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Umbruch in Deutschland - in jedem Fall

Der mögliche Erfolg der SPD bedeutet noch nicht die Kanzlerschaft. Die deutsche Bevölkerung steht in jedem Fall vor einer Geduldsprobe – und mit ihr ganz Europa.

26.09.2021 20:43:00

Der mögliche Erfolg der SPD bedeutet noch nicht die Kanzlerschaft. Die deutsche Bevölkerung steht in jedem Fall vor einer Geduldsprobe und mit ihr ganz Europa. btw21

Der mögliche Erfolg der SPD bedeutet noch nicht die Kanzlerschaft. Die deutsche Bevölkerung steht in jedem Fall vor einer Geduldsprobe – und mit ihr ganz Europa.

Fest steht: Unabhängig von der Frage, ob am Ende der erste Platz für die SPD steht, konnten die Sozialdemokraten ein Plus einfahren. Die Union hingegen ist abgestürzt und landete erstmals in ihrer Geschichte unter 30 Prozent. Die als Anwärter auf die Kanzlerschaft gestarteten Grünen fielen zur FDP herab, die auch hinter den Erwartungen blieb.

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Hohe Wahlbeteiligung bei der ZäsurDie Dimensionen der deutschen Wahl waren beachtlich: 60,4 Millionen Deutsche waren aufgerufen, mit Mund-Nasen-Schutz maskiert in den rund 60.000 Wahllokalen zwischen Nord- und Bodensee ihre Stimme abzugeben – falls sie nicht schon per Brief gewählt hatten. Insgesamt 47 Parteien standen zur Auswahl, dazu 6211 Kandidaten. Die Corona-Pandemie führte zu einem Rekord an Briefwählern, die Wahlbeteiligung dürfte nach ersten Stichproben am Sonntag über den ohnehin schon hohen 76, 2 Prozent aus dem Jahr 2017 landen. Das am Ende dieses demokratischen Prozess entstehende deutsche Parlament – jetzt schon das größte Europas – könnte über 720 Abgeordneten anwachsen.

Der Wahlsonntag markierte aber auch eine historische Zäsur: Mit ihm begann nach eineinhalb Jahrzehnten unter Angela Merkel (CDU) ein Umbruch, wie es ihn in der politisch stabilen Bundesrepublik lange nicht mehr gab. Helmut Kohl (CDU) wurde im Jahr 1998 abgewählt, sein Nachfolger Gerhard Schröder (SPD) im Jahr 2005. Die laut Umfragen noch immer beliebte Kanzlerin Merkel trat einfach nicht mehr an. headtopics.com

Nun sucht die Republik einen Nachfolger: „Kanzler für Deutschland“, ließ SPD-Kandidat Olaf Scholz im Wahlkampf neben seinem Konterfei plakatieren. Er hat nach dem Erfolg der SPD gut Chancen, einen Umbruch wie in den Neunzigerjahren herbeizuführen als auf den Langzeit-Kanzler Kohl der Sozialdemokrat Schröder folgte.

Schwierige KoalitionsverhandlungenDoch das Kanzleramt besetzen am Ende nicht die deutschen Wähler, sondern der Bundestag, das deutsche Parlament. Nun beginnt die Zeit der Verhandlungen und Sondierungen. Vor vier Jahren dauerte diese 172 Tage, beinahe ein halbes Jahr. Und das, obwohl das Wahlergebnis damals weitaus eindeutiger war als dieses Mal: Die CDU/CSU lag mit 33 Prozent mehr als zehn Prozentpunkte vor der zweitplatzierten SPD mit 20,5 Prozent, Dritter wurde die rechte Alternative für Deutschland (12,6 Prozent). Ein richtiger Linksruck ist das Ergebnis trotzdem nicht – auch Scholz gilt als Mann der Mitte.

Europa muss warten, wer das mächtigste Land des Kontinents in die Zukunft führen wird. Der deutsche Umbruch gerät in eine Zeit hoher geopolitischer Instabilität. Die US-Regierung fordert in ihrem Wettbewerb der Systeme mit China eine Positionierung der verbündeten Europäer. Das zersplitterte Wahlergebnis hat es nicht wahrscheinlicher gemacht, dass Europa in nächster Zeit mit einer Stimme sprechen könnte.

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