3. Verhandlungstag: Vincenz-Prozess wird fortgesetzt – heute im kleinen Kreis

Staatsanwalt im Raiffeisen-Prozess: Bei der Eurokaution-Transaktion flogen Vincenz und Stocker fast auf.

Justiz, Raiffeisen

27.01.2022 13:39:00

Staatsanwalt im Raiffeisen -Prozess: Bei der Eurokaution-Transaktion flogen Vincenz und Stocker fast auf.

Im Theatersaal des Zürcher Volkshauses findet seit Dienstag der grösste Wirtschaft s-Prozess seit Jahrzehnten statt: der grosse Raiffeisen -Prozess. Einen …

Maintenant on parle français, der aus einer alteingesessenen Genfer Familie stammt. Er ist Verwaltungsratspräsident der Genève Credit & Leasing (GCL), von deren Übernahme durch die Aduno-Tochter Cashgate Vincenz und Stocker profitiert haben sollen. Für ihn wurde eigens eine Dolmetscherin aufgeboten.

Jetzt sind die Mitangeklagten an der Reihe, als erster, sagt Locher. Raiffeisen sei als Hauptsponsor der Super League dafür in Frage gekommen.von PeterBlunschiBeat Stockers Auftritt zeigte, dass er sich intensiv auf den Prozess vorbereitet und sich in den Aktenberg mit mehr als 500 Bundesordnern eingelesen hat. Er antwortete auf fast alle Fragen, korrigierte das Gericht und streute auch mal einen Spruch ein. Für ihn steht einiges auf den Spiel. Er soll wie Vincenz sechs Jahre ins Gefängnis und 16 Millionen Franken zurückzahlen. Im Fall von Pierin Vincenz sind es «nur» 9 Millionen.

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Pierin Vincenz: Prozess gegen den Ex-Raiffeisen-Chef im LivetickerEiner der grössten Wirtschaft sprozesse der Schweizer Geschichte. Im Mittelpunkt: Ex- Raiffeisen -Chef Pierin Vincenz. 20 Minuten berichtet live vor Ort. Das der so eine magere Rente bekommt, wird kaum jemand glauben. gott, der ärmste ;) wir machen am besten eine sammlung (ironie off) Meine Rente beträgt CHF 1195.00 ! Vielleicht, denn ich darf noch 13 Jahre oder eventuell länger arbeiten ! Ich habe 3 tolle Kinder auf diese Welt gebracht und immer gearbeitet. Danke

Prozess gegen Pierin Vincenz - Der Fall Vincenz dürfte Justiz noch lange beschäftigenDer erste Prozesstag im Fall Vincenz ist passé. Klarheit sieht anders aus. Selbst die Expertinnen und Experten sind sich uneinig, ob und wie gross eine allfällige Strafe für Pierin Vincenz ausfallen wird. Ziemliches Suchtverhalten, so scheint es von aussen.

