Interview: Anschober zur Corona-Müdigkeit: 'So geht es uns doch allen'

16.10.2020 18:45:00

Gesundheitsminister @rudi_anschober im Gespräch mit @micheljungwirth

Gesundheitsminister rudi_anschober im Gespräch mit micheljungwirth

Gesundheitsminister Rudolf Anschober bereitet die Verlagerung der Cluster in den privaten Bereich Kopfzerbrechen. Gleichzeitig zeigt er Verständnis, dass der Bevölkerung Corona langsam beim Hals raushängt. 'Das erlebe ich in meinem Privatleben genauso wie jeder andere Mensch auch.'

Herr Minister, wann öffnen Sie die Corona-Schublade?Rudolf Anschober:Wir setzen zunächst offensiv auf regionale Maßnahmen. Regional kann man immer punktgenau auf die spezifischen Ausbruchsursachen abzielen. Das zeigt, dass die Ampel funktioniert.

Wann zieht der Bund nach?Anschober: Wir arbeiten gerade Bundesmaßnahmen aus, diese müssen zu den regionalen Regelungen dazu passen. Auch der Zeitpunkt dafür muss stimmen.Kuchl wird am Samstag unter Quarantäne gestellt. Kann man davon ausgehen, dass das nicht der erste und letzte Ort ist, über den ein Lockdown verhängt wird?

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© (c) APA/GEORG HOCHMUTH (GEORG HOCHMUTH) Herr Minister, wann öffnen Sie die Corona-Schublade? Rudolf Anschober: Wir setzen zunächst offensiv auf regionale Maßnahmen."Corona-Regeln führen zu seelischen Beeinträchtigungen bei Kindern und Jugendlichen" Ursachen für indirekte Todesfälle wären zum Beispiel eine schlechtere medizinische Versorgung bei anderen Krankheiten und Unfällen, Verlust sozialer Netzwerke, von Jobs und Einkommen, Kriminalität wie häusliche Gewalt, Tabak-, Alkohol- und Drogenmissbrauch sowie schlechtere Essgewohnheiten, so die Forscher.Norwegen: 17,5 Wir würden hier gerne eine 23degrees Grafik zeigen.mail pocket Von gestern auf heute hatten wir wieder eine Rekordzahl an Neuinfektionen mit Covid-19 und die Gemeinde Kuchl in Salzburg steht bereits unter Quarantäne.

Regional kann man immer punktgenau auf die spezifischen Ausbruchsursachen abzielen. Das zeigt, dass die Ampel funktioniert. In Spanien (69 Prozent) und Italien (46 Prozent) waren die Unterschiede besonders frappant. Wann zieht der Bund nach? Anschober : Wir arbeiten gerade Bundesmaßnahmen aus, diese müssen zu den regionalen Regelungen dazu passen. Cookie Einstellungen International mit am stärksten betroffen ist aktuell ausgerechnet Island, wo man lange Zeit praktisch keine Fälle registrierte. Auch der Zeitpunkt dafür muss stimmen. In manchen Ländern wie Frankreich, Belgien und der Schweiz war die Übersterblichkeit vermutlich geringer als die Zahl der belegten Corona-Opfer, obwohl es dort viele solche zu beklagen gab: In Frankreich wurden 28. Kuchl wird am Samstag unter Quarantäne gestellt. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben.

Kann man davon ausgehen, dass das nicht der erste und letzte Ort ist, über den ein Lockdown verhängt wird? Anschober : Salzburgs Landeshauptmann Haslauer hat mich am Donnerstag in der Früh darüber informiert, dass es diese Planung gibt.700 Todesfällen mehr als ohne Pandemie.000 Einwohner, sehen Sie hier: Wir würden hier gerne eine 23degrees Grafik zeigen. Ich habe mir das angeschaut und dem zugestimmt. Da gibt es ein Konsensprinzip.487 Coronatote bei 8. Wie mir die Situation in Kuchl geschildert wurde, ist diese ungewöhnlich und spezifisch, weil ein kleiner Teil der Bevölkerung offenbar falsche Angaben beim Kontakt-Management gemacht und die Quarantäne nicht eingehalten hat. Cookie Einstellungen Notstand in Tschechien In Tschechien hat die Regierung deshalb bereits am 5. Ist das wirklich ein speziell lokales Problem? Gibt es nicht in ganz Österreich diese Corona-Müdigkeit, die dazu führt, dass Leute nicht bei 1450 anrufen, weil dies Auswirkungen auf die Familien, den Arbeitsplatz, den Bekanntenkreis haben könnte? Anschober : Die Müdigkeit ist absolut legitim.656 Coronatote bei 1.

