Wiener Journal - Die Viennale in 15 Filmen

17.10.2021 16:00:00

Was sind die Highlights der diesjährigen Viennale? Ein kleiner Streifzug durch das Programm, mit Tipps, welche Filme Sie unbedingt gesehen haben sollten.

Wiener Journal: Was sind die Highlights der diesjährigen Viennale? Ein kleiner Streifzug durch das Programm, mit Tipps, welche Filme Sie unbedingt gesehen haben sollten.

Was sind die Highlights der diesjährigen Viennale? Ein kleiner Streifzug durch das Programm, mit Tipps, welche Filme Sie unbedingt gesehen haben sollten.

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Wiener Journal - Schrill, cool, unvergessenDer Fotograf Bruce W. Talamon hat die musikalische Ära der 1970er Jahre bildlich dokumentiert.

Wiener Journal - Gartenbaukino: Erstrahlen in altem GlanzVorhang auf! Das Gartenbaukino wurde rechtzeitig zur Viennale in liebevoller Detailarbeit von Grund auf renoviert. Das Ziel: Das denkmalgeschützte Kino möglichst in den Originalzustand von 1960 zurückzuversetzen.

Wiener Journal - Rum machenWiener Journal: Rum hat sich längst zu einem eigenständigen Gourmetgetränk gemausert. In seiner pursten Form wird der hochprozentige Alkohol aus Zuckerrohr auf der Karibikinsel Grenada hergestellt, in immer gleicher Handarbeit seit 1785. Eine Zeitreise.

Wiener verwüsten Schuhgeschäft wegen 20 Prozent RabattWegen eines Sale-Angebots verloren einige Wiener in einem Schuhgeschäft scheinbar die Beherrschung und verwüsteten den Laden. Die „Österreicher“ wieder… Bescheuert um zu Glauben dass wirklich 20% Rabatt gibt …. Für diese Prozente steht man nicht einmal am Samstag auf und mit Windel von Gesicht sich durch Geschäfte zu wühlen ….!!!! Die Wiener haben ja wirklich das größte Waffenarsenal: die haben alle einen Schuss 🤦‍♂️

Maskierter Pistolen-Mann raubt Wiener Tankstelle ausIn der Nacht auf Samstag sollen zwei maskierte, bewaffnete Männer eine Tankstelle in Meidling ausgeraubt haben. Sie sind auf der Flucht.

ORF-Gebühr: FPÖ will Wiener Landesabgabe streichenNächstes Jahr wird die ORF-Gebühr um 8 Prozent erhöht. Um eine Belastung der Haushalte zu vermeiden, möchte die FPÖ die Wiener Landesabgabe ...

Benedetta, Paul Verhoeven\nPaul Verhoevens Nonnen-Lesben-Sexfilm 'Benedetta' hatte in Cannes Premiere.Die 1970er waren ein Jahrzehnt der Extreme – in der Musik herrschte Disco neben Punk, Soul neben Funk und R&B war sowieso immer dabei.Überall wird geschraubt, gebohrt, montiert und geputzt.Der erste Schluck fließt runter wie Feuerwasser.

Nun ja, es ist kein echter Sexfilm, aber es gibt darin jede Menge Sex, Blut, Schlangenbisse und Jesus auf einem Schimmel, der mit dem Schwert die Schlangen vom Luxuskörper der nackten Nonne Benedetta (Virginie Efira) schlägt. Die träumt das freilich, aber wenn erst einmal die Saat im Kopf gesät ist, folgen bald Taten. Auf den braven bürgerlichen Parties gab es Bowle, unter der Hand und in den Clubs und Bars griff man zu den harten Sachen. Und weil ein dahergelaufenes, missbrauchtes Teenager-Mädel gerade recht kommt, um sich in sie zu verlieben und sich nach ihr zu verzehren, geht die Geschichte eben diesen Weg. Das Gartenbau ist unter Denkmalschutz gestellt worden, weil seine einzigartige Architektur dem Amt als schützenswert galt. Im Orden ist die Hölle los.\nIn dieser Zeit warf sich der afroamerikanische Fotograf Bruce W. Bald ist auch eine kleine, dildoförmige Marienstatue genau das: ein Dildo. Er erinnert an ein Fossil, das erahnen lässt, wie Seefahrern und Piraten Rum im 18.

