Long Covid: Wenn die Symptome einfach nicht aufhören

Die Infektion ist längst überstanden, doch Betroffene haben noch Monate später Beschwerden – weil Ärzte nichts finden, schicken viele ihre Patienten zum Psychiater

15.03.2021 00:00:00

Die Infektion ist längst überstanden, doch Betroffene haben noch Monate später Beschwerden – weil Ärzte nichts finden, schicken viele ihre Patienten zum Psychiater.

Die Infektion ist längst überstanden, doch Betroffene haben noch Monate später Beschwerden – weil Ärzte nichts finden, schicken viele ihre Patienten zum Psychiater

 Auch Zoom-Treffen sind  in PlanungAmbulanzen: Am AKH Wien gibt es sowohl eine Covid-Ambulanz auf der Pulmologie als auch auf der Kardiologie. An der MedUni Wien laufen mehrere Studien zu den Covid-Folgen. Näheres auf © Bild: Privat

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Anna B., 36, Office-Managerin in Reha:"Der Weg zum Bäcker fühlt sich an wie eine Radtour" Bei mir hat es mit Husten begonnen – da hab ich mir noch nichts gedacht, weil das im Oktober ja nichts Ungewöhnliches ist. Dann kam jeden Tag ein neues Symptom dazu: Gliederschmerzen, Druck auf der Brust und mit dem Schnupfen hab ich mir den Geruchs- und Geschmackssinn ausgeschnäuzt. Der war zwar bald wieder da, aber ich habe manchmal noch immer Phantomgerüche und es riecht plötzlich nach Tankstelle oder Katzenklo. Wegen meiner Atemprobleme bin ich in der Covid-Ambulanz im Wiener AKH. Ich  hab  Lungenwerte wie ein Kettenraucher. Oft habe ich Tage nach dem Sport noch Atemprobleme und mir bleibt die Luft weg bzw. habe ich Druck auf der Brust. Ich bin nach kleinsten Anstrengungen schnell und viel müde. Der Weg zum Bäcker fühlt sich so anstrengend an wie eine ganze Radtour. Arbeiten könnte ich so nicht. 

 Birgit P.:"Mein neunjähriger Sohn kann seit Oktober nichts mehr schmecken und riechen"Gerade bei Kindern wird das Problem leider total heruntergespielt, weil alle glauben, Kinder werden eh nicht krank. Unsere ganze Familie hat sich im Herbst angesteckt, aber mein Jüngster hatte im Gegensatz zu seinem großen Bruder kaum Symptome. Wir haben alle unseren Geschmacks- und Geruchssinn verloren und wieder zurückbekommen, aber der Jüngste kann bis heute kaum etwas riechen. Wir dachten, es gibt sich nach ein paar Wochen sicher wieder. Er selbst hat gehofft, dass er zumindest zu Weihnachten den Tannenbaum und Lebkuchen riechen kann... immerhin kann er wieder manches schmecken. Ich bin gerade dabei, Arzttermine auszumachen, aber es ist schwierig, überhaupt einen Termin zu bekommen. Wir versuchen seinen Geruchssinn inzwischen mit Düften zu stimulieren und hoffen, dass er es wieder antrainieren kann. Er ist zum Glück nicht krank, aber es ist eine Beeinträchtigung und damit auch eine Last. headtopics.com

Sandra W., 44, Assistenzposition:"Du bist verzweifelt, weil dir niemand helfen kann"Als ich im August positiv getestet wurde,  war es wie eine starke Verkühlung, aber es ist immer schlechter  geworden. Über die Wochen sind wahnsinnige Kopfschmerzen dazugekommen –  als würde jemand mit einer Nadel ständig in den Kopf stechen. Geschmack und Geruch  werden wahrscheinlich nie wieder so gut wie früher.  Ich hab die Nase in Aceton gehalten und nichts gerochen. Wenn man einmal gar nichts geschmeckt und gerochen hat, ist man dankbar, wenn es wieder ein bisschen geht. Bis vor Kurzem hatte ich ständig so eine bleierne Müdigkeit und war nach zwei Stiegen außer Atem, hab keine Luft mehr bekommen und hab wahnsinnig viel geschlafen. Ich habe mich zum Arbeiten gezwungen, weil ich Angst hatte, sonst gar nichts mehr zu schaffen. Mein Mann musste vor allem im Haushalt und mit den Kindern sehr viel auffangen. Ich war bei vielen Ärzten und keiner konnte mir helfen. Manche wollten mir gar nicht erst einen Termin geben. Seit einigen Wochen bekomme ich Infusionen mit Vitamin C  und die helfen mir sehr. 

© Bild: PrivatAlexander Hadwig, 46, Zahnarzt: „Ich bin nicht alt, aber es hat sehr an mir gezehrt“ Weiterlesen: KURIER »

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Oh nein... Nunja die Medizin lernt noch... Ja, versteh ich. Die Menschen sind alleine - es gibt nur die eigenen Gedanken - alles Neue ist auf Abstand 2 Meter falls einer zuschaut. Maske vor dem Gesicht, das ist Gesichtsverlust. Und ein zahnloser Staat und immer die gleichen Pressekonferenzen. Und ewig grüßt das Murmeltier