Wiener Kindergärten: Viele Kinder, wenig Geld von der Stadt

Wiener Kindergärten: Viele Kinder, wenig Geld von der Stadt

29.03.2021 15:00:00

Wiener Kindergärten: Viele Kinder, wenig Geld von der Stadt

Private Träger betreiben zwei Drittel der Standorte, fühlen sich bei Förderungen aber benachteiligt.

pocketWährend die Wiener Schulen nach den Ferien für (mindestens) eine weitere Woche erneut ins Distance Learning wechseln, haben die Kindergärten in der Stadt weiter ganz normal geöffnet.Seit Beginn der Pandemie sind die Pädagoginnen in den Kindergärten – es sind nahezu nur Frauen – als wichtige Bezugspersonen für Kinder und Eltern noch mehr gefordert als sonst. Eine „enorme Kraftanstrengung“, wie Thomas Siegl, Geschäftsführer von „Kinder in Wien“ auf KURIER-Nachfrage sagt.

Siegl hat im Herbst gemeinsam mit drei anderen privaten Trägern – der Diakonie, den Kinderfreunden sowie der St. Nikolausstiftung – die Trägerinitiative Elementare Bildung gegründet, die sich für die Interessen der Kindergärten stark macht.

Die privaten Kindergartenbetreiber warnen – nicht erst seit der Krise – vor einem Fachkräftemangel. Und klagen über die Schlechterstellung durch die Stadt.Nicht jedes Kind"gleich viel wert"Diese kritisiert auch die Wiener ÖVP: „Nicht jedes Kind ist der rot-pinken Stadtregierung gleich viel wert“, sagt der ÖVP-Gemeinderat Harald Zierfuß im Gespräch mit dem KURIER. Während ein städtischer Kindergartenplatz pro Jahr mit 15.000 Euro zu Buche schlage, würden private Träger für den gleichen Platz nur rund 6.000 Euro an Förderungen erhalten, rechnet Zierfuß vor. (Dazu kommen Kindergartenbeiträge der Eltern.) headtopics.com

Wesentliche SäuleDabei sind gerade private Träger „eine wesentliche Säule der Kinderbetreuung“, so Zierfuß. Immerhin zwei Drittel aller Kindergarten-Standorte in Wien werden von Privaten betrieben. „Ohne sie wäre die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein unerfüllbarer Wunsch – schlicht nicht machbar“, sagt Zierfuß.

Die „finanzielle Benachteiligung“ sei aus mehreren Gründen ungerecht, sagt der ÖVP-Politiker. „Die privaten Einrichtungen sind bei der Qualität – etwa bei Betreuungsverhältnissen und Gruppengrößen – nicht selten besser als städtische.“

Die Entlohnung der Pädagoginnen sei aber – zwangsläufig – niedriger: Die Einstiegsgehälter liegen oft mehrere Hundert Euro unter jenen der Stadt. Das verschärfe den Fachkräftemangel weiter. Ein Problem, auf das zuletzt auch die Trägerinitiative aufmerksam gemacht hat. Dort fordert man „eine gerechte, einheitliche und angemessene und somit höhere Bezahlung (...) als Zeichen der Wertschätzung.“ Es bedürfe einheitlicher Gehaltsschemen im öffentlichen und privaten Bereich.

StrafzahlungenBesserung ist laut Zierfuß nicht in Sicht – im Gegenteil. Auch bei neuen Maßnahmen von Rot-Pink würden die Privaten „nicht mitgedacht“. Aktuelles Beispiel: das städtische Ausbildungsprogramm „CHANGE“. Erwachsene können sich in fünf Semestern headtopics.com

an der städtischen Bildungsanstalt für Elementarpädagogik in Floridsdorf zum Kindergartenpädagogen umschulen lassen. Wer das Kolleg abschließt, der steht dem freien Arbeitsmarkt aber nicht wirklich zur Verfügung.Für die Teilnehmer, kritisiert Zierfuß, ergebe sich nach Ausbildungsende eine vierjährige vertragliche Dienstzugehörigkeit zur Stadt Wien. Wer nicht vier Jahre lang im Dienste der Stadt arbeitet, von dem werden die Ausbildungskosten zurückgefordert. Die privaten Träger schauen somit erneut durch die Finger.

In einem Antrag, den Zierfuß bei der jüngsten Gemeinderatssitzung einbrachte, fordert er, dass von Privaten keine Ablöse für CHANGE-Absolventen bezahlt werden müsse und auch „die Absolventen selbst keine Strafe für ihre Entscheidung zahlen müssen, an einem privaten Standort arbeiten zu wollen“. Zudem fordert die ÖVP bessere Betreuungsverhältnisse.

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