Kurniawan / ReutersEin weiteres Problem auf Bangka sind die schätzungsweise 300 000 Arbeiter ohne Lizenz, die sich auf eigene Faust auf die Suche nach dem wertvollen Schwermetall machen. An Land ist das besonders gefährlich, wenn diese Arbeiter, allein und oft ohne Erfahrung, in verlassene, einsturzgefährdete Minen gehen. Immer wieder kommt es dort zu Unfällen, und Menschen werden durch Sandlawinen verschüttet. Jedes Jahr kommen auf diese Weise etwa hundert Arbeiter ohne Lizenz ums Leben.

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Willy Kurniawan / ReutersKinder baden in der Nähe eines Pontons. Hinter ihnen fliesst ein Gemisch aus Wasser und Sedimenten, die nicht mehr verwendet werden können, zurück ins Meer.Willy Kurniawan / ReutersEin bewaffneter Polizist bewacht am Strand von Toboali die Sandsäcke mit Zinnerz, während sie kontrolliert und gewogen werden. Die Arbeiter verkaufen sie an Zwischenhändler, die sie an private Schmelzöfen weiterverkaufen. Pro Kilo erhalten die Arbeiter etwas mehr als fünf Dollar.

Willy Kurniawan / ReutersSo geht das Zinn in die Welt: Anfang Mai stapeln sich in einem Lager auf Bangka die Zinnbarren. Sie sind bereit für den Export.Inzwischen wurden verschiedene Massnahmen eingeleitet, um den Abbau für Mensch und Umwelt schonender zu gestalten. Der staatliche Produzent PT Timah hat angekündigt, künstliche Riffe anzulegen und die Fischer zu unterstützen. Die Regierung will zudem gegen unlizenzierte Arbeiter vorgehen.

Grosser Erfolg dürfte den Massnahmen jedoch nicht beschieden sein. Die Kontrollen sind lax, und die Arbeiter lassen sich von den Gefahren, die die Zinnförderung mit sich bringt, nicht abschrecken. Die Bezahlung ist einfach zu gut, um nicht auch selbst sein Glück zu versuchen. An den Börsen steigen die Preise für Zinn auch wieder an: Mitte März 2020, auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie, lag der Preis pro Tonne Zinn bei 14 050 Dollar, nun, Mitte Juli 2021, liegt er bei 33 550 Dollar.

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