Verhoeven hat auch mit 82 noch viel Lust an der Lust. Seine oft grobkörnigen, unscharfen Bilder sind Schnappschüsse einer schrillen, lauten, coolen Ära, Zeitdokumente und Erinnerungen an einige der größten Musiker und Sängerinnen aller Zeiten. 'Es gab etliche Bereiche, die man eins zu eins in den Originalzustand zurückversetzen konnte.\nBergman Island, Mia Hansen-Love\nMia Hansen-Love zeigt in 'Bergman Island' zwei liierte Filmemacher (Tim Roth als Regisseur, Vicky Krieps als Drehbuchautorin), die Inspiration in Ingmar Bergmans einstiger Lebensumgebung suchen – und finden. Das alles mit viel Dialog und wachsender Beziehungs-Skepsis, vor der Naturkulisse von Farö, und mit einem Film-im-Film noch ganz chic dramaturgisch aufpoliert. Talamons Talent liegt im Einfangen der Persönlichkeit hinter dem Star, und dieses Buch ist der Beweis – eine faszinierende, nostalgische Fundgrube. Der Film erweist seinem großen Vorbild Bergman alle Ehre. Dann fanden wir in der hintersten Ecke im Lager ein Stück von dieser Musterung, anhand dessen wir das Muster nachgießen konnten', sagt Shetler.\nThe Card Counter, Paul Schrader\nAltmeister Paul Schrader wiederum ist mit 'The Card Counter' ein faszinierend-spannender Thriller gelungen, in dem Oscar Isaac einen ehemaligen Soldaten spielt, der nunmehr als Spieler von Casino zu Casino zieht und dort zwischen Poker und Black Jack sein kalkuliertes Glück versucht. Alles in Handarbeit.

Zusammen mit einem jungen Compagnon will er die World Series of Poker in Las Vegas gewinnen. 'The Card Counter' ist ein Höhepunkt in der inzwischen 13 Filme umfassenden Filmografie Schraders, der 1976 mit dem Drehbuch zu 'Taxi Driver' bekannt wurde. Davon gab es nur mehr Schwarz-Weiß-Fotos, die keine Rückschlüsse auf die farbliche Gestaltung dieser Lampen zuließen.\nGroße Freiheit, Sebastian Meise\nHans Hoffmann (Rogowski) landet gleich nach dem KZ der Nazis, wo er wegen Homosexualität inhaftiert war, direkt weiter im Gefängnis, seine Befreiung ist keine. Im Knast freundet er sich mit seinem Zellennachbarn Viktor (Friedrich) an, beide gehen durch emotionale Wirren und werden einander hier noch öfter treffen, weil Hoffmann wieder und wieder verhaftet wird. Regisseur Sebastian Meises Drama wurde bei seiner Premiere in Cannes im Juli von den Kritikern umjubelt.'\nBitte nur originalWozu diese akribische Akkuratesse? Das Bundesdenkmalamt schreibt vor, den Originalzustand möglichst genau herzustellen, bei der Renovierung des Gartenbaukinos gab es eine eigene Referentin, mit der jeder einzelne Renovierungsschritt abgestimmt wurde.\nKein Eingangsschild, das darauf hinweist, welchen Ort, welches Zeitalter der Besucher betritt.

\nL’Evénement, Audrey Diwan\nAudrey Diwans Gewinnerfilm des Goldenen Löwen von Venedig erzählt von einer Studentin in Frankreich, die in den 1960er Jahren ungewollt schwanger wird und an eine Abtreibung denkt; jedoch ist diese zur damaligen Zeit noch illegal – viele Frauen ließen daher geheim abtreiben und setzten damit die eigene Gesundheit aufs Spiel. Die Verfilmung des autobiografischen Bestsellers 'Das Ereignis' von Annie Ernaux feierte seine Premiere kurz nachdem am 1. September in Texas die derzeit wohl schärfsten Abtreibungsgesetze der USA in Kraft getreten sind. 'Das Denkmalamt wollte die Renovierung statt der Neugestaltung, und der Boden sieht nun zwar benutzt aus, ist aber wieder ohne Schrammen.\nPetite Maman, Céline Sciamma\nIn 'Petite Maman' unternimmt Regisseurin Céline Sciamma eine leise, dadurch umso anziehendere Rückschau auf die (eigene) Kindheit. Die achtjährige Nelly gerät nach dem Tod ihrer Großmutter in deren verlassenem Haus im Wald in eine Zeitschleife, die sie 25 Jahre in die Vergangenheit versetzt.\nÜber dem Anwesen liegt eine Duftwolke aus Meersalz und vergorenem Fruchtzucker.

