Nur 16 von 188 Vorstandsmitgliedern sind Frauen

Nur 16 von 188 Vorstandsmitgliedern sind Frauen

Österreich, Vorstand

26.01.2022 21:49:00

Nur 16 von 188 Vorstand smitgliedern sind Frauen

In den im Wien er Börsen Index (WBI) gelisteten 55 Unternehmen sind per Jahresanfang nur 16 von 188 Vorstand smitgliedern weiblich besetzt gewesen. Dieser Anteil von 8,5 Prozent stellt aber trotzdem einen Höchstwert seit mindestens 2015 dar, wie aus dem Mixed Leadership Barometer des Wirtschaft sprüfers EY hervorgeht. In den Aufsichtsräten ist der Frauenanteil höher.

Für die Konzernvorstände gibt es keine gesetzlich vorgeschriebenen Quoten - anders als bei den Aufsichtsräten, wo 21 der im WBI notierten Unternehmen einer gesetzlichen Quote verpflichtet seien, so EY. Hier liegt der Gesamtanteil der Frauen bei 29,7 Prozent (157 von 529), also knapp unter der seit 1. Jänner 2018 geltenden Gender-Quote von 30 Prozent. Im Dezember 2017 lag der Frauenanteil hier erst bei 19,0 Prozent, wie EY schreibt.

"Bei der Einführung der Quotenregelung für Aufsichtsräte gab es viele Bedenken und Diskussionen", wird Helen Pelzmann, Partnerin und Verantwortliche für die Initiative"Women. Fast Forward" bei EY Österreich, am Mittwoch in einer Aussendung zitiert."Auch wenn Quoten sicher kein Allheilmittel sind, sehen wir in diesem Fall einen ganz klaren Effekt." Trotzdem würde fast jedes fünfte Unternehmen, das einer Quote verpflichtet ist, diese noch verfehlen.

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Nur wenige Monate davor, im August 2021, gab es erst 14 Frauen unter den insgesamt 192 Vorstandsmitgliedern. Auch Anfang 2022 waren noch fast drei Viertel der Vorstände rein männerbesetzt. In der Position der Vorstandsvorsitzenden (CEO) befinden sich aktuell (Stand 1. Jänner) nur drei Frauen (5,5 Prozent aller CEOs). Dies sind die Chefinnen der BKS Bank, der CA-Immo und der Vienna Insurance Group. Weitere fünf Frauen sind als CFO für die Finanzagenden ihres Unternehmens zuständig. Für die Konzernvorstände gibt es keine gesetzlich vorgeschriebenen Quoten - anders als bei den Aufsichtsräten, wo 21 der im WBI notierten Unternehmen einer gesetzlichen Quote verpflichtet seien, so EY. Hier liegt der Gesamtanteil der Frauen bei 29,7 Prozent (157 von 529), also knapp unter der seit 1. Jänner 2018 geltenden Gender-Quote von 30 Prozent. Im Dezember 2017 lag der Frauenanteil hier erst bei 19,0 Prozent, wie EY schreibt. "Bei der Einführung der Quotenregelung für Aufsichtsräte gab es viele Bedenken und Diskussionen", wird Helen Pelzmann, Partnerin und Verantwortliche für die Initiative"Women. Fast Forward" bei EY Österreich, am Mittwoch in einer Aussendung zitiert."Auch wenn Quoten sicher kein Allheilmittel sind, sehen wir in diesem Fall einen ganz klaren Effekt." Trotzdem würde fast jedes fünfte Unternehmen, das einer Quote verpflichtet ist, diese noch verfehlen. Große Unterschiede gibt es auch mit Blick auf die Branchen. In den Vorständen der Konsumgütersparte lag der Frauenanteil laut Studie bei 23,5 Prozent. Der Immobiliensektor (12,5 Prozent) und die Kategorie"Sonstiges" (16,7 Prozent) wiesen ebenfalls vergleichsweise viele Frauen auf. In den Bereichen Informationstechnologie, Automobil, Rohstoffe, Telekommunikation sowie Transport & Logistik sucht man vergeblich nach weiblichen Vorständen. Was die Aufsichtsräte angeht, fallen die Branchenunterschiede geringer aus. Die SPÖ drängt angesichts der Zahlen auf eine Frauenquote auch in den Vorständen."Die Unternehmenskultur in Österreich muss sich insgesamt ändern. Lange Sitzungen in den Abendstunden sind schwer mit Beruf und Familie vereinbar. Ein Blick in die skandinavischen Länder zeigt, dass es auch anders geht", erklärte SPÖ-Frauenvorsitzende Eva-Maria Holzleitner. (APA)