Wie lange halten wir das durch, Herr Kogler?

'Wie lange halten wir das durch, Herr Kogler?' Das große Sonntags-Interview mit @cbischofberger

05.04.2020 08:45:00

'Wie lange halten wir das durch, Herr Kogler?' Das große Sonntags-Interview mit cbischofberger

Der zweitoberste Krisenmanager der Republik, Vizekanzler Werner Kogler, spricht mit Conny Bischofberger über „wilde Einschläge“, Nächte in der ...

Der zweitoberste Krisenmanager der Republik, Vizekanzler Werner Kogler, spricht mit Conny Bischofberger über „wilde Einschläge“, Nächte in der Corona-Kommandozentrale, Lehren aus der tödlichen Bedrohung und den Lichtstreifen am Horizont.

Es hagelt Absagen für den Ibiza-U-Ausschuss Kurz über EU-Hilfsfonds: „Start für Verhandlungen“ Korrekturen bei Zahl von Todesopfern möglich

Artikel teilen0DruckenEs ist später Freitagabend, am Ballhausplatz muss sich jeder Besucher die Hände desinfizieren, danach misst ein Sicherheitsbeamter Fieber. Kurz vor 19.30 Uhr trifft Werner Kogler ein, er kommt direkt aus dem Parlament,wo sich Regierung und Opposition erstmals mit Gesichtsmasken präsentiert haben

.Mit einer bewusst ungelenk dargebotenen Verbeugung als Begrüßung erinnert er ein wenig an den Prinzen im „Schwanensee“. „Das ist also Zimmer 104“, erklärt er und lässt uns einen Blick in sein neues Büro werfen - nicht mehr bei der grünen Umweltministerin im dritten Bezirk, sondern Zimmer an Zimmer mit dem Corona-Krisenstab im Bundeskanzleramt. Fürs Interview ist es allerdings zu klein.

Kogler schreitet mit uns durch die Gänge und atmet die desinfektionsgetränkte Luft ein. In einem Sitzungszimmer mit Feuerstelle und Kristallluster üben wir Maske aufsetzen vor einem goldenen Spiegel. Sein Nasen-Mundschutz hat vier lange Schnüre, die sich der Grünen-Chef hochkonzentriert am Hinterkopf zusammenbindet.

Mit einem Sicherheitsabstand von 1,5 Metern und Cola light („Das ist mein neues Getränk“) lässt „der Mensch im Maschinenraum“ (Eigendefinition) die größte Krise seit dem Zweiten Weltkrieg Revue passieren und wirft erste Blicke in eine ungewisse Zukunft.

(Bild: Zwefo)Wie fühlen Sie sich, Herr Vizekanzler? Haben Sie auch schon leichte Anzeichen von Lagerkoller?Werner Kogler: Nein, es geht mir sehr gut. Manchmal bin ich müde, das ist alles.Sie müssen ja auch nicht zuhause sitzen wie es von 8,8 Millionen Bürgerinnen und Bürgern verlangt wird…

Na ja… In gewisser Weise kann man das Bundeskanzleramt durchaus als Quarantäne-Station bezeichnen. Wir sind dauernd da, gehen nur für ein paar Stunden heim zum Schlafen. Wenn es jemanden aus dem engsten Regierungskreis oder von den Mitarbeitern und Beratern rundherum erwischen sollte, würden wir hier alle gemeinsam in Quarantäne gehen.

Wiener Freibäder starten in besondere Saison „Viele Menschen fühlen sich durch Theorien besser“ Chronische Grunderkrankungen: Regelung für Risikogruppen bis 30. Juni verlängert

Betten oder Schlafsäcke?Ich weiß es nicht, aber das ist wirklich meine geringste Sorge. Ich schlafe notfalls auch am Boden.Wenn man Ihnen im Jänner gesagt hätte, das Land ist lahmgelegt, es gibt562.522Arbeitslose und alle Leute tragen Gesichtsmasken, was hätten Sie sich gedacht?

