Monte dei Paschi: Verkauf von Italiens Krisenbank an Unicredit geplatzt

Nach Angaben eines Insiders führten deutlich unterschiedliche Vorstellungen über finanzielle Aspekte des Deals zum Scheitern.

24.10.2021 21:49:00

Nach Angaben eines Insiders führten deutlich unterschiedliche Vorstellungen über finanzielle Aspekte des Deals zum Scheitern.

Nach Angaben eines Insiders führten deutlich unterschiedliche Vorstellungen über finanzielle Aspekte des Deals zum Scheitern.

Ministerpräsident Mario Draghi,die 2017 mit Steuer-Milliarden vor der Pleite geretteten Monte Paschi, wie mit der EU vereinbart, bis Mitte 2022 wieder zu verkaufen. Zudem muss die Regierung eineGenehmigung aus Brüsseleinholen, mehr Geld in die Krisenbank pumpen zu dürfen, ohne ein Szenario für den Ausstieg des Staates bei der MBS zu haben.

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Streit über RekapitalisierungDie Nachrichtenagentur Reuters hatte bereits am Samstag berichtet, die Gespräche stünden nach monatelangen Verhandlungen vor dem Scheitern.Grund sei Streit über einekostenträchtige Rekapitalisierung

der MPS, hatten Insider gesagt. Italien hatte die älteste Bank der Welt 2017 mit 5,4 Milliarden Euro vor dem Kollaps gerettet und hält seitdem 64 Prozent der Anteile. Die Regierung hatte seit langem eine Fusion mit einem stärkeren Partner als beste Lösung für die toskanische Bank gesehen. headtopics.com

Eine mit der Sache vertrauter Person sagte Reuters am Sonntag, beide Seiten seien sichbei finanziellen Aspekten nicht einiggeworden. So habe die Unicredit gefordert, dass der Staat angesichts erforderlicherKorrekturen in den Büchern der MPSweitere 6,3 Milliarden Euro in die Monte Paschi stecken müsse. Das Finanzministerium habe diese Anpassungen aber in weiten Teilen für nicht ungerechtfertigt gehalten. Zudem habe Unicredit die Teile der MPS, die sie habe kaufen wollen, mit nur 1,3 Milliarden Euro bewertet. Das Finanzministerium sei indes von 3,6 bis 4,8 Milliarden Euro ausgegangen. Somit hätten die Forderungen der Unicredit das Ziel der Regierung durchkreuzt, die MPS nicht unter Wert zu verkaufen. Die Unicredit wollte sich zu den Angaben nicht äußern.

Plan"B" der RegierungEin Insider sagte, die Regierung könnte nun einen"Plan B" ausarbeiten."Unter den Bedingungen von UniCredit ist derzeit kein Deal möglich. Aber der gleiche Rahmen, der der UniCredit angeboten wurde, könnte auf einen"Standalone"-Plan angewendet werden", erklärte die mit den Überlegungen vertraute Person. Die Regierung habe bereits mögliche Vorteile einer Eigenständigkeit der MPS geprüft, bei der das Finanzministerium Teile der Maßnahmen umsetzen würde, die auch UniCredit angeboten worden seien - einschließlich einer Kapitalerhöhung von mehreren Milliarden Euro. Die Regierung werde dazu wahrscheinlich das Management bei Monte Paschi umbauen und die faulen Kredite der MPS an den staatliche Auffanggesellschaft AMCO übertragen.

Das letzte Wort über das Schicksal der Monte Paschi hat die Generaldirektion der Europäischen Kommission (DG-COMP).Diese hat einen Plan zum Verkauf der Krisenbank bis Ende Dezember gefordert. Eine Verlängerung der First ist zwar denkbar. Dass die Generaldirektion aber die Forderung nach einem Verkauf aufgibt, ist Insidern zufolge unwahrscheinlich.

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