Von Ruanda lernen

Während Österreicher für ihre Behördenwege aufs Amt müssen, reichen in dem ostafrikanischen Land nur wenige Klicks auf dem Smartphone.

28.09.2019 13:00:00

Der Gang zur Behörde bleibt den Menschen in Ruanda erspart. Für die Ausstellung von Heiratsurkunden, Führerscheinen und anderen Dokumenten reichen wenige Klicks auf dem Smartphone. BerndVasari

Während Österreicher für ihre Behördenwege aufs Amt müssen, reichen in dem ostafrikanischen Land nur wenige Klicks auf dem Smartphone.

In knapp 100 Fällen kommunizieren die Bürger online mit dem Staat. Egal, ob sie in der boomenden Hauptstadt Kigali leben oder abgeschieden auf dem Land. Egal zu welcher Uhrzeit. Österreich ist noch lange nicht so weit, obwohl die Ambitionen sehr hoch sind. Was kann das Land von Ruanda lernen?

Zuständig für den digitalen Austausch zwischen Verwaltung und Bürger ist in Österreich das Bundesrechnungszentrum (BRZ). Clemens Schwaiger, Bereichsleiter für digitale Innovation und Beratung, schätzt das Modell Ruandas."In Ruanda ist der Bürger im Zentrum. Die Regierungs-Plattform ist so einfach aufgesetzt, wie wenn man auf Amazon ein Produkt bestellt", sagt er.

Außerdem sind die Bürger gut informiert worden."Ruanda hat eine richtige Bewusstseinskampagne gemacht, hat am Anfang erklärt, wie es funktioniert, was man alles machen kann." Im Unterschied zu Österreich:"Bei uns wissen die meisten Menschen nicht, dass sehr viele Dienste bereits online erledigt werden können, oder sind mangels digitaler Signatur nicht fähig die Dienste zu nutzen", sagt Schwaiger. headtopics.com

Die österreichische Regierung ist gefordertEr wünscht sich daher von der nächsten Regierung:"Es ist notwendig den nötigen politischen Willen aufzubringen, sich klar zu positionieren und zu formulieren: Wir wollen möglichst viele Österreicher dazu bringen, dass sie die Dienste online nutzen." Bisher gab es nur Lippenbekenntnisse.

Bevor Ruanda zu einem digitalen Erfolgsmodell wurde, erlebte das Land die dunkelste Zeit seiner Geschichte. Vor 25 Jahren ermordeten Milizen der Volksgruppe Hutu binnen hundert Tagen 800.000 Menschen der Tutsi-Minderheit. Ein Völkermord, der das Land der tausend Hügel zu einem der ärmsten und rückständigsten machte und zu einem Krieg mit der Demokratischen Republik Kongo führte.

Den Völkermord beendete die von Tutsi-Exilanten geführte"Ruandische Patriotische Front" (RPF), als sie mit Paul Kagame an der Spitze aus Uganda einmarschierte, das Land eroberte. Er übernahm die Macht im Land bis heute. Weiterlesen: Wiener Zeitung »

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