Hätte ich diese Person überhaupt ernst genommen? Jedenfalls hätte ich es nicht geglaubt. Obwohl man bereits im Jänner gesehen hat, dass Wuhan vom Corona-Virus schwer betroffen ist. Aber wie bei SARS und MERS - man hat das ja schon alles vergessen und verdrängt - dachte auch ich mir, dass eine derart rasche globale Verbreitung nicht möglich sein kann.

Ich habe deshalb das Wort „exponentiell“ in „explosiv“ übersetzt, weil es viele Menschen sonst nicht verstehen. Dann ist das Virus plötzlich in Norditalien angekommen. Hätten wir nichts gemacht, hätten wir jetzt schon die Belastungsgrenze unseres Gesundheitssystems überschritten.

(Bild: Zwefo)Corona ist eine schwere Prüfung für alle in diesem Land. Wie lange halten wir das noch durch?Ich weiß nicht, ob durchhalten der richtige Begriff ist. Bis jetzt macht die Bevölkerung mit, und unser Dank gilt all jenen, die sich an die Maßnahmen und Empfehlungen halten. Wenn sich das Virus dadurch langsamer verbreitet, hilft letztlich jeder nicht nur den andern, sondern auch sich selbst. Es war und ist ein Wettlauf mit der Zeit. Und er wird so lange dauern, bis die Ausbreitungsgeschwindigkeit radikal reduziert ist.

Haben Sie nicht die Sorge, dass die Stimmung irgendwann kippen könnte?Nein, das habe ich nicht. Aus zwei Gründen: Erstens weil es bei uns trotz schmerzvoller Einschränkungen auch ausdrücklich gewisse Freiheiten gibt. Zweitens weil wir uns doch sehr bemühen, um Verständnis für diese Einschränkungen zu werben. Je mehr Fortschritte wir gemeinsam erzielen, je erfolgreicher unsere Maßnahmen sind, desto früher wird es wieder Lockerungen geben können. Das ist kein leichter Prozess.

Glauben Sie, die derzeitige Solidarität wird anhalten?Der Begriff war ja schon fast aus der Mode gekommen. Jetzt ist er zurückgekehrt, wir erleben durch Corona viel Zusammenhalt und Gemeinschaft, auch eine Renaissance der Sozialpartnerschaft. So ist etwa unser Kurzarbeitsmodell das Herzeigbarste in Europa. Das kostet viel, aber es ist sehr ausgeklügelt und wir haben jetzt sogar die Tendenz, dass Firmen, die ihre Leute in die Arbeitslose geschickt haben, sie wieder in die Kurzarbeit zurückholen.

Podcast: So fahndet man nach Ibiza-Schönheit Twitter unterzog Trump-Tweet erstmals Faktencheck Angehörige dürfen Frau im Wachkoma nicht betreuen

(Bild: Zwefo)Der Bundeskanzler meinte, wir müssten noch über den Berg, der Gesundheitsminister sah auf dem „Marathon“ schon „Licht am Ende des Tunnels“. Mit welchem Bild würden Sie beschreiben, wo wir uns grade befinden?Ein einziges Bild ist schwierig, ich denke an eine Bildsequenz. Dunkle Wolken am Horizont, die sich gräulich-violett verfärben. Später reißen die Wolken am Horizont auf, es werden Lichtstreifen erkennbar und irgendwann brechen die Sonnenstrahlen durch. Wie weit die Entfernung vom Betrachter bis zum Horizont ist, wie viele Nebelfelder noch dazwischenliegen, wissen wir nicht. Aber wir wissen, dass nach den Wolken die Sonne kommt, dass es -

- irgendwann vorbei sein wird. Ich habe überhaupt keinen Zweifel daran, dass Österreich mit seinem gesellschaftlichen Leben und wirtschaftlichen Erfolg am Ende wieder großartig auferstehen wird. Das ist bewältigbar, aber es wird schrittweise passieren.

