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Dieser Stille Schocker Macht Uns So Lärmempfindlich – Da Wagt Niemand Mehr Geräuschvoll Popcorn Zu R, Feuilleton

„A Quiet Place 2“: ein stiller Schocker macht uns lärmempfindlich

«A Quiet Place 2» bietet wie sein Vorgänger Hochspannung und willkommene Abwechslung vom Horror-Einheitsbrei.

18.06.2021 20:16:00

«A Quiet Place 2» bietet wie sein Vorgänger Hochspannung und willkommene Abwechslung vom Horror-Einheitsbrei. Die Filmkritik von urspunkt.

«A Quiet Place 2» bietet wie sein Vorgänger Hochspannung und willkommene Abwechslung vom Horror-Einheitsbrei.

TeilenRegan (Millicent Simmonds), Marcus (Noah Jupe) und ihre Mutter Evelyn (Emily Blunt) kämpfen sich durch eine gott- und menschenlose Gegend in «The Quiet Place 2».Jonny CournoyerStille kann ebenso ein Segen sein wie ein Fluch. Manchmal ist sie gespenstisch, dann wieder ein Zeichen des Friedens. So erinnern wir uns auch in einer Mischung aus Wehmut und Befremden an die Ruhe ausgestorbener Innenstädte in Zeiten der Pandemie.

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Wenn aber unliebsamer Lärm unseren Alltag stört, weckt das so manche Allmachtsphantasie. Geräuschvoll ihr Popcorn knabbernde Sitznachbarn im Kino etwa bieten so manch grundsätzlich friedliebendem Zeitgenossen ein potenzielles Mordmotiv.

Ausgeburten der HölleVor dem Hintergrund dieser Ambivalenz entfaltet eine der inspirierendsten Horrorfilmideen der letzten Jahre ihre Inspiration: Die Dystopie «A Quiet Place» lebt von der Macht der Stille. Fürchterliche Kreaturen mit ausgeprägter Lärmempfindlichkeit bringen die Menschheit zum Schweigen – und zwar umfassender, als es sich diese in ihren düstersten Albträumen ausmalt. Durch Laute, die über ein Flüstern hinausgehen, werden diese Bestien angezogen wie Motten durch Licht. headtopics.com

Diese Ausgeburten der Hölle oder des Alls sind eine Mischung aus Alien, Spinne und Fledermaus, ihre Fratzen muten an, als wären sie den makabren «Körperwelten» des Gunther von Hagens entwichen. Unter widerlichen Kehllauten, die offenkundig von den Sauriern in «Jurassic Park» inspiriert sind, zerfetzen sie alles, was auch nur einen Pieps von sich gibt. Immerhin finden sie ihre Opfer nur über den akustischen Kanal, da sie weder gut sehen noch riechen können. Und es gibt einen Weg, sie zu bändigen.

Mit dem ersten Teil nach einer Idee von Scott Beck und Bryan Woods gelang dem amerikanischen Schauspieler John Krasinski 2018 ein Wurf. Mit minimalistischem Ansatz und einem Budget von nur 17 Millionen Dollar spielte seine erst zweite Regiearbeit das Zwanzigfache der Produktionskosten ein. So etwas ruft in Hollywood nach einer aufwendigeren Fortsetzung, und die kommt nun in die Kinos, pandemiebedingt mit einjähriger Verzögerung.

In «A Quiet Place 2» zeichnet Regisseur Krasinski auch noch fürs Drehbuch verantwortlich, dafür ist er als Schauspieler entlastet: Seine Rolle als Familienvater Lee fällt weg, da dieser sich im Finale des ersten Teils für seine Liebsten geopfert hat. Emily Blunt, Krasinskis Ehefrau im richtigen Leben, ist hingegen erneut mit von der Partie: Sie lotet als Evelyn das Repertoire leidender Blicke einer Mutter aus, die um ihre drei Kinder bangt.