Der Basler Kommunikationsberater Christoph Richterich ist der kleinste Fisch unter den Angeklagten. Er ist der einzige, für den die Anklage keine Gefängnis-, sondern nur eine Geldstrafe fordert. Zu seinen Einkommens- und Vermögensverhältnissen will der vierfache Vater keine Aussage machen. Er sei heute nicht mehr für Raiffeisen tätig. Beschuldigt wird Richterich wegen der Reise von Pierin Vincenz nach Dubai 2015, an der er teilgenommen hatte. Er sei davon ausgegangen, als Dank für seine Arbeit von Vincenz eingeladen worden zu sein, sagt Richterich. Dazu habe er sich keine Gedanken gemacht, auch nicht zur Frage, wie die Reise verrechnet werde. Er fühlt sich unschuldig. Wenn er nur den geringsten Zweifel daran gehabt hätte, hätte er den Strafbefehl akzeptiert, betont Richterich. Maintenant on parle français von PeterBlunschi Am zweiten Prozesstag fällt auf, dass weniger Journalisten im grossen Saal des Volkshauses sitzen. Was wohl auch mit dem geringen Promi-Faktor der Mitangeklagten zu tun hat. Einer ist Stéphane Barbier-Mueller , der aus einer alteingesessenen Genfer Familie stammt. Er ist Verwaltungsratspräsident der Genève Credit & Leasing (GCL), von deren Übernahme durch die Aduno-Tochter Cashgate Vincenz und Stocker profitiert haben sollen. Für ihn wurde eigens eine Dolmetscherin aufgeboten. Barbier-Mueller hatte im Vorfeld versucht, seine Namen aus den Medien herauszuhalten. Zuletzt verklagte er den Ringier-Verlag auf 600'000 Franken Schadenersatz. Die Vorwürfe gegen ihn bestreitet er «plus que jamais» (mehr denn je). Vincenz sei ihm vor der Übernahme kein Begriff gewesen («er war vor allem in der Deutschschweiz bekannt»), er habe ihn nur einmal getroffen, im August 2011. In seinem Schlusswort betont Barbier-Mueller, man kenne ihn in Zürich nicht, in Genf aber geniesse er einen ausgezeichneten Ruf und sei bekannt als integre Person. Er sei vollkommen unschuldig und bestehe darauf, von den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft reingewaschen zu werden. Diese fordert für ihn zwei Jahre Gefängnis. Bestechung beim Thuner Stadion? Jetzt sind die Mitangeklagten an der Reihe, als erster Ferdinand Locher . Er bezeichnet sich als Immobilienentwickler. Im konkreten Fall war er in die Übernahme von Eurokaution durch Aduno involviert. Der «saftigere» Teil ist ein letztlich nicht zustande gekommener Sponsoringdeal beim neuen Fussballstadion in Thun. Es sei unter anderem um Namensrechte gegangen , sagt Locher. Raiffeisen sei als Hauptsponsor der Super League dafür in Frage gekommen. Die Vorwürfe drehen sich um mögliche Kommissionen für Vincenz und Stocker. Im Schlusswort betont Stocker, er habe nie die Absicht gehabt, jemanden aktiv zu bestechen. Er sei wegen der Anklage «völlig perplex». Wegen der Anklage sei er aus den Verwaltungsräten von 14 Firmen ausgetreten. Er wolle keiner Firma durch seine Person Schaden zufügen. Er fühle sich unschuldig. Die Staatsanwaltschaft beantragt für Locher 2,5 Jahre Gefängnis. Jetzt ist Pause bis 10.45, dann findet die Befragung von Stéphane Barbier-Mueller statt. «Ich habe mich nie bereichert» von PeterBlunschi Nach Befragungen zum Mietkautions-Versicherer Eurokaution und einem möglichen Sponsoringdeal bei der Arena Thun («das war ein Furz») wird Stockers Befragung abgeschlossen. Er betont eindringlich, er habe nie die Absicht gehabt, sich persönlich zu bereichern oder andere zu schädigen. Der Vorwurf der kriminellen Energie in der Anklageschrift empöre ihn. «Dieser Wortlaut ist martialisch.» Er bestätigt, sich unschuldig zu fühlen. Beat Stockers Auftritt zeigte, dass er sich intensiv auf den Prozess vorbereitet und sich in den Aktenberg mit mehr als 500 Bundesordnern eingelesen hat. Er antwortete auf fast alle Fragen, korrigierte das Gericht und streute auch mal einen Spruch ein. Für ihn steht einiges auf den Spiel. Er soll wie Vincenz sechs Jahre ins Gefängnis und 16 Millionen Franken zurückzahlen. Im Fall von Pierin Vincenz sind es «nur» 9 Millionen. Bild: keystone Eine stille Partnerschaft von PeterBlunschi Die Private-Equity-Firma Investnet wurde von Raiffeisen übernommen. Stocker soll daran eine «stille Partnerschaft» von 25 Prozent bessesen haben. Stocker