Dort trifft sie auf ihre damals gleichaltrige Mutter Marion, der eine Operation bevorsteht; kurze Zeit bleibt den Mädchen, sich zaghaft anzunähern und das Baumhaus zu vollenden, das Marion begonnen hat. 'Anfangs überlegten wird noch, die 736 Sitze umfassende Originalbestuhlung nachzubauen, aber das hätte jeden finanziellen Rahmen bei weitem gesprengt', so Shetler.\nThe Power of the Dog, Jane Campion\nIn Jane Campions 'The Power of the Dog' gerät Kirsten Dunst zwischen zwei Brüder: Als alkoholkranke Witwe Rose ehelicht sie den Farmer George Burbank, dessen Bruder Phil (Benedict Cumberbatch) alles andere als einverstanden mit der Ehe ist. Phils Rebellion gegen die Ehefrau und seine Schikanen gegen deren Sohn bringen einen Bruderkrieg in Gang. Campion ('Das Piano') siedelt ihr starkes Drama im ländlichen Montana des Jahres 1925 an. In Kombination mit den 383 nun auf LED umgerüsteten Glühbirnen im Saal ergibt sich das Bild eines gediegenen Großsaalkinos, das auch Gemütlichkeit ausstrahlt. Für den Film erhielt Campion in Venedig den Silbernen Löwen für die beste Regie. Lag der riesige Apparat am Nachmittag still, tollte er mit Freunden auf dem Grundstück herum.

\nPetite Solange, Axelle Ropert\nRegisseurin Axelle Ropert folgt den Ereignissen rund um die Trennung eines Paares, dessen Tochter darunter massiv leidet. Solange kann und will sich nicht damit abfinden und wird völlig aus dem Gleichgewicht gebracht. 'Es wurde buchstäblich jede Leitung neu verlegt, denn die Technik und die Kabel stammten teilweise noch aus dem Eröffnungsjahr 1960', erzählt Shetler. Ihre Vorstellungen von Liebe, Emotionen und Zweisamkeit verändert dieses Ereignis auf lange Sicht erheblich. Der Film hatte seine Premiere im Wettbewerb um den Goldenen Leoparden in Locarno.\nVortex , Gaspar Noé\nEs gibt Stimmen, die vergleichen Gaspar Noés neuen Film 'Vortex' mit Michael Hanekes Oscar-gekröntem Drama 'Amour'.\nGut verstecktAuch der charakteristische rote Vorhang vor der Leinwand wurde abgenommen und gewaschen, und zwar in Europas größter Waschmaschine (die sich tatsächlich in Wien befindet). Das war 2001, seitdem kümmert er sich bei seinen Touren um Touristen und Delegationen aus aller Welt, die bevorzugt die weißen Strände im Südwesten der Insel aufsuchen – und nur für die Brennerei das hügelige Hinterland Grenadas durchqueren.

Hier wie dort geht es um ein alterndes Paar, dem nicht mehr viel Lebenszeit bleibt, während der Tod langsam, aber unausweichlich näherkommt. Der 57-jährige Franko-Argentinier Gaspar Noé hat sich mit Filmen voller Sex, Drogen und Gewalt ('Irréversible', 'Love', 'Climax') einen Namen als Skandal-Garant des Arthaus-Kinos gemacht. Angesichts des archaischen Themas von Alter, Demenz und Tod agiert Noé allerdings viel zurückhaltender als von ihm gewohnt, und er begleitet die letzten Wege seiner Protagonisten mit melancholischer Sympathie. Deshalb ist die neue Bar ein Stück größer und entspricht nicht ganz dem Original', so Shetler, für den es im Zuge der Renovierung durchaus auch den einen oder anderen Gänsehaut-Moment gegeben hat: 'Auf der Galerie kam beim Abbruch einer Rigipswand plötzlich eine zweite Wand zum Vorschein, die gänzlich mit dem offensichtlich eigens dafür angefertigten Filmplakat zu ‚Spartacus‘ bezogen war', sagt Shetler.\nRed Rocket, Sean Baker\nIn Sean Bakers schrillem Porno-Märchen 'Red Rocket', will sich ein Ex-Pornostar mithilfe einer 17-jährigen Donutverkäuferin namens Strawberry zurück ins Business bringen. Freches Kino, das in Pop und Porno wildert, und seine Geschichte vom nach Texas heimkehrenden Pornostar aus L. 'Vielleicht hat er nicht den besten Geschmack oder den besten Geruch', sagt Lyons, 'aber definitiv die besten Nachwirkungen – nämlich gar keine.