Der eigentliche Star aber ist wie im ersten Teil die inzwischen 18-jährige Millicent Simmonds: Sie brilliert in der Rolle der Tochter Regan, die wie sie selbst gehörlos ist. Dieser erzählerische Kniff ermöglicht es der Regie, Momente absoluter Stille aus dem Innern einer Identifikationsfigur heraus zu entwickeln. Ohnehin ist die Tonspur geprägt von viel Lautlosigkeit. Das schreit fast schon nach einem Soundtrack-Oscar im Gegensatz zu all den nervtötenden Filmmusiken, mit denen dieses Genre das Publikum sonst gerne traktiert. headtopics.com

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Die nunmehr vierköpfige Familie ist auf einem Weg mit unbekanntem Ziel. Durch gott- und menschenverlassene Gegenden folgen wir ihr, ehe sie in einem verwaisten Industriegebiet Unterschlupf bei Emmett (Cillian Murphy) findet. Er hat sich in einem Bunker vor den Monstern verschanzt, die munter mit den Nerven des Publikums spielen. Als der kleine Marcus (Noah Jupe) etwa draussen auf eine Fussfalle tritt und wie am Spiess schreit, gilt unser Mitgefühl weniger ihm als seiner Mutter, die ihm verzweifelt den Mund zuhält. Ihr Baby, mit dem sie im ersten Teil schwanger war, führt sie in einer schallisolierten Kiste mit künstlicher Luftzufuhr mit: Jeder Schrei könnte sonst tödlich sein.

Evelyn (Emily Blunt) macht sich mit ihrem Baby auf zu einer Reise ins Ungewisse.Jonny CournoyerSelbst Kinder also, zu deren Privilegien gewisse akustische Exzesse doch gehören sollten, müssen mucksmäuschenstill sein. Und wir sitzen wie auf Nadeln. Das schafft nur das Kino: Wir können uns im Sich-Fürchten üben, ohne selbst in Gefahr zu sein. So ist die aussergewöhnliche Idee von «A Quiet Place» gleichzeitig prototypisch für das Genre: Dass Protagonisten einen Urtrieb unterdrücken müssen, um zu überleben, ist ein gängiges Motiv. Und viele Horrorfilme schöpfen einen guten Teil ihres Grauens aus der Stille, aus der temporären Absenz des Bösen und dem bangen Warten.

Dieses Prinzip treibt «A Quiet Place» aber auf die Spitze, wenn auch im Sequel nicht mehr ganz so konsequent minimalistisch. Nun wird etwas aufwendiger produziert, stellenweise dicker aufgetragen, etwas mehr geredet auch. Aber die starken Szenen sind immer noch die stillen, etwa auf einer Autobahnbrücke voller leerer Fahrzeuge mit offenen Türen. Den vorangegangenen Horror denken wir uns dazu.

Grandioser KinostartDer Plot hat ein paar Schwächen bezüglich Logik und Dramaturgie, aber die bestechende Grundidee trägt auch durch diesen zweiten Teil, zumal er uns die endlosen Gefechte vieler Actionfilme erspart. Wenn aus der Totenstille heraus ein Handy klingelt auf der Leinwand, halten wir’s kaum aus auf den Sitzen: Es kann nur Sekunden dauern, bis die Monster auf den Plan gerufen werden, um für Ruhe zu sorgen. headtopics.com

So macht uns dieses Werk überempfindlich für Lärm, ehe uns der laute Alltagswahnsinn wieder einholen wird. Und es stösst damit auf offene Ohren: Der Film hat laut dem Branchenportal«Box Office Mojo»Ende Mai in Amerika für den besten Kinostart seit Beginn der Corona-Zeit gesorgt: Allein am ersten Wochenende spielte er 48 Millionen Dollar ein. Wie viel Popcorn dabei geknabbert wurde und wie viele losgehende Handys im Saal die Stille durchbrachen, ist nicht erhoben worden.

«A Quiet Place 2», zurzeit im Kino.Marcus (Noah Jupe), Evelyn (Emily Blunt) and Regan (Millicent Simmonds) führen das jüngste Familienmitglied, ein Baby, in einer schallisolierten Kiste mit. Weiterlesen: Neue Zürcher Zeitung »

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