bestätigt dies, er bestreitet jedoch eine Unterbeteiligung von Pierin Vincenz. Er habe mit dem Mitgründer und Mitangeklagten Peter Wüst vereinbart, die Beteiligung vertraulich zu halten. Es kommt zu einem längeren Schlagabtausch über technische Details. Stocker wirkt ruhig und souverän von PeterBlunschi Beat Stocker hatte sich mit Pierin Vincenz auch an der Konsumkredit-Firma Genève Credit & Leasing (er bezeichnet sie als Bad Bank) beteiligt. «Ich habe geholfen, dass dieser Deal funktioniert, weil er sehr spannend war», begründet er sein Engagement. Das Darlehen an Vincenz über insgesamt 6,5 Millionen Franken bestätigt er. Sie seien auf seinen Pensionierungszeitpunkt ausgelegt gewesen. Die Rückzahlung liege derzeit «auf Eis». Kleines Zwischenfazit: Beat Stocker hinterlässt bislang einen besseren Eindruck als sein einstiger Kompagnon Pierin Vincenz gestern . Er antwortet ruhig, ist aber selbst in den komplizierten Details äusserst sattelfest und kann die Fragen des Gerichts jederzeit kontern. Beteiligung an Commtrain von PeterBlunschi Der nächste Punkt betrifft die Betrugsvorwürfe. Stocker gibt zu, dass er sich mit Pierin Vincenz über die Private-Equity-Firma Ifinance an Commtrain, einer Firma für Bezahlterminals, beteiligt hatte, ohne Wissen seines Arbeitgebers Aduno (heute Viseca). Er bestreitet jedoch, er habe sich mit der Absicht bei der Firma engagiert, sie an Aduno zu verkaufen. Es habe sich um ein privates Engagement gehandelt. Stocker gibt aber zu, dass er den Aduno-Verwaltungsrat aus heutiger Sicht darüber informieren würde. «Dann hätte ich heute viel weniger Ärger.» Striplokale als lukrative Kunden von PeterBlunschi Zuerst geht es ebenfalls um die Spesen. Der ehemalige Aduno-CEO Stocker soll drei Firmenkreditkarten in Striplokalen und ähnlichen Etablissements verwendet haben. Dies sei zu geschäftsmässigen Zwecken geschehen, sagt der Beschuldigte. Die Bezahlung von Flügen seiner Frau ins Tessin begründet er mit einer damaligen Sehstörung. Seine Frau habe ihn begleiten müssen. Auf Nachfrage von Referent Rok Bezovsek nach den Gründen für die Besuche in Cabarets und ähnlichen Etablissements betont Stocker, dies seien «lukrative Kunden» von Aduno gewesen. Für die dortigen Besuche habe es immer gute Gründe gegeben. Beat Stocker wird befragt von PeterBlunschi Der zweite Tag des Raiffeisen-Prozesses beginnt mit der Befragung von Beat Stocker. Gestern war der frühere CEO Pierin Vincenz im Fokus. Er hat etwas überraschend auf sein Recht auf Aussageverweigerung verzichtet, obwohl er bei seinen Spesenrechnungen und den heimlichen Beteiligungen nicht immer überzeugend und teilweise ausweichend geantwortet hatte. Stocker verweist zu Beginn auf sein MS-Leiden, das er seit zehn Jahren habe und sich ständig verschlechtere. Sein einziges Einkommen seit der Festnahme 2018 habe er mit Aktienverkäufen erzielt. Daraus erzielte er «ein paar Millionen.» Aus seiner Beratertätigkeit beziehe er kein Einkommen. Sein Vermögen beziffert er auf rund 30 Millionen Franken, nach Abzug der Schulden. Bild: keystone Das war Tag 1 des Vincenz-Prozesses «Ich bin unschuldig» von PeterBlunschi Zum Schluss erklärt sich Pierin Vincenz in allen Anklagepunkten für unschuldig. Zum beantragten Strafmass von sechs Jahren Gefängnis äussert er sich nicht, auch nicht zu den Schadenersatzforderungen. Er überlasse dies der Verteidigung. Er habe nicht das Gefühl, mit seinen Beteiligungen etwas Kriminelles unternommen zu haben. Damit ist die Verhandlung für heute beendet. Sie wird morgen mit der Einvernahme von Beat Stocker fortgesetzt. Bild: keystone Beat Stockers Darlehen von PeterBlunschi Die weiteren Beteiligungen betreffen die Genève Credit & Leasing (GCL), Investnet und Eurokaution. In diesem Zusammenhang wird das Darlehen des Mitangeklagten Beat Stocker für den Kauf eines Hauses in Morcote angesprochen. Vincenz bestätigt, er habe Liquiditätsprobleme gehabt. An Investnet sei er noch heute mit 15 Prozent beteiligt. An der Firma Eurokaution, einen Anbieter von Mietkautionsversicherungen, sei er hingegen nie beteiligt gewesen, sagt Vincenz. Die Commtrain-Übernahme von PeterBlunschi Nun kommt Richter Aeppli auf die komplexe Materie der heimlichen