Manchmal muss man auch Kleines wagen

Kleinwagen gelten als Lösung, wenn das Geld für Größeres fehlt. Das ist irreführend, denn auf vier Metern Länge kriegt man alles unter, was es für freudvolles Autofahren braucht. Das zeigt Mazda...

25.02.2021 23:32:00

Kleinwagen gelten als Lösung, wenn das Geld für Größeres fehlt. Das ist irreführend, denn auf vier Metern Länge kriegt man alles unter, was es für freudvolles Autofahren braucht. Das zeigt Mazda mit seinem 2er-Jubelmodell.

Kleinwagen gelten als Lösung, wenn das Geld für Größeres fehlt. Das ist irreführend, denn auf vier Metern Länge kriegt man alles unter, was es für freudvolles Autofahren braucht. Das zeigt Mazda...

Kleinwagen gelten als Lösung, wenn das Geld für Größeres fehlt. Das ist irreführend, denn auf vier Metern Länge kriegt man alles unter, was es für freudvolles Autofahren braucht. Das zeigt Mazda mit seinem 2er-Jubelmodell.

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Sieht man sich auf unseren Straßen um, was so unterwegs ist, stellt man fest: viel ungenutzter Laderaum – viele Autos, in denen hauptsächlich viel Luft transportiert wird. Schnell kann man auch den Eindruck gewinnen: Je größer das Auto, desto kleiner seine Besetzung. Was sich nicht nur in unseren Breiten so verhält: In den USA gibt es auf vielen Highways eine reservierte Fahrspur für Autos, in denen mehr als nur der Mensch am Steuer sitzt. Sie ist meist recht einsam, während es sich auf den anderen drei bis fünf Spuren drängt. Pendeln ist eine Massenbewegung, aber einzeln ausgeführt.

Zurück zum Stauraum: Wir haben es offenbar gern eine Nummer größer, sicherheitshalber, wappnen uns für Eventualitäten, zu denen neben Umzügen bis auf Weiteres wohl auch Skiferien und Urlaubsfahrten ins Ausland zählen. Zudem wird in Autos ja auch Nichtmaterielles transportiert, etwa Statusbewusstsein und Sicherheitsbedürfnis. headtopics.com

Große VielfaltDas Gegenmodell dazu, zum legeren Packmaß, ist der Kleinwagen, der in Europa nach Volumen immer noch das größte Segment ausmacht. Auch wenn es bald sturmreif geschossen sein dürfte, denn Jahr um Jahr geht es zurück. In Österreich rangiert es schon auf Rang drei, hinter den Kompakten (wie dem Golf) und den SUVs in all ihren Erscheinungsformen.

Kleinwagen werden allgemein unterschätzt. Gekauft werden sie längst nicht mehr (nur), weil das Geld nicht für Größeres reicht. Wer wenig ausgeben will oder kann, kauft gebraucht. Kennzeichen der Kleinen sind um die vier Meter Länge, Frontantrieb und Heckklappe. Die Vielfalt ist enorm: 35 verschiedene Modelle zählt das Segment in Europa. Angeführt wird es vom Trio Renault Clio, VW Polo und Ford Fiesta. Mazda spielt da mit dem 2er eher nur am Rande mit. Der liefert uns aber einen aktuellen Beitrag zum generellen Trend: dem gehörigen Aufbrezeln des kleinen Formats. Stichwort: Ledersitze in Burgunderrot. Jenes Sondermodell „100 Years“ gedenkt der Firmengründung vor einem Jahrhundert – und entbietet dafür feierlich alles an Ausstattung, was sich auf knapp 4,1 Metern Länge unterbringen lässt.

Neben erwähntem Gestühl (samt farblich abgestimmter Fußmatten) wären dies etwa Navigation, 360-Grad-Kamera, adaptiver Tempomat, Sitze und Lenkrad beheizbar, City-Notbremsfunktion mit Fußgängererkennung, Spurhalteassitenz mit aktivem Lenkeingriff, Keyless und so weiter. Kurz: so gut wie alles, was sich gerade eine Klasse darüber, bei den Kompakten, unter Vollausstattung so eingebürgert hat. Nicht zu vergessen die für das „100 Years“-Modell obligatorische Außenlackierung in Schneeflockenweiß metallic.

Damit scheidet pure Not als Kaufmotiv aus, man hat sich offenbar bewusst und willentlich für kleine Außenabmessungen entschieden (sollten wirklich zwei Erwachsene hinten sitzen wollen – doch das geht, kommt aber eh nie vor). Der Kaufpreis steigt von 15.490 Euro des Basismodells auf 23.790 Euro. headtopics.com

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Vier Zylinder, kein TurboKleinheit hat bekanntlich Vorteile im täglichen Umgang, denn Parkplätze fliegen einem eher zu, und im Idealfall passt das ganze Auto wie ein Lederhandschuh, ohne zu drücken. Basis des Jubiläums-2ers ist der G90, der stärkere der beiden angebotenen Benziner. Der hat 1,5 Liter Hubraum und leistet maximal 90 PS, was bei wenig über einer Tonne Leergewicht ein recht spritziges Fahrverhalten ergibt, wenn auch im mittleren bis höherem Drehzahlbereich.

Statt auf Turbo setzt Mazda bei den Benzinern ja unverdrossen auf Sauger, dafür werden vier Zylinder gereicht, mittlerweile schon eine Seltenheit in dem Fach. Dazu, dass der Motor gern gedreht werden will, passt auch das manuelle Getriebe. Aber nur, weil es in diesem Fall von hoher Güte ist und an das Fahrgefühl im Roadster MX-5 erinnert: kurzwegig, knackig präzise.

Mazda beherrscht die Disziplin, wie man über Sitzposition, Lenkrad und Schaltung zu einer aktiven, aufmerksamen, dabei ermüdungsfreien Haltung kommt. Insofern ist der Kleine auch als Dauerläufer denkbar. Die Ergonomie stimmt, die Geräuschdämmung ist für lange Autobahnfahrten ausreichend, und den Spritverbrauch sollte man dann auch unter sechs Liter bekommen.

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