„Schiffsdiesel und Kerosin statt Fleisch besteuern“

Max Hiegelsberger. Rinderhaltung ist für Österreichs Grünland und Landschaftsschutz unabdingbar. Statt Fleisch sollten die Transporte besteuert werden.

19.8.2019

Max Hiegelsberger. Rinderhaltung ist für Österreichs Grünland und Landschaftsschutz unabdingbar. Statt Fleisch sollten die Transporte besteuert werden.

Max Hiegelsberger. Rinderhaltung ist für Österreichs Grünland und Landschaftsschutz unabdingbar. Statt Fleisch sollten die Transporte besteuert werden.

. Da haben weder wir als Bauern noch die Verarbeiter eine Chance. Peter Wesjohann , Chef des größten Hähnchenfleischlieferanten Wiesenhof in Deutschland , argumentiert, dass sie in den Supermärkten Bio-Hühner angeboten hätten, die Konsumenten aber zum billigen Massenhähnchen gegriffen hätten, weshalb sie mit den Bio-Hühnern aufgehört haben. Wenn wir lediglich bereit sind, 10 bis 15 Prozent des Einkommens für die Lebensmittel auszugeben, dürfen wir nicht erwarten, dass die Bauern Kälber streicheln. Es braucht also die Bereitschaft des Konsumenten, mehr Geld auszugeben. Wenn man die Landwirtschaft mit bäuerlichen Betrieben erhalten will, braucht das bessere regionale Lebensmittel einen anderen Preis. Das ist die Voraussetzung. Anders wird es nicht funktionieren. Spar beispielsweise verlangt von uns ein Verbot des Einsatzes von Glyphosat. Damit haben wir kein Problem. Aber dann darf auch kein anderes Produkt, das ebenfalls mit Glyphosat behandelt worden ist, im Regal liegen. Denn dann sind wir preismäßig nicht wettbewerbsfähig. Der Konsument wurde über Jahrzehnte so erzogen, dass er als ungeschickt gilt, wenn er nicht zum Billigsten greift. Hat der Bericht des UNO-Klimarates eine Auswirkung auf Ihre Politik? Jeder muss in seinem Bereich eine Betroffenheit entwickeln, wenn es in dieser Form nicht weitergehen soll. Das kann vor der Politik gar nicht Halt machen. Wenn der Markt aber anders funktioniert als es sich jene, die für das Klima zuständig sind, erwarten würden, und unsere bäuerlichen Betriebe auf der Strecke bleiben würden, dann ist das auch nicht nachhaltig. Nachhaltigkeit heißt immer ökologisch, ökonomisch und sozial. Es müssen alle drei Bereiche betroffen sein. Sie verstehen sich primär als Vertreter der bäuerlichen Betriebe. Ganz klar. Aber auch im Sinne der Ökologie. Wir waren kürzlich auf Studienreise in den Niederlanden . Wenn wir den Zustand der Böden und der Grundwasserqualität vergleichen, dann hat die Landwirtschaft in Österreich Ist es für Sie ein Problem, wenn die Klimaschützer aufrufen, kein Fleisch Es ist deswegen kein Problem, weil jede Person autonom entscheidet, wie sie leben will. Für uns ist nicht die primäre Frage, wie sich jemand ernährt, sondern von woher die Lebensmittel kommen. Wenn Menschen auf Fleisch verzichten, stellt sich die Frage, mit welchen anderen Produkten sie sich ernähren wollen. Der Großteil unserer landwirtschaftlichen Fläche ist Grünland. Dann würde ein Großteil dieser Flächen geopfert werden. Stimmt die Nachhaltigkeit, wenn die Produkte über tausende Kilometer mit dem Schiff oder dem Flugzeug importiert werden müssen? Ich glaube nicht. Der UNO-Bericht kritisiert massiv die Lebensmittelverschwendung. Was kann man dagegen tun? Der erste Punkt ist selbst zu kochen. Wer kocht, kauft nur das, was er benötigt. Der zweite Punkt ist, dass wir im Lebensmittelhandel weg von der übertriebenen Aktionitis müssen. Zum Beispiel zwei Produkte zum Preis von einem oder minus 25 Prozent. Das verführt dazu, mehr zu kaufen als benötigt wird, was schlussendlich weggeworfen wird. Der dritte Faktor ist schnelles Essen. Schnelles Essen fördert ein breites Angebot, vieles wird nicht gebraucht. Die deutsche Tierschutzbund spricht sich für die Einführung einer Fleischsteuer als Konsequenz des Klimaberichts aus. Das ist ein völlig falscher Ansatz. Es geht um den Transport , denn er belastet die Umwelt am stärksten. Kerosin und Schiffsdiesel sind steuerbefreit. Die Bauern bezahlen beim Traktordiesel die Mineralöl- und Mehrwertsteuer, aber für Transporte, die weltweit gehen, fallen keine Steuern an. Das ist unlauterer Wettbewerb. facebook Weiterlesen: KURIER

Pro & Contra : Höhere Steuer auf Schnitzel & Co.: Ist Fleisch zu billig?Muss Fleisch für Klima und Tierwohl teurer werden? Nachdem in Deutschland zuletzt über eine Fleischsteuer diskutiert wurde, schwappt die Debatte auch nach Österreich – doch ist Fleisch tatsächlich zu billig?

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