Wirecard könnte bei ÖBB-Auftrag Insiderwissen gehabt haben

Wirecard könnte bei ÖBB-Auftrag Insiderwissen gehabt haben

06.03.2021 15:10:00

Wirecard könnte bei ÖBB-Auftrag Insiderwissen gehabt haben

ORF, "profil" und "Standard" haben E-Mail-Verkehr ausgewertet und vermuten, dass bei Ausschreibung "getrickst" wurde.

pocketDer ORF,"profil" und"Standard" haben Zugriff auf E-Mails zwischen den ÖBB und dem mittlerweile insolventen deutschen Zahlungsabwickler Wirecard erhalten und vermuten, dass Wirecard bei einer Ausschreibung des ÖBB-Personenverkehrs 2015 mit Insiderwissen"getrickst" haben könnte, um den Zuschlag zu erhalten. Die ÖBB bestreiten das, der damalige ÖBB-Generaldirektor und spätere SPÖ-Bundeskanzler Christian Kern war nach eigenen Angaben in die Auftragsvergabe nicht involviert.

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Zuschlag bei erneuter AusschreibungBei der EU-weiten Ausschreibung im Mai 2015 mit einem Auftragsvolumen von 24 Mio. Euro ging es um die Abwicklung des elektronischen Zahlungssystems für den ÖBB-Personenverkehr. Das Angebot von Wirecard dürfte anfangs zu teuer gewesen sein. Man habe konkretes Feedback von den ÖBB erhalten, dass man zu teuer sei, schrieb laut den drei Medien Mitte September 2015 ein Wirecard-Manager an Marsalek. Die Personenverkehrstochter der ÖBB zog die Ausschreibung zurück und bei der neuen Ausschreibung erhielt Wirecard den Zuschlag. Aufgrund der E-Mail-Korrespondenz kann man vermuten, dass der nun auf der Flucht befindliche damalige Wirecard-Vertriebschef Jan Marsalek Insiderwissen hatte. 

So ist etwa ersichtlich, dass Marsalek persönlich Druck bei den Verhandlungen gemacht hatte. Er dürfte darauf geachtet haben, dass das Angebot von Wirecard nicht zu niedrig wird. Laut einer Mail wies er seine Mitarbeiter darauf hin, dass es Informationen zum richtigen Preis nur von ihm gebe. headtopics.com

Erfolgloser EinspruchDer Einspruch eines Mitbewerbers blieb erfolglos. Mit der Erfüllung des Vertrags durch Wirecard waren die ÖBB später nicht zufrieden, den Berichten der in die Auswertung der Mails involvierten Medien zufolge bezahlte Wirecard bis 2019 Vertragsstrafen von mehreren Hunderttausend Euro.

Den Kontakt zwischen ÖBB und Wirecard soll ein ÖVP-naher Berater hergestellt haben, der aber gegenüber den recherchierenden Medien erklärte, er habe dafür weder einen Vertrag gehabt noch Geld bekommen. Der damalige ÖBB-Chef und spätere SPÖ-Bundeskanzler Kern erklärte, er sei in den Deal nicht eingebunden gewesen.

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Von wen könnte da Wirecard wohl dieses Insiderwissen haben? Fragen über Fragen. Links am Bild übrigens Wirecard CEO Marsalek und rechts neben ihm Wolfgang Sobotka (ÖVP) Alle Manager raus!! Sofort!! Leben vom Steuergeld!