Beteiligungen zu sprechen. Es geht zuerst um die Übernahme von Commtrain, einen Anbieter von Kartenterminals, durch Aduno/Viseca. Vincenz gibt zu, dass er seine Beteiligung verheimlicht habe. Warum? «Das frage ich mich heute auch.» Bewerbung via Tinder? von PeterBlunschi Die pikante Episode mit dem demolierten Hotelzimmer im Zürcher Hotel Park Hyatt bezeichnet Vincenz als «Privatsache». Die Rechnung von 3800 Franken belastete er der Bank, was er ebenfalls als «Versehen» bezeichnete. Auch das Nachtessen mit einem Tinder-Date zulasten der Raiffeisen (Rechnung über 700 Franken) wird thematisiert. Angeblich handelte es sich um ein Bewerbungsgespräch. Richter Peter Rietmann fragt, ob es üblich gewesen sei, Personal auf Tinder zu rekrutieren. Auch bei diesem Punkt weicht der Beschuldigte aus. Die teuren Reisen von PeterBlunschi Zur Verrechnung der Reisen nach Dubai oder Australien auf Firmenkosten sagt Vincenz, sie hätten ebenfalls einen geschäftlichen Hintergrund gehabt. Er habe sich mit Bankern und anderen Leuten getroffen. Mit der teuren Reise nach Dubai 2015 mit Kosten von fast 100'000 Franken habe er sich bei seinen Mitarbeitern bedanken wollen. Den Betrag belastete er aber Firma. Auf Aepplis Frage, ob der VR-Präsident darüber Bescheid wusste, antwortet er ausweichend. Seine heutige Partnerin war ebenfalls in Dubai dabei. Die Belastung ihrer Kosten an Raiffeisen sei «ein Versehen» gewesen. Wie ist das mit den Spesen? von PeterBlunschi Ein Teil der Anklage bezieht sich auf seine privaten Auslagen, die er seinem Spesenkonto bei Raiffeisen belastet hat. Er betont, dass seine Besuche in Bars und Nachtclubs geschäftsmässig begründet waren . Das gelte auch für seine Reisen, mit wenigen Ausnahmen. Vincenz bleibt also bei seiner bisherigen Linie. Er bestätigt die Frage von Aeppli, dass die Besuche in Bars und Striplokalen der Beziehungspflege gedient hätten. Darüber habe er auch mit Verwaltungsratspräsident Johannes Rüegg-Stürm gesprochen. Seine Reisen ins Ausland hätten ebenfalls einen geschäftlichen Hintergrund gehabt, sagt Vincenz. Er habe sich dort mit Bankern und anderen Leuten getroffen. Jetzt wird Vincenz befragt von PeterBlunschi Richter Aeppli macht den Hauptangeklagten auf sein Recht aufmerksam, die Aussage zu verweigern. Zuerst kommen die persönlichen Angaben. Der ehemalige Raiffeisen-CEO erhält laut eigenen Angaben eine AHV-Rente von etwas mehr als 2000 Franken. Er bezieht keine Pensionskassen-Rente ( das Guthaben wurde eingefroren) und bezeichnet sich seit 2018 als nicht berufstätig. Er ist von seiner Ex-Frau Nadja Ceregato geschieden und in einer neuen Beziehung. Sein Wohnsitz sei «etwas flexibel», er pendelt zwischen Graubünden und dem Tessin, ist aber nach wie vor in Teufen (AR) angemeldet. Er bestätigt, hohe Darlehen von Dölf Früh, dem ehemaligen Präsidenten des FC St.Gallen, sowie vom Mitangeklagten Beat Stocker erhalten zu haben. Mit Stocker habe er «sporadisch» Kontakt. 16:20 Prozess wird nicht vertagt von PeterBlunschi Mit 15 Minuten Verzögerung geht die Verhandlung weiter. Das dreiköpfige Gericht hat den Antrag der Anwälte von Vincenz und Stocker auf Vertagung wie erwartet abgelehnt. Auch eine Rückweisung an die Staatsanwaltschaft wurde einstweilen abgewiesen. Gleiches gilt für den Antrag auf Einstellung des Verfahrens gegen den schwer erkrankten und laut Arztzeugnis dauerhaft verhandlungsunfähigen Mitangeklagten Peter Wüst. Der Prozessbeginn in Kürze Ende des ersten Teils von PeterBlunschi Für die Staatsanwaltschaft beantragt Oliver Labhart die Abweisung aller Anträge. Er verweist darauf, dass Barbier-Mueller sich von Anfang an sehr kooperativ verhalten habe. Zur fehlenden Übersetzung seien diverse Anträge unter anderem vom Bundesgericht ablehnt worden. Damit ist der erste Teil mit den Vorfragen abgeschlossen. Das Gericht wird die Anträge über Mittag prüfen. Um 16 Uhr wird der Entscheid verkündet. Wenn der Abbruch der Verhandlung abgelehnt wird, was zu erwarten ist, beginnt im Anschluss die Befragung von Pierin Vincenz. Kein faires Verfahren erhalten von PeterBlunschi Der Prozess geht weiter. Die Anwälte zweier Mitangeklagter verzichten auf Vorfragen, dafür hat der Verteidiger von Stéphane