Trump verteidigt Anhänger nach Sturm auf Kapitol

In einer Stunde beginnt in Washington D.C. die Ausgangssperre - viele der Randalierer wollen im Kapitol bleiben

07.01.2021 01:03:00

In einer Stunde beginnt in Washington D.C. die Ausgangssperre - viele der Randalierer wollen im Kapitol bleiben

Es sind Szenen, wie die USA sie noch nicht erlebt haben. Inmitten der Kongresssitzung, mit welcher der Wahlsieg des künftigen Präsidenten Joe Biden ...

Es sind Szenen, wie die USA sie noch nicht erlebt haben. Inmitten der Kongresssitzung, mit welcher der Wahlsieg des künftigen Präsidenten Joe Biden endgültig bestätigt werden soll, stürmen Anhänger des scheidenden Amtsinhabers Donald Trump das Kapitol. Der Mob überrennt Absperrungen und überforderte Polizisten, schlägt Fenster ein und schafft es sogar in den Sitzungssaal des Senats. Mindestens eine Person kommt bei den Krawallen ums Leben. Und was macht Trump? Der scheidende Präsident verteidigt jetzt die Aktionen seiner Anhänger, die das Kapitol gestürmt und verwüstet haben. „Dies sind die Dinge und Ereignisse, die passieren, wenn ein heiliger Erdrutsch-Wahlsieg so kurzerhand und bösartig gestohlen wird“, twitterte er.

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Artikel teilen0DruckenTrump schloss den Tweet mit „Erinnere dich an diesen Tag - für immer!“ Abschließend forderte Trump die Randalierer auf, „mit Liebe und in Frieden nach Hause zu gehen“.Der gewählte US-Präsident Joe Biden hatte die dramatischen Ereignisse rund um das Kapitol in Washington zuvor scharf verurteilt. „Zu dieser Stunde wird unsere Demokratie beispiellos angegriffen“, sagte Biden in Wilmington im Bundesstaat Delaware. Er rief den abgewählten Präsidenten Donald Trump auf, sich vor die TV-Kamera zu stellen und das zu beenden, was er eine „Belagerung“ und einen „Aufstand“ nannte.

(Bild: AP)Auch die führenden Demokraten im US-Kongress forderten Trump auf, die von ihm angeheizten Demonstranten zum Verlassen des US-Kapitols aufzufordern. „Wir appellieren an Präsident Trump, alle Demonstranten dazu aufzufordern, dass sie das US-Kapitol und das Grundstück des Kapitols sofort zu verlassen“, forderten die Sprecherin des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi und der Minderheitsführer der Demokraten im US-Senat, Chuck Schumer. headtopics.com

Der führende Republikaner im Repräsentantenhaus, Kevin McCarthy, verurteilte die Unruhen am Sitz des US-Parlaments. Was gerade passiere, sei „unamerikanisch“, sagte er dem Sender CBS News. „Ich bin enttäuscht. Ich bin traurig. Das ist nicht, wie unser Land aussehen sollte.“ McCarthy ist ein Verbündeter Trumps.

FotosTrump gießt weiter Öl ins FeuerTrump forderte die Demonstranten am Kapitol schließlich auf, friedlich nach Hause zu gehen - goss aber gleichzeitig neuerlich Öl ins Feuer, indem er wiederholte: „Diese Wahl wurde mir, wurde uns gestohlen“. Er verstehe den Ärger der „guten Menschen“, aber „wir müssen Frieden haben, wir müssen Recht und Ordnung haben“ und die Sicherheitskräfte respektieren, sagte Trump in einer auf Twitter verbreiteten Videobotschaft. Twitter schränkt die Verbreitung, Likes sowie Antworten auf das Video. In einem Hinweis unter dem Tweet wird das „mit der Gefahr von Gewalt“ begründet.

Auch in Europa riefen die Szenen in Washington indessen alarmierte Reaktionen hervor. NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg schrieb auf Twitter von „schockierenden Szenen“. Das Ergebnis der „demokratischen Wahl“ müsse respektiert werden. Der britische Premier Boris Johnson twitterte von „schändlichen Szenen im US-Kongress“ und forderte eine „friedliche und geordnete Machtübertragung.“

Kurz „schockiert über die Szenen in Washington“Bundeskanzler Sebastian Kurz und Außenminister Alexander Schallenberg (beide ÖVP) zeigten sich „schockiert über die Szenen in Washington“ bzw. „tief beunruhigt über den Angriff auf die Demokratie“. Nun müsse eine friedliche und geordnete Machtübergabe gesichert werden, twitterte Kurz. Schallenberg sprach von einem „inakzeptablen Angriff auf die Demokratie“. headtopics.com

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„Ich beobachte mit tiefer Sorge den populistisch angestachelten, demokratieverachtenden Angriff auf das Kapitol in Washington, das Herz der US-Demokratie“, reagierte auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen am Mittwochabend auf Twitter. „Es ist das Fundament einer Demokratie, das Ergebnis von freien Wahlen zu respektieren und die friedliche Übergabe der Regierungsmacht zu gewährleisten.“

Der Bundespräsident zeigte sich aber überzeugt, „dass die USA diese demokratischen Regeln schützen werden, auch wenn der noch amtierende Präsident zögert.“ Anhänger des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump hatten zuvor das Kapitol in Washington gestürmt, nachdem er sie in einer Rede zum Protest gegen den Wahlausgang aufgerufen hatte.

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Ich hab das Gefühl es gibt ein größeres Problem als die Ausgangssperre.