Was bleibt von „Game of Thrones“?

Vor zehn Jahren wurde die erste Folge der Fantasyserie ausgestrahlt. Ihr Erfolg war nicht abzuschätzen ebensowenig wie die Hingabe und die Enttäuschung der Fans.

16.04.2021 13:30:00

Vor zehn Jahren wurde die erste Folge der Fantasyserie ausgestrahlt. Ihr Erfolg war nicht abzuschätzen ebensowenig wie die Hingabe und die Enttäuschung der Fans.

Vor zehn Jahren wurde die erste Folge der Fantasyserie ausgestrahlt. Ihr Erfolg war nicht abzuschätzen – ebensowenig wie die Hingabe und die Enttäuschung der Fans.

Muss man sich mit dem Finale anfreunden, um „Game of Thrones“ weiterhin zu lieben? Vielleicht kann man das Finale, Staffel acht insgesamt, beiseite schieben, geistig archivieren und sich auf die besseren Seiten der HBO-Serie konzentrieren – und sich daran erfreuen, welchen immensen Einfluss die Fantasyserie auf Serien und Fernsehen insgesamt hat. Als die erste Folge „Winter is Coming“ am 17. April 2011 bei HBO in den USA ausgetrahlt wurde, war der Erfolg nicht abzusehen. Fantasy galt nicht als massentaugliches Genre. Zudem war die Pilotfolge so schlecht gewesen, dass sie nie ausgestrahlt wurde, sondern großteils mit teils anderen Schauspielern neu gedreht worden war.

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Tabubrüche, Handslungsstränge, CharaktereZehn Jahre später hält „Game of Thrones“ einige Rekorde: Sie ist die am meisten illegal heruntergeladene Serie; die Serie mit den meisten Emmy-Fernsehpreisen (57 Siege insgesamt); die Serie mit dem höchsten Budget (jede Folge in der letzten Staffel soll über 15 Millionen Dollar Budget verfügt haben).

Schwerer bemessen lässt sich die Einzigartigkeit in anderen Bereichen: Der große (und zumindest teilweise diverse) Cast, die kaum zu überblickenden Handlungsstränge, die Brutalität, die Tabubrüche … Dieses und jenes findet man auch in anderen Serien. Aber warum wird gerade eine Mittelalter-Fantasyserie so innig geliebt? Der Kern der Hingabe von so vielen Fans steckt nicht in den aufwändigen Bildern oder den ausufernden Schlachtszenen, sondern in den Figuren: Vorlagenautor George R.R. Martins Charaktere wirken so echt, dass man mit ihnen mitfühlen muss. Diese Romanfiguren auf dem Bildschirm zum Leben zu erwecken, gelang den Serienmachern D.B. Weiss und David Benioff hervorragend – solange die Vorlage reichte und mit der starken sechsten Staffel sogar ein Stück darüber hinaus. Hier liegt der Fehler der finalen Staffel: Martin lässt sich von seinen Figuren treiben und verzettelt sich. Dass er seine Saga wirklich jemals beenden wird, wird zunehmend unwahrscheinlich. Weiss und Benioff trieben die Figuren zuletzt durch die Handlung und verloren sie dadurch. headtopics.com

„Game of Thrones“ hinterließ auch ein VakuumInsgesamt hat „Game of Thrones“ vieles möglich gemacht für andere Serien. Keine Hauptfigur ist mehr vor einem plötzlichen Tod sicher. Die Grenzen, was gezeigt werden kann, haben sich verschoben. Die Struktur von Serien ist viel offener, die Ausstrahlung flexibler. Aber „Game of Thrones“ hinterließ auch ein Vakuum, das bisher kein anderes Format füllen konnte. Wird es je wieder eine Serie geben, die so zum globalen Phänomen und kollektiven Erlebnis wird? Der Trend geht in die gegenteilige Richtung: Der Fernsehmarkt wird durch Streaming und der Menge an Angebot fragmentierter.

HBO erhebt den Anspruch, die Lücke, die man hinterließ, selbst zu füllen:Diverse „Game of Thrones“-Spinoffs sind geplant oder angedacht.Das erste, „House of the Dragon“, dürfte 2022 zu sehen sein. Das Erbe des Vorgängers anzutreten, wird schwierig für das Prequel, nicht nur wegen der schier unerfüllbaren Erwartungen, auch wegen der Figuren. „Game of Thrones“ begann mit einer ziemlich normalen mittelalterlichen Großfamilie, den Starks, mit denen man sich leicht identifizieren konnte. „House of the Dragon“ wird einen Vorfahr von Daenerys Targaryen ins Zentrum stellen, der mit seinen beiden Schwestern verheiratet ist und von einem Drachen aus einen Kontinent erobern will. Klingt ein wenig nach Spartenprogramm. Aber gut, das dachte man schon einmal.

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