Barbier-Mueller ein langes Votum angekündigt. Er war an der Genève Crédit & Leasing (GCL) beteiligt, die von der Aduno-Tochter Cashgate übernommen wurde. Barbier-Mueller habe kein faires Verfahren erhalten , sagt Verteidiger Bernhard Isenring. Er sei französischer Muttersprache, doch nicht einmal die Anklageschrift sei übersetzt worden. Dies treffe auch auf andere Unterlagen zu. Deshalb könne das Hauptverfahren nicht stattfinden, das Verfahren sei an die Staatsanwaltschaft zurückzuweisen. Dieser Einwand wurde erwartet. Jetzt ist Pause von PeterBlunschi Richter Aeppli (Bild) unterbricht die Verhandlung für eine halbe Stunde. Man hat den Eindruck, dass sich die Verteidiger zumindest teilweise abgesprochen haben. Zumindest die beiden Hauptangeklagten streben eine Vertagung an. Womöglich hoffen sie auf eine Verjährung einiger Vorwürfe. Bild: keystone Ein weiterer Staranwalt tritt auf von PeterBlunschi Wir befinden uns in der Eröffnungsphase des Prozesses mit Vorfragen und Anträgen. Mit Peter Nobel tritt ein weiteres juristisches «Schwergewicht» ans Rednerpult im Volkshaus. Er verlangt die Abweisung der zivilrechtlichen Forderungen an Wüst und Etter. Diese werden von Privatklägerin Raiffeisen erhoben, aufgrund der Übernahme von Investnet. Der Staatsanwalt argumentiert, das Gericht müsse entscheiden, ob die Forderungen in einem Zivilprozess geklärt werden sollten. Der Raiffeisen-Vertreter beantragt Nichteintreten auf den Antrag und betont die Zuständigkeit des Strafgerichts für zivilrechtliche Ansprüche. Zu krank für den Prozess? von PeterBlunschi Der Verteidiger des wegen einer neurologischen Krankheit dispensierten Peter Wüst verlangt wie erwartet die Einstellung des Verfahrens gegen seinen Klienten. Er sei nicht in der Lage, am Verfahren teilzunehmen. Seine Krankheit sei «leider» fortgeschritten. Wüst war wie Andreas Etter einer der Gründer des Startup-Finanzierers Investnet, die von Raiffeisen übernommen wurde. Vincenz und Stocker besassen eine heimliche Beteiligung an der Firma. Anwalt Fatih Aslantas argumentiert ebenfalls mit einer ungenügenden Aktenlage und bezieht sich primär auf fehlende Protokolle von Audiofiles aus Telefonüberwachungen. Der Vertreter der Anklage beantragt trotz des «bedauerlichen» Gesundheitszustands von Wüst die Weiterführung des Verfahrens. Das Gericht müsse prüfen, ob der Beschuldigte verhandlungsfähig sein. Der Vertreter der Privatklägerin Raiffeisen schliesst sich dieser Argumentation an. «Keine vollständige Akteneinsicht» von PeterBlunschi Andreas Blattmann, der Anwalt von Beat Stocker, schliesst sich dem Antrag auf Vertagung an. Er erklärt in seinem Eröffnungsvotum, auf Rückweisung der Anklage plädieren zu wollen. Er begründet dies damit, dass einige Vorwürfe verjährt seien. In erster Linie aber habe die Verteidigung keine vollständige Akteneinsicht erhalten. Dieses Argument war absehbar. Der Staatsanwalt kontert: Jeder Beschuldigte habe die Möglichkeit gehabt, die ihn betreffenden Akten einzusehen. Lorenz Erni verlangt Abbruch der Verhandlung von PeterBlunschi Pierin Vincenz' Verteidiger Lorenz Erni (Bild rechts) stellt einen «unpopulären» Verfahrensantrag. Er bezieht sich auf den wegen Corona-Isolation dispensierten Mitangeklagten Andreas Etter, der mitten in den Plädoyers befragt werden soll, und beantragt deshalb den sofortigen Abbruch der Verhandlung . Staatsanwalt Marc Jean-Richard-dit-Bressel sieht dafür keinen Grund. Etter habe sich in der Befragung ausführlich geäussert, es bestehe kein Nachteil für die Verteidigung . Auch Etters Anwalt Cornel Borbély ist mit dem geplanten Ablauf einverstanden. Bild: keystone Es geht los von PeterBlunschi Der vorsitzende Richter Sebastian Aeppli eröffnet den Prozess gegen Pierin Vincenz, Beat Stocker und die fünf Mitangeklagten. Einer von ihnen ist schwer krank und kann nicht teilnehmen, ein weiterer hat Corona und wird erst am 9. Februar befragt. Wegen den langen Plädoyers wurden vier Zusatztage festgelegt: 8./9. März und 22./23. März. Vincenz ist da von PeterBlunschi Bild: keystone Unterdessen ist Pierin Vincenz angekommen. Er sieht aus wie früher, vielleicht etwas älter. Und tritt genauso selbstbewusst auf. Das Medieninteresse ist gross