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Brauer, Nachruf

Nachruf: Universalkünstler Arik Brauer mit 92 Jahren verstorben

Ein großer Maler, Liedermacher und Mensch ist nicht mehr: Arik Brauer, einer der Hauptvertreter der Wiener Schule des Phantastischen Realismus, starb wenige Tage nach seinem am 4. Jänner gefeierten 92. Geburtstag.

25.01.2021 09:41:00

Ein großer Maler, Liedermacher und Mensch ist nicht mehr: Arik Brauer , einer der Hauptvertreter der Wiener Schule des Phantastischen Realismus, starb wenige Tage nach seinem am 4. Jänner gefeierten 92. Geburtstag nachruf kunst wien

Ein großer Maler, Liedermacher und Mensch ist nicht mehr: Arik Brauer , einer der Hauptvertreter der Wien er Schule des Phantastischen Realismus, starb wenige Tage nach seinem am 4. Jänner gefeierten 92. Geburtstag.

Der österreichische Universalkünstler Arik Brauerstarb am Sonntagabend im Beisein seiner Familie im Alter von 92 Jahren. Seine letzten Worte waren laut seiner Familie:"Ich war so glücklich mit meiner Frau, mit meiner Familie, mit meiner Kunst und meinem Wienerwald. Aber es gibt eine Zeit, da lebt man, und es gibt zwei Ewigkeiten da existiert man nicht."

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"Ich male einfach gern, ich kann nicht anders",hatte der Maler, Grafiker, Bühnenbildner und Sänger Arik Brauer noch vor zwei Jahren gesagt, als man ihn nach seinem Pensum gefragt hatte. Sofern er nicht gestört werde, wie etwa durch ein Interview, sei er in seinem Atelier in seiner Villa in Wien-Währing am Arbeiten.

Arik Brauer wurde am 4. Jänner 1929 in Wienals Erich Brauer in eine russisch-jüdische Handwerkerfamilie geboren. Der Nationalsozialismus beendete seine Kindheit im Wien der 30er-Jahre, über die er in seinem auch vom Fernsehen ausgestrahlten Soloprogramm"A Gaude war's in Ottakring" berichtete. Brauers Vater war in einem Konzentrationslager verstorben, er selbst überlebte in einem Versteck. headtopics.com

Morgenpost von Hubert PattererArik Brauer und der ZiegenbockNach Ende des Zweiten Weltkriegesinskribierte der damals 16-Jährige an der Akademie der bildenden Künste in Wien (1945 bis 1951). Dort waren u.a. Albert Paris Gütersloh und Herbert Boeckl seine Lehrer. Nach Abschluss seines Studiums unternahm Brauer ausgedehnte Reisen, besonders Eindrücke aus dem Orient sollten sein späteres Werk prägen. Mit seiner Frau Naomi ließ er sich in Paris nieder, wo das Paar mit Singen seinen Lebensunterhalt verdiente. Wenig später stellten sich auch erste Ausstellungserfolge ein. Als Brauer 1964 die Pariser Boheme verließ und wieder nach Wien zurückkehrte, genossen die Protagonisten der"Wiener Schule des Phantastischen Realismus" bereits große Popularität.

Brauers Gesangskarriere erreichte in den 70er-Jahrenihren Höhepunkt: Mit Dialektliedern wie"Sie ham a Haus baut" und"Hinter meiner, vorder meiner" war er an der Geburt des Austropops maßgeblich beteiligt."Ich habe mich nie als Austropopper gesehen, obwohl ich da wirklich am Anfang dabei war", sagte Brauer einmal in einem Interview. Er habe kritische Texte singen wollen."Diese Liedtexte sind teilweise zu unserem großen Leidwesen aktuell geblieben. Einige davon wurden richtige Volkslieder, die man beim Heurigen oder auf einer Schutzhütte singen hört. Darauf bin ich stolz."

Zudem war Brauer an Fernsehspielenbeteiligt und als Grafiker, Bühnen- und Kostümbildner tätig. 1975 stattete er etwa"Die Zauberflöte" (Kostüme und Bühnenbild) an der Pariser Oper aus. Anfang der 90er-Jahre beschäftigte sich der Künstler - wie seine Kollegen Ernst Fuchs und Friedensreich Hundertwasser - mit Architektur. 1993 entstand auf der Wiener Gumpendorfer Straße ein"Brauer-Haus", 1996 gestaltete Brauer die Fassade einer katholischen Kirche in Wien-Leopoldstadt. Im September 1997 zog er sich nach zwölfjähriger Lehrtätigkeit als Professor an der Wiener Akademie der bildenden Künste zurück.

Anlässlich seines 85. Geburtstagwidmete ihm das Leopold Museum in Wien unter dem Titel"Gesamt.Kunst.Werk" eine Werkschau aus, im selben Jahr präsentierte er im Wiener Jüdischen Museum eine von ihm gestaltete Pessach-Haggada. Brauer hatte das Buch, das am Sederabend, der den Beginn des jüdischen Pessach-Festes markiert, gelesen wird, schon 1979 einmal illustriert. headtopics.com

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-- Aufrichtige Anerkennung--