Streit um Impfstoffe: KURIER erhielt Einblick in den Pfizer-Vertrag

Streit um Impfstoffe: KURIER erhielt Einblick in den Pfizer-Vertrag

15.03.2021 13:00:00

Streit um Impfstoffe: KURIER erhielt Einblick in den Pfizer-Vertrag

Extra-Vereinbarung über Verteilung könnte zu Ungleichgewicht zwischen den EU-Ländern geführt haben.

(Biontech/Pfizer, Moderna, Astra Zeneca und seit Kurzem Johnson & Johnson)vertraglich 1,4 Milliarden Dosen geordert. Österreich stehen gemessen an der Bevölkerungszahl zwei Prozent davon zu – also rund 28 Millionen Impfdosen.Den „Mix“ bestimmt jedes Land selbst – und das wird in der EU-Steuerungsgruppe auf Beamtenebene verhandelt. Wenn ein Land, sobald die Impfdosen verfügbar sind, von einer Marke weniger haben möchte, kann es verzichten. Diese Kontingente werden für andere frei. Dänemark und Malta etwa haben bei Biontech/Pfizer zugegriffen.

Österreichs EU-Kommissar und Kurz’ Parteikollege Johannes Hahn betonte am Sonntag gegenüber Medien, dass die Verteilung kein „Willkürakt“ sei. „Die im Ausschuss vertretenen Mitgliedsstaaten haben alle Beschlüsse mitgetragen.“ Einige hätten eben auf die billigere Variante von Astra Zeneca gesetzt, und dort gibt es nun Lieferschwierigkeiten.

Klärung beim EU-GipfelKanzler Kurz missfällt, dass ein Ungleichgewicht entstanden sei – und er ist damit nicht alleine: Österreich, Bulgarien, Lettland, Slowenien, Tschechien und Kroatien haben sich in einem gemeinsamen Brief beschwert. headtopics.com

EU-Ratspräsident Charles Michel erklärte daraufhin, dass Gespräche zur Impfdosen-Verteilung auf die Tagesordnung des regulären EU-Gipfels am 25. und 26. März gesetzt werden.Auch Rest-Kontingente nach QuoteDie Lösung könnte dem Vernehmen nach sein, dass auch die übrig gebliebenen Kontingente nach der Quote verteilt werden – und nicht an jene Länder, die am „Basar“ besser verhandelt haben.

EU-Vize-Kommissionspräsident Frans Timmermans räumte im Tagesspiegel am Sonntag Fehler ein – in Brüssel und bei den Mitgliedsstaaten. Am Ende der Pandemie könne man Bilanz ziehen, „was wir falsch und was wir richtig gemacht haben“, so Timmermans. Vorerst gehe es darum, „dass ganz Europa Impfstoff bekommt“.

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