NÖ: 5.000 Ärzte und ihr Personal zittern noch um rasche Impfung

Nach Protesten wurde die Impfaktion für niedergelassene Mediziner in NÖ verlängert. Auch mehr Impfdosen soll es geben.

26.01.2021 07:03:00

Nach Protesten wurde die Impfaktion für niedergelassene Mediziner in NÖ verlängert. Auch mehr Impfdosen soll es geben.

Nach Protesten wurde die Impfaktion für niedergelassene Mediziner in NÖ verlängert. Auch mehr Impfdosen soll es geben.

pocket80 ausgewählte Impfordinationen in ganz Niederösterreich sollen ab 8. Februar damit beginnen, die Gruppe der 50.000 mobilen über 80-Jährigen gegen das Coronavirus zu impfen. Bis es aber so weit ist, sollen zuvor dringend die Ärzte selbst immunisiert werden. Für die 10.000 niedergelassenen Mediziner, Zahnärzte und ihr Gesundheitspersonal gibt es im flächenmäßig größten Bundesland allerdings – aus heutiger Sicht – zu wenig Impfstoff.

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Bis zum vergangenen Wochenende hieß es, dass nur 5.000 von ihnen ab 1. Februar die Covid-Schutzimpfung im Rahmen der Aktion „Ärzte impfen Ärzte“ erhalten. Nach Interventionen der nö. Ärztekammer soll die Impfaktion für das Gesundheitspersonal nun verlängert werden. Auch mehr Impfdosen sollen bereitstehen.

Seit Tagen herrscht in der Angelegenheit dicke Luft zwischen den Ärzten und Notruf NÖ, der Koordinationsstelle für die Corona-Impfung für das Bundesland. Während Wien in der Anfangsphase weniger Impfdosen an die Pflegeheime verteilt und dafür die Ärzteschaft komplett durchgeimpft hat, wurden in Niederösterreich die Altenheime bevorzugt. Dafür bleiben für die Ärzte in der ersten Tranche nur 5.000 Impfdosen übrig, bekrittelte der Chef der nö. Ärztekammer, Christoph Reisner. Erst nach der Immunisierung der über 80-Jährigen, sollte der Rest der Mediziner folgen. headtopics.com

Christoph Reisner, Präsident Ärztekammer Niederösterreich© Bild: Ärztekammer NÖ/Raimo RumplerSeit dieser Umstand bekannt wurde, ist in den 80 ausgewählten Impfpraxen quasi die Hölle los. Es ist ein Rennen um die ersten Impfungen entbrannt. „Bei mir läuft das Telefon heiß. Jeder will verständlicherweise sofort dran kommen. Daher müssen wir nun triagieren“, sagt der Wiener Neustädter Impfarzt, Rainer Tschepper.

Prioritär sollen nun jene Mediziner behandelt werden, die ganz engen Patientenkontakt haben, beispielsweise Zahn-, HNO- oder Lungenfachärzte. Angeprangert wird die Verteilung des Impfstoffes. Weil die Impfbereitschaft beim Gesundheitspersonal in den Spitälern niedriger als das Angebot an Impfdosen war, seien dort auch Verwaltungspersonal und externe Personen an die Reihe gekommen. „Dieses Überangebot hätte man schon für die niedergelassenen Ärzte nutzen können“, so Tschepper.

Weltweites ProblemFür die Impfkoordinatoren von Notruf NÖ ist die Kritik völlig unberechtigt. „Es gibt derzeit weltweit nicht mehr Impfstoff und daher muss man kontingentieren“, sagt Sprecher Stefan Spielbichler. Die Vorgangsweise komme nicht überraschend und sei abgestimmt gewesen.

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