A. Das teilweise sehr stark verschmutzte Sujet ist nun nicht zur Gänze freigelegt, aber an einer gut erhaltenen Stelle hat man in der neuen Wand einen Guckkasten installiert, der den Blick darauf freigibt. mit viel Leidenschaft und ausgesprochen scharf gezeichneten Charakteren vorträgt. Überdies ist 'Red Rocket' eines der treffendsten Amerika-Porträts seit vielen Jahren.\nSpencer, Pablo Larrain\nLady Diana, oder besser: jene Version von Diana, die der Chilene Pablo Larrain in 'Spencer' zeichnet, ist Ausdruck einer 'Fabel über eine wahre Geschichte', wie Larrain im Vorspann anmerkt.' Das hat auch damit zu tun, dass ein Teil des Budgets aus einer erfolgreichen Crowdfunding-Aktion lukriert werden konnte. Kein Biopic im klassischen Sinn, sondern ein Weihnachtsfest der Royals in den frühen 90er Jahren, bei dem Diana Spencer (Kristen Stewart) so gar nicht dem Protokoll entsprechen will, das man ihr aufgezwungen hat, im Gegenteil: Sie sucht jede Gelegenheit, aus der Enge des Palastlebens auszubrechen, dabei stellt man ihr sogar Personal zur Seite, das sie rund um die Uhr und sogar beim Toilettengang bewachen soll.\nVom Fusel zum KultgetränkAls billiger Partydrink mit üblem Kater und als Spirituose, die nicht ernst genommen werden kann, war Rum die längste Zeit in Verruf.

Ein famoses Porträt einer gefangenen Frau.\nHallelujah: Leonard Cohen, A Journey, A Song, Dayna Goldfine\nDie US-Produzentin und Regisseurin hat sich für ihre Doku 'Hallelujah: Leonard Cohen, A Journey, A Song' tief in die Materie eingearbeitet, um den legendären, 2016 verstorbenen Sänger und Songwriter zu porträtieren.000 Euro. Herausgekommen ist ein einerseits intimes, andererseits allumfassendes Porträt des Künstlers. Sieben Jahre lang hat die Filmemacherin an 'Hallelujah: Leonard Cohen, A Journey, A Song' gearbeitet, auch, weil sich der Schnitt aufwändig gestaltete. Unzähliges Archivmaterial wurde gesichtet, und auch Cohens eigene Gedanken liegen als Voice Over über dem Film.Jetzt erstrahlt das Kino in neuem, alten Glanz.\nSeitdem zelebriert die Welt wiederholt das 'Jahr des Rums'.

Am Ende durchforstete Goldfine gut 100 Stunden Material und zusätzlich 70 Stunden an Audio-Aufnahmen, ehe es mit dem ganzen Konvolut in den Schneideraum ging. Cohen-Fans werden die Doku lieben.\nTout s’est bien passé, François Ozon\nRegisseur Ozon betrachtet das ernste Thema Sterbehilfe mit einer Portion Humor, die er vor allem seinem Hauptdarsteller André Dussollier einimpft. Oktober wird das Gartenbau erstmals seit der Eröffnung wieder genauso aussehen wie damals. Dessen Darstellung eines Familienvaters mit Hang zum Cholerischen ist viel Witz eingeschrieben, weil er nach einem schweren Schlaganfall mit zunehmender Hilflosigkeit sein Streben nach dem Sterben vorantreibt, da ihm, dem zeitlebens patriarchalisch agierenden Kunstsammler, nichts anderes mehr bleibt als der Galgenhumor. Eine Reise in die Schweiz soll’s richten, Tochter Sophie Marceau soll alles organisieren. Vermutlich irgendwann zwischen 2022 und 2024, tippt Benjamin Jones – einer, der es wissen muss.

Ob das gut geht?\nCow, Andrea Arnold\nIn dem Dokumentarfilm 'Cow' betrachtet Arnold das Leben von Kühen in allen Facetten: Von der Geburt bis zur Trennung von der Mutter hin zum Nutztier der modernen Landwirtschaft. 'Der Glanz der frühen Tage dieses wunderbaren Hauses ist nun zurück. 'Ich hatte immer schon ein sehr spezielles Verhältnis zur Natur, schon als kleines Kind', sagt Andrea Arnold. 'Ich habe die meiste Zeit im Freien verbracht, und neben unserem Haus war ein Feld, auf dem die Kühe grasten. Als Erwachsene hatte ich den Bezug dazu ein wenig verloren, weshalb ich über diesen Film dahin zurückfinden wollte.'\nFrance, Bruno Dumont\nDer französische Film 'France' ist, obwohl der Titel anderes vermuten ließe, kein Film über Frankreich. Oder Fakten: Ja, der Rum aus Barbados ist tatsächlich älter als die Rivers-Brennerei.

Autor\/Regisseur Bruno Dumont realisierte eine Tragikomödie über eine erfolgreiche Fernsehjournalistin und Kriegsreporterin namens France de Meurs (gespielt von 'Bond'-Star Léa Seydoux). Ihr Stern beginnt zu sinken, als sie in einen Verkehrsunfall mit einem Motorradfahrer verwickelt wird und anschließend noch weitere Schicksalsschläge ertragen muss. Die Alpha-Frau schrumpft zur Depressions-Patientin – bis sie den Entschluss trifft, ihr Leben auf ein neues Fundament zu stellen.\n .