So geht es uns doch allen. Wir sind jetzt im achten Monat der Krise. Keine Übersterblichkeit In Australien, Bulgarien, Tschechien, Ungarn, Neuseeland und der Slowakei gab es hingegen gar keine Übersterblichkeit oder sie betrug maximal fünf Prozent.000 Krankenhausbetten sollen gekauft werden kaufen, um in Messehallen Lazarette einzurichten; Medizinstudenten wurden zum Einsatz in Krankenhäusern zu verpflichtet. Wir haben eine Phase, die wir alle in unserem Leben noch nie so erlebt haben. Unser Alltag hat sich umgestellt, wir müssen auf viele liebgewordene Normalitäten verzichten. Mögliche Erklärungen dafür sind etwa eine geringere Zahl an Influenza-Erkrankungen und anderer Atemwegskrankheiten durch die Corona-Maßnahmen oder eine geringere Zahl der Verkehrs- und Freizeitunfälle sowie der Gewalttaten durch den Lockdown. Das ist anstrengend und mühsam. Als eine der Vorsichtsmaßnahmen hat man inzwischen zahlreiche Länder in Europa auf die rote Liste gesetzt.

Das erlebe ich in meinem Privatleben genauso wie jeder andere Mensch auch. 668 Sterbefälle während der ersten Covid-19 Welle wurden dem Coronavirus direkt zugerechnet. Was aber falsch eingeschätzt wird: Wir haben es nicht mit einem Tsunami zu tun, der über uns hinweg rollt. Wir wissen genau, wie wir die Pandemie stoppen können. Vor allem bei Ländern, die wie Österreich nicht ganz so schlimm vom Virus heimgesucht wurden und wo die Zahlen der direkten und indirekten Pandemie-Opfer vergleichsweise niedrig sind, lassen die Schwankungsbreiten keine sicheren Schlüsse zu, ob es tatsächlich eine Übersterblichkeit gab und ob die Sterblichkeit durch die Pandemie signifikant gestiegen ist. In besonders betroffenen Gebieten wie Paris wird es nächtliche Ausgangssperren geben. Das ist der ganz große Unterschied. Es liegt nämlich in unserer Hand, die Krise zu bewältigen. Wahrscheinlich würden hier viele verschiedene Dinge zusammenspielen, wie zum Beispiel der Gesundheitszustand der Bevölkerung, die sozialen Bedingungen, die Reaktionen der Entscheidungsträger und der Zustand des Gesundheitssystems.

90 Prozent machen das großartig, aber drei bis vier Prozent, die es nicht machen, können alles zusammenhauen.. Es geht um die Verantwortung für das Ganze. Reichen Appelle aus? Anschober : Jedem muss bewusst sein, dass wirtschaftlich viel am Spiel steht. Die jetzigen Wirtschaftsprognosen gehen davon aus, dass wir eine Stabilisierung schaffen. Wenn die Pandemie noch sehr viel länger in einer akuten Form weitergeht, wird das für uns alle extrem schwierig.

Das „worst case“ Szenario wäre, dass es zum Zusammenbruch des Gesundheitssystems kommt. In Tschechien steht es offenbar bevor. In Österreich sind wir noch weit davon entfernt, und so muss es bleiben. Ist es nicht viel zu einfach, alles auf die jungen Leute, die nach Partys hungrig sind, zu schieben? Anschober : Wir können das Thema nicht auf die jungen Leute reduzieren. Es gibt zwei alarmierende Entwicklungen.

Zum einen steigt der Altersdurchschnitt deutlich an. Wir sind jetzt wieder bei über 40 Jahren, wir waren schon bei 33. Zum anderen gibt es relativ viele neue Infektionsfälle in Alten- und Pflegeheimen, was mir große Sorge bereitet. Wir müssen die Betroffenen gut schützen - nicht isolieren, sondern sehr vorsichtig beim Zugang sein und gut vor Ort testen. Wären nicht Ausgangssperre nach französischem Beispiel die wirkungsvollste Maßnahme? Anschober : Ich sehe darin keine Lösung.

Maßnahmen wirken nur, wenn die Bevölkerung auch mittut. Es muss wieder einen Ruck im Bewusstsein geben. Wir müssen wieder zu der Frühlingsstimmung kommen, wo Österreich ein Land der Solidarität und der Mitverantwortung gewesen ist. Sie klingen ratlos. .