'Wiener Zeitung': Geschäftsführung will Stecker ziehen

'Wiener Zeitung': Geschäftsführung will Stecker ziehen

02.04.2021 23:18:00

'Wiener Zeitung': Geschäftsführung will Stecker ziehen

Martin Fleischhacker glaubt nicht an Erhalt der Print-Zeitung. Die Gewerkschaft fordert seinen Rücktritt.

Wiener Zeitung, im Gespräch mit der APA."Wenn der E-Mail des Geschäftsführers Glauben zu schenken ist, dann ist die Tageszeitung vom Tisch", erklärte er. Glauben wolle er das aber noch nicht. Ihm sei mitgeteilt worden, dass es im Aufsichtsrat einen Aufruf gab, erneut nachzudenken und Optionen zu prüfen. Die äußerst irritierte Redaktion wolle weiterkämpfen und erarbeite Konzepte.

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"Wiener Zeitung"-Chefredakteur Walter Hämmerle (48).© Bild: Kurier/Gilbert NovyBis Ende 2022 solle nichts mit der Redaktion passieren, hieß es lautÖ1-Morgenjournal von der ÖVP-Seite in der Bundesregierung. Der Kommunikationswissenschafter Josef Trappel von der Universität Salzburg hoffte im Gespräch mit dem Radiosender, dass es noch nicht zu Ende sei."Wir haben gestern Hugo Portisch verloren, jetzt können wir unmöglich auch noch die

Wiener Zeitungverlieren", meinte er mit Verweis auf einen"nicht überbesetzten Qualitätszeitungsmarkt" in Österreich."Die Zeitung einfach einzustellen, hielte ich für ein fatales Zeichen", so der Medienexperte. Man solle sich überlegen, welche Möglichkeiten noch offen stehen - etwa eine öffentlich-rechtliche Finanzierung. headtopics.com

Gewerkschaft fordert RücktrittDie Journalistengewerkschaft in der GPA forderte angesichts des Schreibens Konsequenzen für den Geschäftsführer. Er sei für diesen Job ungeeignet, wurde Eike-Clemens Kullmann, Vorsitzender der Journalistengewerkschaft in der GPA, in einer Aussendung zitiert. Aufsichtsrat und Eigentümer sollten Konsequenzen ziehen, meinte Kullmann und forderte die Bundesregierung auf, den Fortbestand der

Wiener Zeitungin Printform abzusichern.Auch Reporter ohne Grenzen (RSF) Österreich setzte sich in einer Aussendung für den Erhalt der ältesten Tageszeitung der Welt ein."Auf dem ohnehin sehr kleinen und nur 14 Titel umfassenden Tageszeitungsmarkt Österreichs darf ein besonderes Medium wie die

Wiener Zeitung, die für qualitativ hochwertige und ausgewogene Berichterstattung steht, nicht einfach wegfallen", so RSF-Österreich-Präsidentin Rubina Möhring. Sie zeigte sich irritiert über die E-Mail Fleischhackers:"Damit lässt er die redaktionellen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Regen. Von einem Geschäftsführer muss man sich mehr Kampfbereitschaft erwarten dürfen."

Das Ende der republikseigenenWiener Zeitungals Tageszeitung bzw. in gedruckter Form steht seit mehreren Wochen im Raum. Das Regierungsprogramm sieht eine Abschaffung der Pflichtinserate im Amtsblatt der Zeitung vor, wodurch ein großer Teil der Einnahmen für das Qualitätsblatt wegfallen würde. Eine von der Regierung ins Treffen geführte EU-Richtlinie, die eine zentrale Stelle für die Dokumentation von Unternehmensinformationen vorsieht, sei jedoch keine rechtliche Hürde, meinte Chefredakteur Hämmerle, jüngst bei einer Diskussion des Presseclub Concordia. headtopics.com

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Broschüren für das Kanzleramt?Heikel mutet in dem Zusammenhang an, dass an derWiener Zeitung-Tochter „Content Agentur Austria“ sehr wohl festgehalten wird: Diese soll als Dienstleister für die Republik Broschüren und andere Kommunikationsvehikel produzieren. Hier sieht man seitens der Regierung wohl weiterhin eine Geschäftsgrundlage.

Geschäftsführer Martin Fleischhacker (rechts) mit einer Broschüre für das Bundeskanzleramt.© Bild: Wiener Zeitung GmbH/WZMGWir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

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