'Löwenherz' von Monika Helfer: Luftikus und Lügenbold

Monika Helfers neuer Roman „Löwenherz“ ist der Abschluss einer Trilogie über ihre Familiengeschichte. Der Vorarlberger Schriftstellerin ist ein kleines literarisches Wunderwerk geglückt. #epaper

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23.01.2022 17:58:00

Monika Helfers neuer Roman „Löwenherz“ ist der Abschluss einer Trilogie über ihre Familiengeschichte. Der Vorarlberger Schriftstellerin ist ein kleines literarisches Wunderwerk geglückt. epaper

Monika Helfers neuer Roman „Löwenherz“ ist der Abschluss einer Trilogie über ihre Familiengeschichte. Der Vorarlberger Schriftstellerin ist ein kleines literarisches Wunderwerk geglückt. [E-Paper]

pocketEin Zauber liegt bisweilen in banalen Dingen. Bei den Baggerlöchern am Bodensee findet Richard eines herrlichen Sommertages eine Badewanne. Ein rostwucherndes Ungetüm, kaltes Email, braune Regenlache am Wannenboden. Gemeinsam mit seinem Hund macht sich Richard auf Bodenseefahrt. Wie so oft bei ihm kippen die Verhältnisse, diesmal buchstäblich. Richard fällt ins Wasser. Er rudert mit den Armen, schlägt um sich. Ertrinkt beinahe. „Das hätte, wie vieles andere davor und danach, das Ende meines Bruders sein können“, schreibt die Hohenemser Autorin Monika Helfer in „Löwenherz“, ihrem Roman über Richard. Als Bub war er einmal weggerannt. „Richard H., acht Jahre, ist seit drei Tagen von zu Hause abgängig“, berichtete das Lokalblatt: „Er hat blonde Haare und ist ein Luftikus. Er spricht nicht viel. Hinweise bitte an den nächsten Gendarmerieposten oder die Polizei.“

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mail pocket Ein Zauber liegt bisweilen in banalen Dingen. Bei den Baggerlöchern am Bodensee findet Richard eines herrlichen Sommertages eine Badewanne. Ein rostwucherndes Ungetüm, kaltes Email, braune Regenlache am Wannenboden. Gemeinsam mit seinem Hund macht sich Richard auf Bodenseefahrt. Wie so oft bei ihm kippen die Verhältnisse, diesmal buchstäblich. Richard fällt ins Wasser. Er rudert mit den Armen, schlägt um sich. Ertrinkt beinahe. „Das hätte, wie vieles andere davor und danach, das Ende meines Bruders sein können“, schreibt die Hohenemser Autorin Monika Helfer in „Löwenherz“, ihrem Roman über Richard. Als Bub war er einmal weggerannt. „Richard H., acht Jahre, ist seit drei Tagen von zu Hause abgängig“, berichtete das Lokalblatt: „Er hat blonde Haare und ist ein Luftikus. Er spricht nicht viel. Hinweise bitte an den nächsten Gendarmerieposten oder die Polizei.“ Bis zu seinem frühen, traurigen Tod wird Richard ein Dasein weniger Aufs und vieler Abs führen: „Ich weiß niemanden, dem das Leben so wenig wichtig war wie dem Richard.“ Ein unbeherrschbares Durcheinander, ein dauerndes Hin und Her zwischen Tagträumen und Tatsachen. „Löwenherz“ ist nach dem Großmutter-Buch „Die Bagage“ und „Vati“ der Abschlussband von Helfers Trilogie über ihre Vorarlberger Familiengeschichte, die ein langes Jahrhundert abdeckt und viele kleine Leben in der großen Historie verfolgt.    „Der Trick beim Schreiben über nahe Menschen? Wenn man mit der Fiktion spielt.“ © Bild: Wolfgang Paterno Helfer, 74, scheut das Scheinwerferlicht. Besserwisserei und Wichtigtuerei liegen ihr nicht. Jeden Tag, wenn sie in Hohenems ist, geht sie auf jenen Berg hinauf und wieder hinunter, auf dem ihre Tochter Paula 2003 tödlich verunglückt ist. Es sei denn, sie hat Fieber oder ein Sturm hat Bäume umgerissen. Seit 50 Jahren schreibt Helfer Kinderbücher und Theaterstücke, Erzählungen und Romane. Wie „Bevor ich schlafen kann“ (2010), die tiefschwarze wie tragikomische Geschichte einer Psychiaterin zwischen Wien und Griechenland. Oder „Schau mich an, wenn ich mit dir rede!“ (2017), das gewiefte Was-wäre-wenn-Prosaspiel um eine rätselhafte Liebesbeziehung samt Patchwork-Clan. Beides waren kleine große Bücher, denen man viel mehr Leserinnen und Leser gewünscht hätte. „Die Bagage“ (2020) und „Vati“ (2021) avancierten zu Helfers ersten Bestsellern. „Löwenherz“ wird sich über kurz oder lang, so viel lässt sich gefahrlos prophezeien, ebenfalls in den Verkaufsrängen ganz oben festsetzen. Lesen Sie jetzt weiter: