Pandemie: Fehlen Kindern die Abwehrkräfte?

Schnupfende Kinder, so weit das Auge reicht: Derzeit gibt es einen Anstieg an RSV-Infektionen. Wurde das kindliche Immunsystem durch Corona-Maßnahmen zu wenig auf Trab gehalten? Kinderarzt Volker...

24.10.2021 22:02:00

Schnupfende Kinder, so weit das Auge reicht: Derzeit gibt es einen Anstieg an RSV-Infektionen. Wurde das kindliche Immunsystem durch Corona-Maßnahmen zu wenig auf Trab gehalten? Kinderarzt Volker Strenger gibt vorerst Entwarnung.

Schnupfende Kinder, so weit das Auge reicht: Derzeit gibt es einen Anstieg an RSV-Infektionen. Wurde das kindliche Immunsystem durch Corona-Maßnahmen zu wenig auf Trab gehalten? Kinderarzt Volker...

Wien.Haushalte ohne verschleimte Kleinkinder sind aktuell die Ausnahme – zumindest gefühlsmäßig. Parallel dazu wird derzeit viel über ein Virus abseits von Sars-CoV-2 berichtet: Die Rede ist vom Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV).

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Daten des Zentrums für Virologie in Wien zeigen: Diesen Herbst kam es zu einem erheblichen Anstieg an RSV-Infektionen im Vergleich zur selben Jahreszeit vor der Pandemie. Eine RSV-Infektion geht meist mit den typischen Symptomen einfacher Erkältungen einher. In der Regel betrifft das RS-Virus Menschen jeden Alters. Gefährlich kann das Virus aber nur für die Kleinsten werden – insbesondere für Kinder im ersten Lebensjahr.

Ob es sich bei Fieber, Husten und Schnupfen um RSV oder herkömmliche Erkältungsviren handelt, kann nur ein spezieller Test feststellen. Grund zur Sorge gibt es bei einer laufenden Babynase aber noch nicht automatisch. Ein schwerer Verlauf kann sich etwa durch anhaltende Trinkverweigerung und auffällig schweren Atem ankündigen. Hier gilt es, den Kinderarzt dann doch lieber einmal zu viel aufzusuchen. Dieser kann entscheiden, ob eine Krankenhausaufnahme zur Beobachtung des Kindes notwendig ist. headtopics.com

Woher kommt der RSV-Anstieg?Volker Strenger, Arzt an der Kinderklinik Graz und Leiter der Arbeitsgruppe Infektiologie der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ), bezeichnet den Großteil des Aufschreis rund um RSV gegenüber der „Presse“ als „Panikmache“. „Das Virus an sich ist nichts Neues, es stand bislang nur nicht im Medienfokus“, sagt Strenger.

Seit der Coronapandemie liege die Aufmerksamkeit im Allgemeinen viel stärker auf jeglichen Viren, die vor Covid „kaum jemanden interessiert haben“, so der Kinderarzt. Erstaunlich sei allerdings der verfrühte Beginn der RSV-Infektionen. Normalerweise startet die RSV-Saison erst mit November, heuer wurden erste Fälle bereits im August vermerkt. „Das gilt es natürlich zu beobachten.“

Der Anstieg in diesem Jahr im Vergleich zum Jahr 2019 heiße jedoch nicht unmittelbar, dass es auch insgesamt mehr Fälle von RSV-Infektionen geben wird. „Es kann auch sein, dass sich die Saison nach vorn verschoben hat, es gilt also herauszufinden, woran diese Veränderungen liegen“, so Strenger.

In Deutschland wurde zuletzt vereinzelt von Kinderspitälern an ihrer Kapazitätsgrenze berichtet. Hierzulande scheint bislang alles noch im Lot zu sein. „Wir sind gut besucht, das ist aber normal für diese Jahreszeit“, beschreibt Strenger die Lage in der Kinderklinik Graz. Vergangenes Jahr um diese Zeit wurde etwa nur ein Fünftel der Klinikkapazitäten beansprucht. headtopics.com

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Mythos geschwächtes ImmunsystemDas liegt auch daran, dass die getroffenen Maßnahmen zur Eindämmung der Coronapandemie andere Viren ebenso ein Stück weit verdrängt haben. Auf Zeit, wie sich nun – wenig überraschend – herausstellt. Jetzt, da sich Kinder wieder häufiger die Sandschaufel teilen und im Kollektiv Spielzeuge in die Münder stecken, sind sie auch vermehrt Keimen und Erregern ausgesetzt.

Dass die Rückkehr der RS- und anderer Viren nach ihrer coronabedingten Verbreitungspause nun ein erhöhtes Risiko für das kindliche Immunsystem darstellen könnte, glaubt Strenger nicht. Im Gegenteil: Für die im Jahr 2020 Geborenen sieht Strenger in den Maßnahmen des vergangenen Jahres sogar die Chance, die risikoreichste Zeit überbrückt zu haben. „Vor allem Infektionen im ersten Lebensjahr können bedrohlich sein. Da ist es eventuell sogar besser, wenn die Kinder erst später mit RSV in Kontakt kommen“, so Strenger. Ab dem dritten Lebensjahr laufen Kinder weniger in die Gefahr eines schweren Verlaufs.

Die Theorie, auch die Immunität gegen bestimmte Viren innerhalb der Bevölkerung sei abgeebbt, würde Strenger vorerst nicht bestätigen. Es stimme zwar, dass die meisten Menschen während des vergangenen Jahres mit weniger Erregern in Berührung gekommen seien und somit ihren Antikörperhaushalt nicht hätten auffrischen können, was in weiterer Folge einen geringeren Immunschutz bedeuten würde. Allerdings könne man den Spieß auch umdrehen: Weniger Infektionen – also in Körperzellen eingedrungene Viren, die sich dann vermehren – bedeuten weniger Virus-Mutationen.

In letzterem Szenario wäre das Virus also dem von vor zwei Jahren ähnlicher. Heißt: Das Virus ist dem Körper bereits bekannt – das Immunsystem weiß sich zu helfen. „Das Festlegen auf eine einzige Erklärung oder Prognose wäre unseriös“, so Strenger. headtopics.com

RSV-Impfung für RisikokinderDie Notwendigkeit, dass Eltern ihre Kinder aufgrund erhöhter Ansteckungsgefahr lieber zu Hause lassen, anstatt sie in Kindergärten und Krabbelstuben zu stecken, sieht Strenger nicht. Dies sei immer eine individuelle Entscheidung und hänge sehr von der Lebenssituation des Kindes ab.

Grundsätzlich seien Infektionen für Kinder äußerst wichtig, um ihre Abwehrkräfte zu stärken. In der aktuellen Situation sollten Hygienemaßnahmen in Betreuungseinrichtungen nichtsdestoweniger eingehalten werden. Für Risikokinder, Frühchen oder jene mit einer Lungen- oder Herzkrankheit etwa, gibt es außerdem den Weg einer passiven Impfung.

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Dabei werden dem Kind monatlich während der gesamten RSV-Saison Antikörper per Spritze verabreicht. Aufgrund der verfrühten Hochsaison des Virus wird ein vorverschobener Start – also eine Anpassung des Zeitfensters – der Therapie von Ärztinnen und Ärzten empfohlen.

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