War der Satz von Sebastian Kurz,dass bald jeder jemanden kennen werde, der an Corona gestorben ist, zu hart?Wir wollen keine Angst schüren, aber, in oft unterschiedlicher Tonalität, durchaus Besorgtheit signalisieren. Wir sind mittlerweile ein eingespieltes Team, ohne dass wir uns groß absprechen. Manchmal formuliert er ein bisschen härter, dann wieder ich. Es braucht beides, aber vor allem braucht es auch Hoffnung. Es gibt nicht nur die Finsternis, es gibt auch das Licht.

Und die Toten.Ich habe diese drastischen Bilder aus Italien bewusst beschrieben, weil sie wahr sind. In Italien weinen Ärzte, weil sie jeden Tag entscheiden müssen, welche ihrer Patienten sie noch beatmen sollen. In Bergamo stapeln sich die Särge in den Kirchen und nach einer Schnellsegnung fährt das Militär sie in den Süden, weil es auf den Friedhöfen und in den Einäscherungshallen keinen Platz mehr gibt. Insofern ist es mir lieber, wir machen im Zweifel eine Spur zu viel als zu wenig. Auch wir können nicht alle Menschenleben retten, aber viel mehr als Italien oder Spanien, wenn wir weitere Maßnahmen setzen und einhalten und dadurch unsere Intensivmedizin nicht kollabieren lassen. Deshalb: Abstand halten, durchhalten, zusammenhalten!

Menschenleben sind das eine, die wirtschaftlichen Folgen das andere. Wie denkt der Ökonom Kogler über die Krise?Eine typische Volkswirtschaftlerantwort wäre: Einerseits und andererseits, on the one hand, on the other hand… Einer meiner Professoren hat gescherzt, man würde gerne einmal einen einarmigen Ökonomen treffen. Also einerseits haben wir natürlich die größte Krise seit dem Zweiten Weltkrieg, die Auswirkungen werden dramatischer sein als nach der Finanzkrise 2008. Das sind wilde Einschläge, sie werden tiefe Spuren hinterlassen. Andererseits werden Kurzarbeit, Hilfspakete für Kredite, Garantien und Zuschüsse und anderes mehr das gut ausgleichen. Das können wir stemmen. Insgesamt darf der „Blutkreislauf“, also die Liquidität, nicht zum Stillstand kommen, das Geld muss im Kreislauf bleiben. Das ist eigentlich auch ein Grundzug grüner Wirtschaftspolitik. Hilfst du dem Einzelnen, dann hilfst du dem Ganzen. Das neoliberale Wirtschaftsmodell hingegen hat uns jahrelang gepredigt, wenn jeder auf sich selber schaue, dann sei schon auf alle geschaut. In so einer Krise sieht man, was für ein katastrophaler Unsinn das ist!

(Bild: Zwefo)Wie geht es Ihnen jetzt als Hardliner, der Restriktionen, Ausgangsbeschränkungen und Datenweitergabe mittragen muss? Opfern wir zu viel Freiheit?Ich setze auf die demokratische Widerstandsfähigkeit der Gesellschaft und wir binden ja im Gegensatz zu anderen Ländern wie etwa Ungarn das Parlament ein. Und ich denke, dass das Bewusstsein einer relevanten Mehrheit in diesem Land stark genug ist, dass es auch bei Grundwerten um eine Abwägung geht. Denn wir können vor lauter Freiheitsliebe eben nicht über 100.000 Tote in Kauf nehmen.

Weiterlesen: Kronen Zeitung »

WKogler cbischofberger Halt durch Werner! Mitte Mai voraussichtlich! Nur noch bis Mitte Mai, dann holst dir wieder einen BigMac!!! GCFleischmann cbischofberger Wenn es in der Kronenzeitung steht, ist es empfehlenswert eine Gegenkontrolle zu machen. Ansonsten Hände weg. cbischofberger Wie lange hält die Republik die Regierung durch/aus, die völlig unproportional auf corona reagiert! Regierung u Medien könnten sich an Schweden ein Beispiel nehmen

cbischofberger Ganz einfach, so lange bis das Theaterstück vorüber ist. Das nächste ist mit Sicherheit schon in der mache. Wäre ja gelacht wenn sie den Mittelstand nicht komplett ausradieren könnten. cbischofberger .....wir halten es durch solange es nötig ist!...man sollte den Unterschied zwischen Freiheitskämpfer*in und Selbstmörder*in kennen...ich kann das Geheule wie sehr wir alle 'beschränkt' (da ist was dran..:-) )und arm sind schon nicht mehr hören.....

WKogler cbischofberger Gab’s mal wieder Rotwein? cbischofberger Oh, mann 🤢🤮 WKogler cbischofberger Also mi wundert jo warum ma do in Kogler frogt. Der darf eh nix selber entscheiden im türkisen Bund. Darum lese ich des goa ned, denn wenn es nicht nach kurzi boy ist, zählts eh nix. WKogler cbischofberger Was würde die Regierung ohne Kogler jetzt machen😲Danke ein grosses DANKE Hr.Kogler Bleiben Sie gesund Österreich braucht Sie 🤘✌👏

WKogler cbischofberger Solange der Futtertrog voll ist. WKogler cbischofberger WKogler cbischofberger Dieses sehr gute Interview macht klar:Kogler&Team will den Menschen dienen.Unterscheidet sich wohltuend von Kurz&Team, die sich der Menschen bedienen. Was er beitragen kann,ist uneigennützig, in Zeiten wie diesen schon verflix viel.

WKogler cbischofberger Werner Kogler ist einfach wirklich supersmart und sympathisch. cbischofberger Solang bis es vorbei ist 🧐 cbischofberger ewig sehen sie ja sn den traumwerten des herr kurz in umfragen cbischofberger Gutes Interview! Ganz schnell haben Sie Herrn Kogler entlarvt! Die RK-App ist eine super und ganz harmlos. Aber der Herr Vizekanzler hat die App selbstverständlich noch nicht heruntergeladen! Das fussvolk soll schon tun! ich als Vizekanzler nicht! wir sind ja nicht alle gleich!

Kogler deutet Lockerung der Corona-Maßnahmen an - News | heute.atVizekanzler Kogler (Grüne) hat heute in einer Pressekonferenz eine Lockerung der wirtschaftlichen Einschränkungen angedeutet. Locker ... sind eher ein paar Politiker Schrauben

Coronavirus: Kogler deutet 'langsames Hochfahren' der Wirtschaft anWie Kogler sagte, wird es auch einen einjährigen Auszahlungsstopp für Dividenden geben sowie Beschränkungen bei Managerboni. Die Grünen haben nichts zu melden, man muss sich nach der ÖVP orientieren!

Live: Kogler deutet 'langsames Hochfahren' der Wirtschaft anDer Finanzminister, der Vizekanzler, die Wirtschaftsministerin und der WKÖ-Chef jetzt im Livevideo und im Ticker: Gibt es hier aktuelle news ? Oder schläft alles ein ?

Alltag in der Risikozone: Wie geht das mit dem Verhüterli?Die Menschen verhüllen sich jetzt Nase und Mund. Und das ist gut so. Doch die Maskerade ist eine echte Herausforderung. Die Maske passt jedem ausser Ohrwaschl Sebi.

Kogler: Lockerung für Spitzensportler kommt baldVizekanzler und Sportminister Werner Kogler (Grüne) hat Österreichs Spitzensportlern Ausnahmeregelungen in Aussicht gestellt, um trotz der Maßnahmen ... Krise zeigt: Öffis sind in Krisen unbrauchbar. Individualverkehr ist flexibel und unverzichtbar. Förderung und Steuererleichterung für KfZs Der Unterschied Zwischen Waldhäusl und Kogler: Waldhäusl wollt aggressive Asylanten einsperren. Kogler sperrt ganz Österreich ein. Skifahrer first!

Kogler kündigt Trainingsmöglichkeit für Topsportler an - derStandard.atWann kündigt er die Öffnung der Bundesgärten an? was ist aber mit allen den Gasthaussitzern, mit denen sich herr Kogler doch so wunderbar identifizieren kann?